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- Lewandowski, geborene Mecca | Gedenkweg in Sobibor
< zurück vorherige `Lina´Caroline Lewandowski geboren am 2. Februar 1875 in Kassel, Hessen, Deutschland ermordet am 3. Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Ehemann: Jakob Lewandowski geboren am 06. Oktober 1860 in Hamburg, Deutschland gestorben am 27. Januar 1936 in Kassel, Hessen, Deutschland Sohn: Dr. Herbert Lewandowski geboren am 20. März 1896 in Kassel, Hessen, Deutschland gestorben am 04. März 1996 in Genf, Schweiz Tochter: Irma Lewandowski geboren am 10. Januar 1903 in Kassel, Hessen, Deutschland verstorben am 21. September 1915 in Kassel, Hessen, Deutschland Sohn: Hans Wolfgang Lewandowski geboren am 10. Februar 1911 in Kassel, Hessen, Deutschland ermordet am 01. Dezember 1942 im deutschen Mord- und Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau Sohn: Paul Walter Lewandowski geboren am 10. Februar 1911 in Kassel, Hessen, Deutschland verstorben am 25. Januar 2005 in Portland, Oregon, USA Schwester: Dorothea Mosberg, Rufname Dora, geborene Mecca geboren am 09. Mai 1878 in Kassel, Hessen, Deutschland deportiert am 9. Dezember 1941 von Kassel nach Riga - ermordet Vater: Julius Mecca geboren am 16. Januar 1843 in Neisse, Preußen verstorben am 20. Oktober 1915 in Kassel, Hessen, Deutschland Mutter: Olga Mecca, geborene Fränkel geboren am 8. Februar 1853 in Neiße, Preußen gestorben am 10. Juni 1935 in Kassel, Hessen, Deutschland Lebensdaten 1875 Geburt in Kassel 1881 Schulbesuch 1895 Heirat mit Jakob Lewandowski 1903 Geburt der Tochter Irma 1911 Geburt der Zwillinge Hans Wolfgang und Peter Walter 1914 Teilnahme ihres Sohnes Herbert am Weltkrieg I 1915 Tod ihrer 12-jährigen Tochter Irma 1915 Tod ihres Vaters Julius Mecca 1923 Sohn Herbert wandert in die Niederlande aus 1935 Flucht des Sohnes Hans Wolfgang in die Niederlande 1936 Tod ihres Ehemannes Jakob Lewandowski 1935 Flucht ihres Sohnes Paul Walter in die Niederlande 1936 Umzug mit ihrer Schwester Dora Mosberg in die Hardenbergstraße 1937 Emigration ihres Sohnes Paul Walter in die USA 1937 Flucht ihres Sohnes Herbert aus den Niederlanden nach Frankreich 1939 Flucht in die Niederlande zu ihrem Sohn Hans Wolfgang 1941 Verschleppung und Tod ihrer Schwester Dora in Riga 1942 Verschleppung von Caroline und Hans Wolfgang nach Westerbork 1942 Flucht ihres Sohnes Herbert von Frankreich in die Schweiz 1942 Verschleppung und Tod ihres Sohnes Hans Wolfgang nach Auschwitz 1943 Verschleppung und Ermordung in Sobibor nächste Dora Mosberg; Linas Schwester Biografie Caroline Linas Mutter Olga und ihr Vater Julius stammten beide aus Neiße an der Oder, einer kleinen Stadt in Oberschlesien. Das Paar heiratete 1873. Ab wann sie in Kassel lebten, ist unbekannt. Ihr Vater Julius Mecca verdiente den Familienunterhalt als Kaufmann. Er unterhielt mehrere Firmen, verteilt über die Stadt. Caroline wurde 1875 in Kassel geboren. Drei Jahre später kam ihre jüngere Schwester Dora zur Welt. Die Eltern ermöglichten ihren beiden Kindern eine gute Schulbildung an der höheren Töchterschule. Beide Töchter galten als außerordentlich gebildet. Gründung der eigenen Familie Caroline Lina heiratete am 8. Mai 1895 den Hamburger Jakob Lewandowski. Er betrieb eine Wollwäscherei am Rande von Kassel. Das Paar bekam vier Kinder. Herbert kam 1896 zur Welt, die Tochter Irma 1903 und 1911 folgten die Zwillinge Hans Wolfgang und Paul Walter. Die Familie zog 1911 in eine größere Wohnung in die Hohenzollernstraße 78, die heutige Friedrich-Ebert-Straße. Caroline Lewandowski war es wichtig, dass ihre Kinder auch die christlichen Traditionen kennenlernten, so schmückte jedes Jahr zu Weihnachten ein Christbaum ihre Wohnung. 