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  • Biografien-o-z (List) | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück Biografien o - z o p q r s t u v w Next Next Next Next Rosi Hanna Ochs Next 26. Juni 1929 Herleshausen - D 7. Mai 1943 Sobibor Albert Pappenheim Next 21. Juni 1870 Eschwege - D 23. Juli 1943 Sobibor Selma Pardis Next 24. April 1880 Hannover - D 17. Juni 1942 Sobibor Walter Poppert Next 26. März 1914 Dortmund - D nach dem 13. Oktober 1943 Sobibor Gertrud `Trude´ Poppert, geborene Schönborn Next 29. Juni 1914 Dortmund - D nach dem 13. Oktober 1943 Sobibor Rosa Rosenstock Next 1. April 1882 Volkmarsen - D 3. Juni 1942 Sobibor Alma Rosenthal Next 15. März 1895 Lage - D 11. Juni 1943 Sobibor Rosalie Rosa Rosenthal Next 15. November 1886 Lage - D 14. Mai 1943 Sobibor Hermine Rothschild, geborene Katz Next 4. August 1877 Korbach - D 3. Juni 1942 Sobibor Paula Schwarzenberger, geborene Weisner Next 27. Mai 1879 Kassel - D 3. Juni 1942 Sobibor Yvonne Seelenfreund Next 22. November 1936 Leipzig - D 23. Juli 1943 Sobibor Heinrich Peter Selowsky Next 8. Oktober 1925 Dresden - D 13. März 1943 Sobibor Karin Friedel Selowsky Next 1. August 1931 Delft - NL 13. März 1943 Sobibor Oskar Selowsky Next 19. Dezember 1891 Dresden - D 13. März 1943 Sobibor Eleonora Selowsky, geborene Eichenberg Next 1. April 1902 Düsseldorf - D 13. März 1943 Sobibor Werner Simon Next 7. Februar 1920 Bodenfelde - D 7. Mai 1943 Sobibor Anna Spanjer, geborene Cossmann Next 9. Mai 1904 Bielefeld - D 30. April 1943 Sobibor Flora Speier, geborene Abt Next 23. Oktober 1873 Melsungen - D 21. Mai 1943 Sobibor 'Leni' Magdalena Valk Next 28. September 1933 Goch - D 21. Mai 1943 Sobibor Erna Verständig Next 16. August 1924 Kassel - D 16. Juli 1943 Sobibor Samuel Weksler Next 6. Oktober 1940 Stary Święciany - LT September 1943 Sobibor Batia Wekslera, geborene Wojkunska Next 10. April 1908 Stary Święciany - LT September 1943 Sobibor o p q r s t u v w

  • Pappenheim | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Albert Pappenheim geboren am 21. Juni 1870 in Eschwege, Hessen, Deutschland ermordet am 23. Juli 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Familie Ehefrau Dorothea Pappenheim, geborene Klein geboren am 22. Oktober 1875 in Sobernheim, Rheinland-Pfalz, Deutschland ermordet am 23. Juli 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Sohn Helmuth-Louis Pappenheim geboren am 5. März 1901 in Trier, Rheinland-Pfalz, Deutschland verstorben am‎3. April 1983 in Amstelveen, Niederlande Schwiegertochter Else Pappenheim, geb. Joachimstal geboren am 5. Oktober 1901 in Amsterdam, Niederlande verstorben am28. Mai 1984 in Amstelveen, Niederlande Sohn Carl-Heinz Pappenheim geboren am 1. Mai 1913 in Trier, Rheinland-Pfalz, Deutschland verstorben 2003 in Haarlem, Niederlande Bruder Leopold Pappenheim geboren am 12. Juni 1864 in Eschwege, Hessen, Deutschland verstorben 1933 in Davos, Schweiz Lebensdaten 1870 Geburt 1871 Tod der Mutter 1973 erneute Heirat des Vaters 1889 Tod des Vaters in Frankfurt am Main 1892 Umzug nach Paris und später nach Trier 1896 Gründung eines Bankhauses 1900 Heirat mit Dorothea Klein in Neustadt 1901 Geburt des Sohnes Helmuth-Louis 1913 Geburt des Sohnes Carl-Heinz 1925 Auswanderung des Sohnes Helmut-Louis in die Niederlande 1930 Hochzeit des Sohnes Helmuth-Louis in Amsterdam 1933 Flucht des Sohnes Carl-Heinz in die Niederlande 1933 Tod seines Bruders Leopold in der Schweiz 1934 Tod der Stiefmutter Emma Pappenheim 1939 Emigration nach Amsterdam 1940 Sohn Carl-Heinz taucht in den Niederlanden unter 1943 Verhaftung und Internierung in Westerbork 1943 Verschleppung und Ermordung in Sobibor zusammen mit der Ehefrau nächste Dorothea und Albert Pappenheim Dorothea Pappenheim Gedenkstein für Albert und Dorothea Pappenheim Biografie Albert Pappenheim wurde1870 als Sohn von