
Heniek Hershel Felenbaum
geboren 1928 in Lublin, Woiwodschaft Lublin, Polen
ermordet im Dezember 1942 in der deutschen Mordstätte Sobibor
Familie
Lebensdaten



Hella Weis, Henieks Schwester



Biografie
Heniek Felenbaum wurde 1928 in Lublin geboren. Er hatte zwei Geschwister: Seine Schwester Hella, die 1925 zur Welt kam und Shimon, geboren 1921, sein älterer Bruder. Er wuchs mit seinen Eltern und Geschwistern in geordneten bürgerlichen Verhältnissen in Lublin auf.
Verfolgung und Verschleppung
Mit dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen im September 1939 veränderten sich die Lebensbedingungen der polnischen Jüdinnen und Juden dramatisch. Die einzige Überlebende der Familie, Hella, berichtete 1968 davon, dass sie mit den Eltern und ihren beiden Brüdern im Winter 1940 von den deutschen Besatzern verhaftet und in das Arbeitslager Siedliszcze bei CheƗm verschleppt wurden, zusammen mit vielen anderen Jüdinnen und Juden aus Lublin. Dort wurden sie zu Entwässerungsarbeiten zwangsverpflichtet. Heniek war damals 12 Jahre alt.
1941 gab es eine Selektion: Eine Gruppe von älteren Gefangenen, darunter auch ihre Eltern, wurden in das Lager Krychów gebracht.
Das Lager Siedliszcze existierte von 1940 bis 1942. Insgesamt wurden hier etwa 5.500 Jüdinnen und Juden interniert. Im Lager grassierte wegen der fürchterlichen Lebensbedingungen unter anderem Typhus. Ab Mai 1942 begannen die Deutschen mit Deportation.
Henia und Moshe Felenbaum wurden 1942 von dort nach Sobibor deportiert und ermordet.
Das Schicksal von Heniek und seinen Geschwistern
Hella und ihre beiden Brüder Heniek und Shimon wurden in ein weiteres Arbeitslager in Staw nahe CheƗm verschleppt. Dort waren sie in einer Mühle untergebracht und mussten Zwangsarbeit verrichten. Das Lager wurde kurz vor Weihnachten 1942 aufgelöst. Auf Fuhrwerken wurden sie nach Sobibor transportiert. Sein 21-jähriger Bruder Shimek versuchte auf der Fahrt eine Flucht und wurde von einem Aufseher des Transports erschossen.
Heniek wurde unmittelbar nach seiner Ankunft in Sobibor ermordet.
Schwester Hella
Hella wurde in Sobibor zusammen mit anderen jungen Frauen zur Arbeit ausgesucht. Sie musste in den kommenden Monaten in der Strickstube des Lagers, später in der Wäscherei und schließlich in der Gärtnerei des Lagers arbeiten.
Beim Aufstand in Sobibor am 14. Oktober 1943 gelang ihr die Flucht aus dem Lager. Mit anderen Geflüchteten hielt sie sich in den Wäldern der Umgebung auf, bis sie auf eine Gruppe russischer Partisanen traf, denen sie sich anschloss. Mit dem Vormarsch der Roten Armee in das Deutsche Reich wurde sie Teil der kämpfenden Truppe und mehrfach verwundet.
Nach dem Krieg lernte sie ihren späteren Ehemann in der Tschechoslowakei kennen. Beide emigrierten nach Israel, wo sie 1998 in Gedera starb.
Verwendete Dokumente und Literatur
Miriam Novitch: Sobibor – Lager des Todes und des Aufstands, Tel Aviv 1979.
Von Lublin nach Sobibor: Zeugnis von Hela Felenbaum-Weiss