1915 war für Caroline Lina mit zwei Todesfällen ein schweres Jahr. Erst starb ihre 12-jährige Tochter Irma und wenige Wochen später Carolines Vater Julius Mecca. Sohn Herbert Der älteste Sohn Herbert legte sein Abitur in Kassel ab.Bereits 1914 wurde er zum Militär eingezogen und nahm am Ersten Weltkrieg teil. Da war er 18 Jahre alt. Seine Teilnahme war nicht freiwillig, sein Vater hatte ihn dahingehend beeinflusst. Sein Bruder erinnerte sich in einem späteren Interview an die Argumente seiner Eltern, die nachträglich geradezu blauäugig klingen: „You are a German. This country gives us a good living. We can live here, and you go to the army …“. 1917 kam Herbert zur Filmabteilung des deutschen Heeres in Budapest, wo er auch seine ersten Lieder und Novellen verfasste und für Zeitungen schrieb. Nach Kriegsende begann er sein Studium der Germanistik in Berlin. Nebenbei arbeitete er für Filmzeitschriften als Redakteur und Kritiker. Sein Studium beendete er 1923 in Bonn, wo er mit einer Dissertation über Lyrik promovierte. Noch im selben Jahr emigrierte er in die Niederlande. 1924 heiratete Herbert in Utrecht seine aus Berlin stammende Frau Marta Berkowski. Sie war Christin. Die beiden bekamen zwei Kinder. Herbert verdiente den Lebensunterhalt mit Buch- und Briefmarkenhandel und durch die Einnahmen aus dem Berliner Pfeil-Verlag, den er schon während seines Studiums 1922 erworben hatte. 1933 erhielt er ein Publikationsverbot für Deutschlande. Viele seiner Bücher fielen 1933 der Bücherverbrennung zum Opfer. 1934 besuchte Herbert das letzte Mal seine Eltern in seiner Heimatstadt Kassel. Später erinnerte er sich, wie er seinen Vater auf dem zentral gelegenen Königsplatz davon abhielt, wütend auf eine Gruppe Hitlerjugend loszugehen, die lauthals antisemitische Lieder sang. Ein Jahr später besuchten ihn die Eltern in Utrecht, dort sah er seinen schwerkranken Vater das letzte Mal: „Er reichte mir vom Fenster aus noch einmal die Hand, zog dann das Fenster herauf und verschwand. Und ich stand auf dem Bahnsteig und sagte mir stumm: ‚Dieser Mann war mein Vater, mein innig geliebter Vater – er geht von mir fort, um allein, einsam zu sterben – und ich stehe hier tatenlos – und lasse den gehen, den mir niemals ein anderer Mensch ersetzen wird.‘ Noch heute wird es mir kalt und heiß, wenn ich an diesen Abschied im Oktober 1935 in Utrecht denke … “ Wenige Monate später verstarb Jakob Lewandowski in Kassel. Der Pfeil-Verlag wurde 1935 beschlagnahmt. 1937 emigrierte die Familie nach Frankreich und wurde bei Kriegsbeginn 1939 vorübergehend von den Franzosen interniert. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs wurde Herbert Lewandowski erneut interniert, entkam aber in die Schweiz, wo er von 1942 bis 1945 in schweizerischen Internierungslagern leben musste. Nach dem Krieg entschied er sich mit seiner Familie in der Schweiz zu bleiben. Schwester Dora Mosberg Caroline Linas Schwester Dora war mit dem Kaufmann Theodor Mosberg verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. Dora arbeitete als Prokuristin im Geschäft ihres Mannes. 1929 verstarb ihr Ehemann. 