Lazarus und Betty Pappenheim in Eschwege geboren. Ein halbes Jahr nach Alberts Geburt starb seine Mutter. Er hatte vier ältere Geschwister, drei von ihnen verstarben bereits im Kleinkindalter. Sein älterer Bruder Leopold wanderte in die Schweiz aus, wo er 1933 verstarb. Sein Vater heiratete zwei Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau, Emma Pappenheim. Aus dieser Ehe stammten Alberts vier Halbgeschwister. Der Vater Lazarus Pappenheim war Tabakhändler in Eschwege und verdiente damit den Lebensunterhalt für die Familie. Eschwege gehörte zu den ältesten jüdischen Ansiedlungen, bereits im Mittelalter wohnten Jüdinnen und Juden in der Stadt. Zusammen mit der neuen Synagoge wurde 1839 auch das neue Schulgebäude der jüdischen Schule in der Schulstraße 3 eingerichtet. Als Albert geboren wurde, lebten in der Stadt rund 500 Jüdinnen und Juden, was etwa sechs Prozent der Bevölkerung der Stadt ausmachte. Nach dem Krieg diente das Schulgebäude als Sitz der jüdischen Displaced-Persons-Gemeinde, die sich 1952 wieder auflöste, als die meisten Jüdinnen und Juden Deutschland verlassen hatten. Nach seinem Gymnasialabschluss und seiner Ausbildung meldete sich Albert 1892 von Eschwege ab und verzog erst nach Paris und später nach Trier. 1900 heiratete Albert Pappenheim in Neustadt Dorothea Klein aus Sobernheim. Aus der Ehe gingen die Söhne Helmuth-Louis, geboren 1901, und Carl-Heinz, geboren 1913, hervor. Beide wurden in Trier geboren. Albert Pappenheim gründete 1896 zusammen mit Felix Kaufmann in Trier ein neues Bankhaus. Albert Pappenheim sorgte dafür, dass das Bankhaus von der Darmstädter Bank übernommen wurde, er blieb Geschäftsführer. Albert engagierte sich in einem jüdischen Wohltätigkeitsverein in Trier. Religiöses Leben spielte in der Familie allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Nur an wichtigen Feiertagen besuchte man die Synagoge. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, wurden Juden aus führenden Positionen verdrängt. Albert Pappenheim verlor seine Anstellung bei der Bank. Nach 1938 Nach der Reichspogromnacht im November 1938 mussten Albert und Dorothea ihr Haus verlassen. Ihre Einrichtungsgegenstände durften sie nicht mitnehmen. Albert verlor nach einer schweren Entzündung im Fuß ein Bein und trug eine Prothese. Im Januar 1939, zwei Monate nach der Pogromnacht, emigrierten Albert und Dorothea Pappenheim in die Niederlande. Sie wohnten in Amsterdam im Willemsparkweg, unweit der Wohnung ihres Sohnes Helmuth-Louis und ihrer Schwiegertochter Else. Ihr Sohn war bereits 1925 nach Amsterdam ausgewandert und arbeitete als Bankier. Auch ihr jüngster Sohn Carl-Heinz wohnte schon seit 1933 in Amsterdam. Die Sicherheit, in der sie sich in den Niederlanden wähnten, hielt nicht lange an. Im Mai 1940 überfiel die deutsche Wehrmacht die Niederlande und führte sukzessive auch dort die antijüdischen Gesetze ein. Alberts Sohn Carl-Heinz gilt in den Archiven von 1940 bis 1945 als „unbekannt verzogen“, erst im Dezember 1946 ist er wieder in Amsterdam gemeldet. Ob er während dieser Zeit mit falschen Papieren lebte oder die Niederlande verließ, ist nicht nachvollziehbar. Sohn Helmuth-Louis arbeitete 1942 für den Jüdischen Rat Amsterdam als Referent im Polizeilichen Durchgangslager Westerbork. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Juden und Jüdinnen in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. 