1936 verstarb auch der Ehemann von Caroline-Lina. Sie und ihre Schwester waren nun Witwen und bezogen zusammen eine Wohnung in der Kasseler Hardenbergstraße 6. Unter dem Druck der zunehmenden Repressionen gegen die jüdische Bevölkerung flüchtete Caroline Lina Lewandowski im April 1939 in die Niederlande, wo seit 1935 bereits ihr Sohn Hans als Fotograf in Enschede lebte. Ihre Schwester Dora konnte sich wohl nicht für eine Flucht entscheiden. Sie hielt sich nun für kurze Zeit in Freiburg auf, von wo aus sie nach wenigen Wochen wieder nach Kassel zurückkehrte. Am 9. Dezember 1941 musste sie mit über 1000 anderen jüdischen Menschen am Kassler Hauptbahnhof einen Deportationszug „in den Osten“ besteigen. Der Zug `DA 26´ hatte das Ziel Riga. Dora Mosberg überlebte nicht. Ihr erhebliches Vermögen aus dem Erbe ihres Mannes und ihres Vaters wurde vom NS-Staat eingezogen. Von Kassel aus gab es zwischen Dezember 1941 und September 1942 drei große Deportationen von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern. Insgesamt wurden 2380 Menschen aus dem Regierungsbezirk Kassel in nationalsozialistische Mordstätten gebracht. Sohn Paul Walter Der Sohn Paul Walter Lewandowski arbeitete 1933 in Koblenz als Kaufmann. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten verlor er seine Arbeit und emigrierte im selben Jahr nach Amsterdam in die Niederlande. Er heiratete dort 1935 die aus Wiesbaden stammende Edith Rosenthal. Dem Paar gelang 1937 mit dem Schiff RMS Ausonia rechtzeitig die Emigration in die USA. Deportation des Sohnes Hans Wolfgang Sohn Hans war 1935 in die Niederlande geflüchtet. Er wurde 1942 verhaftet und musste am 19. Oktober 1942 mit 1326 jüdischen Menschen im polizeilichen Durchgangslager Westerbork einen Deportationszug besteigen. Das Ziel des Zuges war das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im von den Nazis besetzten Polen. Nach zwei Tagen erreichte der Zug sein Ziel. Im Kalendarium von Auschwitz-Birkenau heißt es zu diesem Transport „… Mit einem Transport des RSHA aus Holland sind 1237 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus dem Lager Westerbork eingetroffen. Nach der Selektion werden 497 Männer, die die Nummern 69212 bis 69708 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 830 Deportierten werden in den Gaskammern getötet.“ Hans Lewandowski war einer dieser zur Arbeit Ausselektierten und wurde im sogenannten Stammlager Auschwitz untergebracht. Er erhielt die Häftlingsnummer 69448. Die Inhaftierung in Auschwitz überlebte er keine zwei Monate. In den Sterbebüchern von Auschwitz ist sein Tod mit dem 1. Dezember 1942 angegeben. Deportation nach Sobibor Caroline Lewandowski hatte in Enschede zusammen mit ihrem Sohn Hans Wolfgang in der Dahliastraat 51 gewohnt. Sie wurde1943 verhaftet und ins polizeiliche Durchgangslager nach Westerbork gebracht. Lina Lewandowski musste sieben Monate nach ihrem Sohn am 11. Mai 1943 einen Viehwaggon besteigen. Es war der 11. Transport, der das Lager Westerbork in Richtung der deutschen Mordstätte Sobibor im heutigen Ostpolen verließ. Mit weiteren 1445 jüdischen Männern, Kindern und Frauen erreichte sie drei Tage später Sobibor. Caroline Lewandowski wurde unmittelbar nach ihrer Ankunft in Sobibor in der Gaskammer ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Website Museum Auschwitz-Birkenau Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Website Jewish Museum Oregon - Transkript Interviel Paul Walters Website des Vereins Kassel West Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz – Birkenau 1939 – 1945, 1989
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Sie möchten einen Gedenkstein stiften? An die einzelen Menschen erinnern In der Mordstätte Sobibor wurden in den Jahre 1942 bis 1943 180.000 Jüdinnen und Juden von den deutschen Nationalsozialisten getötet. Im Jahr 2003 wurde auf dem Areal der Gedenkstätte und Gelände des ehemaligen Lagers, die Gedenkallee eröffnet. Ein Baum und davor jeweils ein Gedenkstein erinnerten in dieser Allee an einen in Sobibór ermordeten Menschen. Jahr für Jahr kamen neue Bäumchen und Steine dazu. Insgesamt fanden über 300 Gedenksteine in der Allee ihren Platz. Eine bedruckte Plakette auf jedem Gedenkstein gab mit Namen und Geburtsort Auskunft darüber, wem dieser gewidmet war. Ein Teil der Opfer wurde so der Anonymität entrissen. Im Mittelpunkt standen damit einzelne Menschen, nicht eine unvorstellbare große namenlose Opferzahl. Die Neugestaltung der Gedenkstätte Ab 2017 wurde die Gedenkstätte Sobibór neugestaltet, davon war auch die Gedenkallee betroffen. Für die Zeit des Umbaus gibt es ein Moratorium für das Aufstellen von neuen Gedenksteinen, das vom Staatlichen Museum Majdanek verfügt wurde, dem die Gedenkstätte Sobibor untergeordnet ist. Lange Zeit blieb unklar, ob die Gedenkallee Teil der neugestalteten Gedenkortes bleiben wird. Nach Jahren des Wartens und des Stillstands wurde schließlich eine Entscheidung getroffen: Die Gedenkallee – mit ihren Bäumen und Steinen – wird aufgelöst, die Gedenksteine bleiben allerdings erhalten und werden an einem neuen Standort innerhalb des Gedenkortes niedergelegt. Und es können nach Abschluss des Umbaus der Gedenkstätte wieder neue Gedenksteine dazu gelegt werden. Die Umgestaltung ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Während des Moratoriums wurden von Menschen in den Niederlanden 70 Gedenksteine gestiftet, in Deutschland 52. Für 33 polnische in Sobibór ermordete Jüdinnen und Juden, wurden Patenschaften für Gedenksteine übernommen. Nun warten insgesamt 155 neue Gedenksteine darauf, in Sobibór niedergelegt zu werden. Noch ist unklar, ab wann das möglich ist. Wenn Sie Interesse haben, für eine Frau, einen Mann, ein Kind oder eine Familie einen Gedenkstein zu stiften, gibt es zwei Möglichkeiten. Sie stiften jetzt einen Stein, ohne dass wir angeben können, wann er aufgestellt werden kann oder Sie signalisieren Ihr Interesse und wir informieren Sie zeitnah darüber, wenn wieder Steine niedergelegt werden können. Schreiben Sie an: Annett Gerhardt, gerhardt@bildungswerk-ks.de Für diese Jüdinnen und Juden wurde bereits ein Gedenkstein gestiftet. Dieser wird zum nächstmöglichen Termin in Sobibór niedergelegt. Bereits gestiftete Gedenksteine
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< zurück vorherige Alma Rosenthal geboren am 15. März 1895 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland ermordet am 11. Juni 1943 in der Mordstätte Sobibor Familie Vater: David Rosenthal geboren am: 12. Juli 1854 in Neuenhaus, Niedersachsen, Deutschland gestorben am 4.12.1931 in Bielefeld, Nordrhein-Westfalen, Deutschland Mutter: Elka Rosenthal, geborene Werthan geboren am 1. März 1852 in Rotenburg an der Fulda, Hessen, Deutschland gestorben 1932 in Bielefeld, Nordrhein-Westfalen, Deutschland Schwester: Hulda Rosenthal geboren am 24. Juli 1880 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland verstorben 14. August 1887 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland Bruder: Siegfried Rosenthal geboren am 5. November 1881 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland verstorben am 11. Juli 1918 an Kriegsverletzungen aus dem 1. Weltkrieg Schwester: Dina Zilversmit, geborene Rosenthal geboren am 10. Mai 1883 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland ermordet am 19. Februar 1943 in der deutschen Mordstätte Auschwitz-Birkenau Bruder: Karl Rosenthal geboren am 16. Juli 1885 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland emigrierte 1939 über England in die USA verstorben 1952 in Wilmington, USA Schwester: Rosalie Rosa Rosenthal geboren am 15. November 1886 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland ermordet am 14. Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Bruder: Hugo Rosenthal geboren am 14. Dezember 1887 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland emigriert 1938 nach Israel verstorben 6. Dezember 1989 in Israel Bruder: Georg Rosenthal geboren am 21. August 1889 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland gefallen 1916 im Ersten Weltkrieg Bruder: Leopold Rosenthal geboren am 21. August 1889 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland emigrierte 1939 in die USA verstorben 1960 in Los Angeles, USA Schwester: Grete Rosenthal, Rufname Gretchen geboren am 24. Juli 1891 in Lage, Nordrhein-Westfalen, Deutschland überlebte in einem Versteck in den Niederlanden verstorben 1955 in den Niederlanden Schwager:Zilversmit, David geboren am 11. Dezember 1888 in Losser, Overijssel, Niederlande ermordet am 19. Februar 1943 in der Mordstätte Auschwitz-Birkenau Lebensdaten 1895 Geburt ihrer acht Geschwister 189x Umzug nach Herford 189x Aufenthalt des Vaters in den USA 1997 Umzug der Familie zurück nach Lage 189x Rückkehr des Vaters aus den USA 1898 Umzug der Familie nach Bielefeld 191x Ausbildung zur Stenotypistin ab 1914 fünf Brüder sind Kriegsteilnehmer im Ersten Weltkrieg 1916 Tod von Bruder Georg im Ersten Weltkrieg 1918 Tod des Bruders Siegfried an Spätfolgen der Kriegsteilnahme 1931/32 Tod der Eltern 1938 Flucht der Schwester Dina in die Niederlande 1938 Inhaftierung des Bruders Leopold im Konzentrationslager Buchenwald 1938 Inhaftierung des Bruders Karl im Konzentrationslager Sachsenhausen 1939 Flucht in die Niederlande zusammen mit Schwester Rosalie 1939 Flucht des Bruders Leopold in die USA 1939 Flucht des Bruders Karl nach Großbritannien 1939 Flucht des Bruders Hugo mit seiner Familie nach Israel 1939 Flucht der Schwester Grete in die Niederlande 1942 Inhaftierung der Schwester Dina und des Schwagers David in Westerbork 1943 Verhaftung und Verschleppung zusammen mit Schwester Rosalie nach s’Hertogenbosch 1943 Verschleppung und Ermordung ihrer Schwester Dina und des Schwagers David in der Mordstätte Auschwitz-Birkenau 1943 Verschleppung von Alma und Rosalie nach Westerbork 1943 Verschleppung und Ermordung in Sobibor 1943 Verschleppung und Ermordung der Schwester Alma in Sobibor nächste Rosa Rosenthal, Almas Schwester Biografie Alma Rosenthal wurde in Lage in Westfalen als jüngstes von neun Kindern von Elka und David Rosenthal geboren. Sie waren vier Mädchen und fünf Jungen. Die ersten Lebensjahre verbrachte sie mit der Familie im Haus in der Heidenschen Straße in der kleinen westfälischen Stadt Lage. Am Haus gab es einen großen Garten und es gab auch eine kleine Landwirtschaft. Vater David verdiente den Lebensunterhalt als Textilhändler, die Mutter versorgte die riesige Familie. Der Vater war gut in das gesellschaftliche Leben des Ortes integriert. Er war Mitglied in verschiedenen Vereinen, unter anderem dem örtlichen Schützenverein und dem Männer-Gesangsverein. Die Liebe zur Musik verband die Familie und spielte im Alltag eine große Rolle, es wurde viel gesungen und musiziert. Kurz nach der Geburt der jüngsten Tochter Alma zog die Familie nach Herford um, wo die Familie nun in einer Stadtwohnung lebte. Der Vater ging Ende des 19. Jahrhunderts in die USA, die Gründe hierfür sind nicht bekannt. Mit seinem Weggang brach das Einkommen der Familie weg. Mutter Elka kehrte mit ihren Kindern zurück nach