65 Deportationszüge fuhren zwischen 1942 und 1944 in die Mordstätte Auschwitz – Birkenau. Trotz seiner Stellung im Lager gelang es ihm nicht, seine Eltern Albert und Dorothea Pappenheim vor der Deportation zu bewahren. Deportation nach Sobibor Albert und Dorothea Pappenheim wurden Anfang Juli 1943 in das Polizeiliche Durchgangslager Westerbork verschleppt. Wenige Tage später, am 20. Juli, mussten sie in Westerbork in einen der Viehwaggons steigen. Der Zug mit weiteren 2207 Jüdinnen und Juden erreichte nach drei Tagen das deutsche Mordlager Sobibor im heutigen Ostpolen. Albert Pappenheim und seine Frau Dorothea wurden direkt nach ihrer Ankunft in Sobibor ermordet. Die Söhne Sohn Helmuth-Louis und seine Ehefrau Else gelang es die Zeit der Verfolgung zu überleben. Sie blieben in den Niederlanden wohnen. Allerdings wurden Elses Eltern Louise und Abraham Emanuel Joachimsthal am 28. Mai 1943 ebenfalls in Sobibor ermordet. Carl-Heinz Pappenheim, Alberts jüngster Sohn, heiratete nach dem Krieg in Amsterdam Gabrielle van Perlstein. Carl-Heinz Pappenheim verstarb 2003 in Haarlem in den Niederlanden. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Alemannia Judaica Website Jüdisches-Kulturquartier Amsterdam Website "Judenhäuser" in Wiesbaden

  • Neu, geborene Bauer | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Therese Bauer geboren am 21. Juni 1876 in Ermreuth, Bayern, Deutschland ermordet am 28.Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Ehemann Neu, Ludwig geboren am 27. November 1865 in Fürth, Bayern, Deutschland ermordet am 28.Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Sohn Kurt Max Neu geboren am 19. Oktober 1899 in Nürnberg, Bayern, Deutschland gestorben am Juni 1882 in New York, USA Schwiegertochter Ruth Anna Warburg geboren am 22. März 1904 in Hamburg, Deutschland gestorben am 25. März 1957 in New York, USA Enkelin Rene Eva Neu geboren am 7. Februar 1932 in Berlin, Deutschland gestorben am 15. September 2025 in Californien, USA Schwager Martin Neu geboren am 10. Januar 1862 in Fürth, Bayern, Deutschland ermordet am 20. März 1943 in Sobibor Schwägerin Hermine Hechinger geboren am 11. September 1868 in Fürth, Bayern, Deutschland ermordet am 20. März 1943 in Sobibor Lebensdaten 1872 Geburt des älteren Bruders Josef 1876 Geburt in Ermreuth 1877 Umzug der elterlichen Familie nach Erlangen 1898 Heirat mit Ludwig Neu 1899 Umzug nach Nürnberg 1899 Geburt des Sohnes Kurt Max 1918 Reifeprüfung des Sohnes Kurt Max 1918 Teilnahme von Sohn Kurt Max am 1. Weltkrieg 1930 Hochzeit des Sohnes in Berlin 1932 Geburt von Enkelin Rene 1936 Flucht der Familie des Sohnes in die Niederlande 1938 Flucht in die Niederlande 1941 Flucht der Familie des Sohnes in die USA 1943 Ermordung des Schwagers Martin Neu und seiner Ehefrau Hermine in Sobibor 1943 Verhaftung, Verschleppung und Ermordung in Sobibor nächste letzte bekannte Postkarte von Therese aus Westerbork vom April 1943 letzte bekannte Postkarte von Therese aus Westerbork vom April 1943 Ludwig Neu, Thereses Ehemann Gedenkstein für Therese und Ludwig Neu Biografie Therese Neu wurde 1876 als zweites Kind des Viehhändlers Salomon Bauer (geb. 1842) und seiner Ehefrau Babette in Ermreuth in Oberfranken geboren. Die Familie zog später zusammen mit Sohn Josef (geb.1872) und Tochter Therese nach Erlangen. Dort lernte Therese ihren späteren Ehemann Ludwig Neu aus Fürth kennen. Am 10.Mai 1898 heirateten die beiden. Sie wohnten kurze Zeit in Fürth und zogen 1899 zusammen nach Nürnberg in den Spittlertorgraben 13. Hier kam ihr Sohn Kurt Max am 19. Oktober 1899 zur Welt. In der Nürnberger Höfnerstraße 53 betrieb Ludwig Neu eine Produktionsstätte und einen Großhandel für Buntpapier und Pappen. Sohn Kurt Der Sohn Kurt Max Neu legte 1918 seine Reifeprüfung ab. Daran anschließend nahm er noch für kurze Zeit aktiv am 1. Weltkrieg teil. Nach seinem Studium arbeitete er in gehobener Position in einer der Regierungsbanken in Berlin. Nach 1933 war er Manager eines großen Eisenerzkonzerns. Kurt Max Neu heiratete am 3. Juni 1930 Anna Ruth Warburg in Berlin. Die Tochter des Paares, Eva Renée Elly Neu, erblickte am 7. Februar 1932 in Berlin Charlottenburg das Licht der Welt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde Kurt Max aus seiner Position bei der Bank entlassen. Er floh mit seiner Familie im Sommer 1936 in die Niederlande nach Den Haag. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande im Mai 1940 versuchten sie mit ihrer Tochter ein weiteres Mal ins sichere Ausland zu entkommen. Über Lissabon konnten sie mit dem Schiff „Carvalho Araujo“ im Frühjahr 1941 in die USA entkommen. Flucht in die Niederlande Therese und Ludwig Neu blieben vorerst in Nürnberg wohnen. Kurz nach der Pogromnacht 1938 beschloss das nun schon ältere Ehepaar ebenfalls in die Niederlande zu emigrieren. Sie wohnten in Bussum, einer kleinen Stadt im Südosten von Amsterdam. Während ihrer Zeit in den Niederlanden schrieb Therese oft Briefe an ihre Enkelin Renée, die zu dieser Zeit in Den Haag wohnte. In dieser Zeit lebten bis zu 50.000 deutsche Jüdinnen und Juden in den Niederlanden, sie waren seit 1933 legal oder illegal eingewandert. Mit der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht im Mai 1940 verschärfte sich die Situation für Flüchtlinge zusehends. Die Ausgrenzung, Entrechtung, Beraubung und Verfolgung, die die deutschen Juden und Jüdinnen bereits im Deutschen Reich mitgemacht hatten, mussten sie nun ein zweites Mal in den Niederlanden erleben. Für das Jahr 1941 ist der Wohnsitz der Familie Neu mit Lepenlaan 37 in Bussum angegeben, ihre letzte Meldeadresse ist in Amsterdam die Rompotstraat 3. Vermutlich zu Beginn des Jahres 1943 wurden Therese und Ludwig Neu verhaftet und nach Westerbork gebracht. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Juden und Jüdinnen in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. Bereits am 20. März 1943 wurde ihr Schwager Martin Neu (geb. 10.1.1862) und dessen Ehefrau Hermine – beide hatten bei ihnen in der Rompotstraat in Amsterdam gewohnt – nach Sobibor deportiert und dort ermordet. Letztes Lebenszeichen aus Westerbork Thereses letztes Lebenszeichen ist eine Karte, die sie mit dem Absender „Baracke 55 Westerbork“ am 16. April 1943 an die Schwester ihrer Schwiegertochter Ruth verschickte. In dieser Karte bedankte sie sich für die Lebensmittel, die sie von ihr erhalten hatte. Am 25. Mai 1943 mussten Ludwig und Therese Neu, mit weiteren 2860 jüdischen Kindern, Frauen und Männern, den Deportationszug besteigen. Es war der 13. Transport, der Westerbork in Richtung des deutschen Vernichtungslagers Sobibor im heutigen Polen verließ. Nach einer dreitägigen Fahrt in den Viehwaggons erreichte der Zug am 28. Mai 1943 Sobibor. Die 66-jährige Therese Neu und ihr 77-jähriger Ehemann Ludwig wurden direkt nach ihrer Ankunft ermordet. Keiner der jüdischen Kinder, Frauen und Männer aus diesem Transport überlebte die Zeit des Krieges. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Alemannia Judaica Leo Baeck Institut - Archive Jules Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor – De transportlijsten, Amsterdam 2001

  • Neu | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Ludwig Neu geboren am 27. November 1865 in Fürth, Bayern, Deutschland ermordet am 28. Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Ehefrau Therese Neu, geb. Bauer geboren am 21. Juni 1876 geboren in Ermreuth, Bayern, Deutschland ermordet am 28. Mai 1943 in der Mordstätte Sobibor Sohn Kurt Max Neu geboren am 19. Oktober 1899 in Nürnberg, Bayern, Deutschland gestorben im Juni 1882 in New York, USA Schwiegertochter Ruth Anna Warburg geboren am 22. März 1904 in Hamburg, Deutschland gestorben am 25. März 1957 in New York, USA Enkelin Rene Eva Neu geboren am 7. Februar 1932 in Berlin, Deutschland gestorben am 15. September 2025 in Californien, USA Bruder Martin Neu geboren am 10. Januar 1862 in Fürth, Bayern, Deutschland ermordet am 20. März 1943 in Sobibor Schwägerin Hermine Hechinger geboren am 11. September 1868 in Fürth, Bayern, Deutschland ermordet am 20. März 1943 in Sobibor Lebensdaten 1865 Geburt in Fürth ? Ausbildung zum Drucker 1898 Heirat mit Therese