Lage, ins Armenhaus. Die schwierige Situation der Familie verschärfte sich noch durch Krankheit. Mutter Elka und einige der Kinder erkrankten an Typhus. Im darauffolgenden Jahr kehrte der Vater aus den USA zurück und die Familie zog in eine Wohnung in Bielefeld. Der Vater ging verschiedenen Gelegenheitsarbeiten nach und erzielte nur ein spärliches Einkommen. Rosalie und Hugo verdienten für die Familie etwas Geld mit Heimarbeit, der sie nach der Schule nachgingen. Trotz des geringen Einkommens der großen Familie machten alle Kinder eine gute Ausbildung. Drei Brüder besuchten das jüdische Lehrerseminar in Münster. Karl Rosenthal studierte in Münster, Berlin und Köln und wurde später Rabbiner in Dortmund und Berlin. Alma, die Jüngste, ließ sich zur Stenotypistin ausbilden. Nachdem Rosalie ihre Schulausbildung abgeschlossen hatte, machte sie eine Ausbildung zur Schneiderin in Celle. Dina Rosenthal machte eine Ausbildung als Verkäuferin und fand eine gute Anstellung, mit der sie die Familie finanziell unterstützen konnte. Grete erlernte den Beruf der Buchhalterin und war in verschiedenen Firmen tätig. Alle fünf Söhne waren Weltkriegsteilnehmer. 1916 fiel der Bruder Georg im Krieg im Beisein des Bruders Hugo. Der Bruder Siegfried verstarb kurz nach dem Krieg an seinen Kriegsverletzungen. Anfang der dreißiger Jahre verstarben die Eltern, beide weit über 70 Jahre alt, in Bielefeld. Flucht ins Ausland In den 30er Jahren floh die gesamte Familie ins Ausland. Vier Töchter der Familie gingen in die Niederlande. Alma und Rosalie, beide über vierzig Jahre alt, emigrierten wenige Monate nach der Reichspogromnacht 1938 nach Enschede in die Niederlande. Dort wohnte bereits ihre ältere Schwester Dina mit ihrer Familie. Vermutlich floh die Schwester Gretchen 1939 in die Niederlande. Drei Brüder aus der Familie setzten sich ebenfalls ins Ausland ab, sie flohen in die USA, nach Großbritannien und nach Israel. Die mit der Flucht in die Niederlande erhoffte Sicherheit vor den Nationalsozialisten dauerte nur kurze Zeit. Im Mai 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht die Niederlande. Die nationalsozialistischen Besetzer führten innerhalb kurzer Zeit auch hier antijüdischen Gesetze ein und setzten sie sukzessive um. Verhaftung und Deportation nach Sobibor Anfang Mai 1943 wurden Alma und Rosalie verhaftet und in das deutsche Konzentrationslager s´Hertogenbusch verschleppt. Schwester Rosalie wurde am 8. Mai in das Polizeiliche Durchgangslager Westerbork gebracht, Alma einen Monat später, am 7. Juni 1943. Die Schwester Dina Rosenthal heiratete in Witten David Zilversmit, der 1888 in den Niederlanden geboren wurde. Zuerst lebte das Paar in Castrop-Rauxel. 1937 entschlossen sie sich, in die Niederlande zu emigrieren. Sie bewohnten ebenfalls eine Wohnung in Enschede. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Juden und Jüdinnen in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. Am Montag, dem 11. Mai 1943, musste ihre Schwester Rosalie einen Viehwaggons besteigen, der von Westerbork in das deutsche Mordlager Sobibor im heutigen Ostpolen fuhr. Nach der dreitägigen Fahrt erreichte der Zug Sobibor. Rosalie wurde direkt nach ihrer Ankunft im Lager ermordet. Vier Wochen später, am 8. Juni 1943, ereilte Alma dasselbe Schicksal. Auch sie wurde in einer dreitägigen Fahrt in einem Viehwaggon in die Mordstätte Sobibor deportiert und unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet. Die Geschwister Dina und David Zilversmit wurden im Oktober 1942 verhaftet und im polizeilichen Durchgangslager in Westerbork interniert. Fünf Monate später, am 16. Februar 1943, wurden sie in das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zusammen mit weiteren 1108 Jüdinnen und Juden verschleppt, von denen 200 Männer und 61 Frauen zur Arbeit ins Lager aufgenommen wurden. Sie und alle anderen Deportierten wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet. Grete Rosenthal blieb ledig und arbeitete bis 1933 als Buchhalterin in verschiedenen Firmen. Nach 1933 fand sie nur noch Anstellung in jüdischen Haushalten. 