Bauer 1899 Umzug nach Nürnberg 1899 Geburt des Sohnes Kurt Max 1918 Reifeprüfung des Sohnes Kurt Max 1918 Teilnahme von Sohn Kurt Max am 1. Weltkrieg 1930 Hochzeit des Sohnes in Berlin 1932 Geburt von Enkelin Rene 1936 Flucht der Familie des Sohnes in die Niederlande 1938 Flucht in die Niederlande 1941 Flucht der Familie des Sohnes in die USA 1943 Ermordung des Bruders Martin Neu und seiner Ehefrau Hermine in Sobibor 1943 Verhaftung, Verschleppung und Ermordung von Ludwig und Therese Neu in Sobibor nächste letzte bekannte Postkarte von Ludwigs Ehefrau Therese aus Westerbork vom April 1943 letzte bekannte Postkarte von Ludwigs Ehefrau Therese aus Westerbork vom April 1943 Therese Neu, Ludwigs Ehefrau Gedenkstein für Ludwig und Therese Neu Biografie Ludwig Neu war das vierte von insgesamt sieben Kindern von Babette und Max Meier Neu. Die Familie lebte in Fürth in Mittelfranken. Er ist in einer Stadt geboren, die einst als das „fränkische Jerusalem“ galt. In Fürth lebten seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts jüdische Bürgerinnen und Bürger. Die Gemeinde wuchs schnell. Bereits im 17. Jahrhunderts gab es eine Synagoge, ein jüdisches Krankenhaus, einen jüdischen Friedhof und eine Jeschiwa am Ort. Bis zu 400 Studenten wurden in Hochzeiten an der Talmund-Hochschule unterrichtet. Die jüdische Gemeinde trug wesentlich zum wirtschaftlichen, geistigen und kulturellen Leben der Stadt bei. Ende des 19. Jahrhunderts lebten und arbeiteten in Fürth über 3300 jüdische Bürgerinnen und Bürger, die etwa 10 Prozent der Bevölkerung ausmachten. 1933 lebten noch 2000 Jüdinnen und Juden in Fürth, über Tausend von ihnen wurden zu Opfern des Holocaust. Mit 34 Jahren lernte Ludwig Neu die in Ermreuth geborene Therese Bauer kennen und sie heirateten am 10.5.1898. Für kurze Zeit wohnten sie in Fürth und zogen 1899 nach Nürnberg in den Spittlertorgraben 13. Ludwig Neu hatte eine Ausbildung zum Drucker gemacht. In Nürnberg baute er einen Buntpapier- und Pappengroßhandel auf, die Firma Ludwig Neu & Co. mit Sitz in der Höfener Straße 53. Sohn Kurt Sohn Kurt Max kam am 19. Oktober 1899 zur Welt. Er legte 1918 sein Abitur ab und nahm noch für kurze Zeit als Soldat am 1. Weltkrieg teil. Danach studierte er und arbeitete in einer gehobenen Position in einer Regierungsbank in Berlin. Später war er Manager eines großen Eisenerzkonzerns. 1936 floh er mit Frau und Tochter in die Niederlande. 1940, nach der deutschen Besetzung der Niederlande. flüchtete die Familie nach Lissabon, von dort aus in die USA. Flucht in die Niederlande Ludwig und Therese Neu blieben vorerst in Nürnberg. Kurz nach den Anschlägen und Übergriffen gegen die jüdische Bevölkerung in der Pogromnacht im November 1938 beschloss das mittlerweile 73 und 62 Jahre alte Ehepaar, ebenfalls in die Niederlande zu emigrieren. Sie wohnten in Bussum, einer kleinen Stadt im Südosten von Amsterdam. Während ihrer Zeit in den Niederlanden schrieb Therese oft Briefe an ihre Enkelin Renée, die zu dieser Zeit in Den Haag lebte. In den Niederlanden lebten zu diesem Zeitpunkt bis zu 50.000 deutsche Jüdinnen und Juden, sie waren seit 1933 legal oder illegal eingewandert. Mit der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht im Mai 1940 verschärfte sich die Situation der Flüchtlinge zusehends. Die Ausgrenzung, Entrechtung, Beraubung und Verfolgung, die die deutschen Juden und Jüdinnen bereits im Deutschen Reich mitgemacht hatten, mussten sie nun ein zweites Mal in den Niederlanden erleben. Verschleppung Für das Jahr 1941 ist für Ludwig und Therese Neu ihr Wohnsitz mit Lepenlaan 37 in Bussum angegeben. Vermutlich wurden sie zu Beginn des Jahres 1943 verhaftet und nach Westerbork gebracht. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Juden und Jüdinnen in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. Thereses letztes Lebenszeichen ist eine Karte, die sie mit dem Absender „Baracke 55 Westerbork“ am 16. April 1943 an die Schwester ihrer Schwiegertochter Ruth schickte. In dieser Karte bedankte sie sich für die Lebensmittel, die sie von ihr erhalten hatten. Am 25. Mai 1943 wurden Ludwig und Therese Neu, mit weiteren 2860 jüdischen Kindern, Frauen und Männern in einen Zug gepfercht. Es war der 13. Transport, der Westerbork in Richtung des deutschen Vernichtungslagers Sobibor im heutigen Polen verließ. Nach einer dreitägigen Fahrt in den Viehwaggons erreichte der Zug am 28. Mai 1943 das Mordlager. Der 77-jährige Ludwig Neu und seine Frau Therese wurden direkt nach ihrer Ankunft ermordet. Keiner der jüdischen Kinder, Frauen und Männer aus diesem Transport überlebte die Zeit des Krieges. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Alemannia Judaica Leo Baeck Institut - Archive Jules Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor – De transportlijsten, Amsterdam 2001

  • Biografien-l-n (List) | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück Biografien l - n l m n Pierre Salomon Simon Lanzenberg Next 3. Juli 1900 Colmar - F 30. März 1943 Sobibor Louis Leviticus Next 18. Juli 1918 Dordrecht - NL 30. April 1943 Sobibor Beate Hildegard Leviticus-Mansbach Next 4. Februar 1916 Gudensberg - D 30. April 1943 Sobibor `Lina´ Caroline Lewandowski, geborene Mecca Next 2. Februar 1875 Kassel - D 3. Mai 1943 Sobibor Inge Lichtenstein Next 4. Februar 1930 Volkmarsen - D 3. Juni 1942 Sobibor Meinhard Lichtenstein Next 5. Juni 1886 Volkmarsen - D 3. Juni 1942 Sobibor Käthe Lichtenstein, geborene Frankenthal Next 18. März 1892 Altenlotheim - D 3. Juni 1942 Sobibor Ralf Michael Lieberg Next 16. Mai 1933 Kassel - D 3. Juni 1942 Sobibor Wilhelm Lieberg Next 19. Dezember 1893 Kassel - D 8. September 1942 Majdanek Hertha Lieberg, geborene Hirsch Next 26. Oktober 1898 Berlin - D 3. Juni 1942 Sobibor Leopold Louis Mansbach Next 7. Januar 1877 Gudensberg - D 21. Mai 1943 Sobibor Rosa Rosalie Mansbach, geborene Eichengrün Next 18. Februar 1885 Beringhausen - D 21. Mai 1943 Sobibor Isidor Merländer Next 3. Juli 1872 Lüdinghausen - D 9. Juli 1943 Sobibor Berta "Bertl" Meyer Next 21. April 1927 Kassel - D 28. Mai 1943 Sobibor Levi Meyer Next 4. Juli 1890 Grebenau - D 28. Mai 1943 Sobibor Siegbert Meyer Next 3. April 1898 Hamburg - D 22. Juni 1942 Majdanek Berta Meyer, geborene Neuhaus Next 12. September 1898 Kassel - D 3. Juni 1942 Sobibor Sophie Meyer, geborene Stern Next 28. Dezember 1892 Allendorf - D 28. Mai 1943 Sobibor Lieselotte Michel Next 5. Juli 1926 Volkmarsen - D 26. März 1943 Sobibor Erna Rosa Michel, geborene Meyerhoff Next 4. November 1894 Volkmarsen - D 3. Juni 1942 Sobibor Ludwig Neu Next 27. November 1865 Fürth - D 28. Mai 1943 Sobibor Therese Neu, geborene Bauer Next 21. Juni 1876 Ermreuth - D 28. Mai 1943 Sobibor Nathan Nordhäuser Next 9. August 1880 Wüstensachsen - D 30. April 1943 Sobibor l m n

  • Leviticus | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Louis Leviticus geboren am 18. Juli 1918 in Dordrecht, Provinz Südholland, Niederlande ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Familie Ehefrau Beate Hildegard Leviticus-Mansbach geboren am 4. Februar 1916 in Gudensberg, Hessen, Deutschland ermordet am 30. April 1943 in Sobibor Vater Felix Leviticus geboren am 8. April 1879 in Grave, Niederlande ermordet am 24. September 1942 im Konzentrations- und Mordlager Auschwitz-Birkenau Mutter Emma Leviticus, geborene Goldstein geboren am 14. Februar 1883 in Heerlen, Niederlande ermordet am 24. September 1942 im Konzentrations- und Mordlager Auschwitz-Birkenau Bruder Henri Leviticus geboren am 5. Dezember 1912 in Dordrecht, Niederlande ermordet am 31. Januar 1943 im Konzentrations- und Mordlager Auschwitz-Birkenau Schwester Sophia Rosette Cahn, geborene Leviticus geboren am 4. Dezember 1913 in