1939 emigrierte sie in die Niederlande zu ihrer Schwester Dina. Sie versuchte in die USA auszuwandern. Ihre Bemühungen zu emigrieren waren jedoch vergebens. Eine gute Freundin, die Bibliothekarin Hendrika Hondius, versteckte Grete bis zur Befreiung, als einziges weibliches Kind der Großfamilie überlebte sie die Zeit der Verfolgung. Sie starb 1955 in Enschede. Karl Rosenthal wurde Rabbi in der jüdischen Gemeinde in Dortmund, wo er auch seine spätere Ehefrau Gertrude Schuster kennenlernte. Kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges heirateten sie. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Ab 1924 war Rosenthal Rabbiner der Jüdischen Reformgemeinde in Berlin und Vorsitzender mehrerer "B’nai Brith-Logen", sowie des Central-Vereins Deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens und Mitglied im Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten. Im Zuge der Novemberpogrome 1938 wurde Karl Rosenthal verhaftet und im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Nach drei Monaten wurde er mit der Auflage Deutschland sofort zu verlassen, aus der Haft entlassen und flüchtete nach Oxford in Großbritannien. Die Familie von Karl Rosenthal lebte nach Kriegsende in den USA. Karl Rosenthal war Rabbiner u.a. in Wilmington, North Carolina, wo er 1952 starb. Leopold Rosenthal heiratete 1920 Meta Stern. Sie wohnten mit ihren beiden Söhnen in Montabaur in Rheinland-Pfalz, Deutschland. Von Beruf war er Schuhmacher. Während der Reichspogromnacht im November 1938 wurde er verhaftet und musste mehrere Wochen im Konzentrationslager Buchenwald verbringen. Unter der Auflage auszuwandern wurde er entlassen. Die Familie emigrierte im Mai 1939 in die USA und zog nach Los Angeles. Leopold starb 1950. Hugo Rosenthal wurde am jüdischen Lehrerseminar in Münster zum Lehrer ausgebildet. Er unterrichtete bis 1910 an einer einklassigen jüdischen Volksschule in Gütersloh. Dort erfuhr er erste offene antijüdischen Anfeindungen. Im Fronteinsatz des 1. Weltkriegs starb sein jüngerer Bruder Georg direkt neben ihm. Nach Kriegsende wendete er sich dem Zionismus zu. Hugo Rosenthal heiratete Betty Goldschmidt, sie war ausgebildete Konzertpianistin. Aus ihrer Ehe gingen drei Kindern hervor. Von 1920 bis 1924 wohnte die Familie in Wolfenbüttel. Hugo war in dieser Zeit in der Arbeit der zionistischen Jugendbewegung aktiv. 1925 wanderte die Familie nach Palästina aus. Das Paar arbeitete dort an einer Schule in Haifa. 1929 kamen sie aufgrund wirtschaftlicher Probleme zurück nach Deutschland und wohnten in Berlin. Hugo unterrichtete in Berlin in einer jüdischen Schule und publizierte wissenschaftliche Veröffentlichungen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten übernahm er die Leitung des jüdischen Landschulheims in Herrlingen in Süddeutschland. Die Schule wurde im März 1939 geschlossen und die Familie wanderte endgültig nach Palästina aus. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Rosenthal, Hugo (Jashuvi, Josef), Lebenserinnerungen, hg. von Prüter-Müller, Micheline und Schmidt, Peter Wilhelm A., 2000