Dordrecht, Niederlande ermordet 11. Dezember 1942 im Konzentrations- und Mordlager Auschwitz-Birkenau Schwester Cato de Vries, geborene Leviticus geboren am 16. März 1915 in Dordrecht, Niederlande verstorben am 29. April 2019 in Melbourne, Australien Schwester Nelly Meijer, geb. Leviticus geboren am 27. Juli 1916 in Dordrecht, Niederlande verstorben am 4. Januar 1979 in Utrecht, Niederlande Bruder Isidor Leviticus geboren am 6. Januar 1920 in Dordrecht, Niederlande verstorben am 24. November 2009 in Israel Lebensdaten 1918 Geburt in Dordrecht, Niederlande ? Ausbildung zum Optiker 1940 Übernahme eines Optikergeschäfts mit Schwester Nelly 1942 Geht mit seiner Freundin Beate Mansbach in den Untergrund 1943 Verrat und Verhaftung 1943 Verschleppung nach Westerbork 1943 Heirat mit Beate Mansbach 1943 Deportation und Ermordung zusammen mit Ehefrau in Sobibor nächste Familie Leviticus mit 4 v.r. Vater Felix, Sohn Harry, Mutter Emma, Tochter Nelly, Sohn Louis und Tochter Sophie Sophie Leviticus, Louis Schwester Beate Leviticus-Mansbach, Louis Ehefrau Stolpersteine in Dordrecht im Spuiboulevard 206 für die Familie Leviticus Gedenkstein für die Familie Mansbach-Leviticus Biografie Louis Leviticus wurde als fünftes von sechs Kindern von Felix und Emma Leviticus in Dordrecht geboren. Sein Vater besaß einen Altstoffhandel für Lumpen, Metall und Papier. Die Familie Leviticus verstand sich als religiös. Einige Familienmitglieder arbeiteten in jüdischen Vereinen mit. Die Söhne der Familie waren im jüdischen Fußballverein Hakadoer aktiv. Louis erlernte den Beruf des Optikers. Seine zwei Jahre ältere Schwester Nelly Leviticus arbeitete in Gorichem im Optikergeschäft North. Dort kümmerte sie sich auch um die drei Kinder der Familie des Optikers. Nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen Nach der Besetzung der Niederlande beging der Besitzer des Optikgeschäfts Selbstmord. Davor hatte er bereits seine ganze Familie getötet. Nelly beschloss, zusammen mit ihrem Bruder Louis das Optikergeschäft in Gorichem zu übernehmen. Wahrscheinlich lernte Louis hier seine spätere Frau Beate Hildegard kennen. Sie war 1933 aus Deutschland emigriert und wohnte unweit des Optikergeschäfts. Im Sommer 1942 begannen die deutschen Besatzer junge Männer und Frauen zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich zu verschleppen. Louis und seine Freundin Beate Hildegard Mansbach beschlossen unterzutauchen. Sie versteckten sich in Hardinxveld-Giessendam. Die beiden wurden verraten und am 10. März 1943 in ihrem Versteck von der Sicherheitspolizei verhaftet. Sie kamen vorübergehend in Arrest in Rotterdam und wurden am 14. April 1943 in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ verbracht. Dort heirateten beide noch am 24. April 1943. Die beiden waren eines von 261 Paaren, die im Lager Westerbork den Bund der Ehe schlossen. Von hier aus wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Menschen in den „Osten“ verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel der deutschen Mordstätte Sobibor. Am 27.April 1943 mussten sie den Deportationszug nach Sobibor besteigen. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. In diesem Transport befanden sich weitere 1202 Menschen, keiner dieser Menschen überlebte. Auch Beate Hildegard und ihr Mann Louis Leviticus wurden vermutlich direkt nach ihrer Ankunft am 30. April 1943 im Mordlager Sobibor ermordet. Seine Familie Drei Geschwister von Louis, Nelly, Cato und Isidor konnten untertauchen und mit Hilfe von Mitbürgern das Kriegende erleben. Seine Eltern und seine Geschwister Henri und Sophia waren bereits 1942 über Westerbork in das deutsche Konzentrations- und Mordlager Auschwitz verschleppt und dort ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Interview: Julius Mansbach - United States Holocaust Memorial Museum Collection, 2.12.1986 in San Francisco Cato de Vries – USC Shoa Foundation, 10.7.1996 in Cheltenham, Australia Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Website Alemannia-Judaica zu Gudensberg Website Stolpersteine Dordrecht

  • Mansbach, geborene Eichengrün | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Rosa Rosalie Mansbach geboren am 18. Februar 1885 in Beringhausen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland ermordet am 21. Mai 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Familie Ehemann: Leopold Louis Mansbach geboren am 18. Juli 1918 in Dordrecht, Niederlande ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Sohn: Erwin Mansbach geboren am 21. August 1909 in Gudensberg, Hessen, Deutschland umgekommen am 14. Mai 1940 bei einem Bombenangriff in Rotterdam Sohn: Julius Mansbach geboren am 13. September 1913 in Gudensberg, Hessen, Deutschland verstorben am 27. Dezember 2015 in San Francisco, Carlifornien, USA Tochter: Beate Hildegard Leviticus-Mansbach geboren am 4. Februar 1916 in Gudensberg, Hessen, Deutschland ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Schwiegersohn: Louis Leviticus geboren am 18. Juli 1918 in Dordrecht, Niederlande ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Lebensdaten 1885 Geburt in Beringhausen 1908 Heirat mit Leopold Louis Mansbach 1909 Geburt von Sohn Erwin 1913 Geburt von Sohn Julius 1914 Weltkriegsteilnahme des Ehemanns 1916 Geburt von Tochter Beate Hildegard 1933 Emigration der Kinder in die Niederlande 1934 Emigration in die Niederlande mit ihrem Ehemann 1940 Tod des Sohnes Erwin beim Bombenangriff auf Rotterdam 1942 Untertauchen der Kinder Julius und Hildegard 1943 Verhaftung der Tochter Hildegard 1943 Deportation und Ermordung der Tochter Hildegard in Sobibor 1943 Verhaftung zusammen mit ihrem Ehemann 1943 Deportation und Ermordung in Sobibor nächste Leopold, Rosas Ehemann Beate, Rosas Tochter Gedenkstein für die Familie Mansbach-Leviticus Biografie Rosa Rosalie Mansbach wurde 1885 in Beringhausen bei Marsberg im Sauerland geboren. Ihre Eltern waren Simon und Wilhelmine Eichengrün. Sie hatte sechs Geschwister. Erstmals wurden jüdische Bewohner in Beringhausen im 17. Jahrhundert erwähnt. Es gab ab Mitte des 18. Jahrhunderts einen Betraum, zeitweise existierte eine jüdische Schule und es gab einen jüdischen Friedhof. Am 12. Oktober 1908 heiratete Rosa Eichengrün Leopold Louis Mansbach aus Gudensberg in Niedermarsberg. Das Paar ließ sich in Gudensberg nieder und bekam drei Kinder: Erwin, Julius und Beate Hildegard. Ihr Ehemann Leopold diente als Soldat im Ersten Weltkrieg und erhielt 1917 das Eiserne Kreuz verliehen. Leopold Mansbach führte zusammen mit seinem Bruder einen Viehhandel in der Bahnhofstraße in Gudensberg, er war im Aufsichtsrat der Gewerbebank des Ortes. Sohn Julius Mansbach berichtete in späteren Jahren von seiner schönen Kindheit in Gudensberg. Noch vor 1933 begann er eine Lehre in einem Kaufhaus im Rheinland. Nach 1933 Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten änderte sich das Alltagsleben für die jüdische Bevölkerung schnell. Das vorher scheinbar friedliche Zusammenleben zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Einwohnern der Gemeinde endete bereits 1933, als jüdische Geschäfte und Häuser geplündert und jüdische Bürger misshandelt und verprügelt wurden. Unter dem Eindruck dieser Übergriffe entschied sich die Familie in die Niederlande auszuwandern, ihre zwei Schwägerinnen wohnten bereits dort. Nach dem Aufruf zum Boykott der jüdischen Geschäfte im Frühjahr 1933, wanderte Sohn Julius nach Rotterdam aus. Auch seine Schwester Beate und sein Bruder Erwin flüchteten ebenfalls in die Niederlande. Wenige Monate später verließen auch Rosa und ihr Ehemann Leopold Gudensberg und flohen ebenfalls nach Rotterdam. Leopold verdiente dort sein Geld als Metzger, sein Sohn Erwin arbeitete bei ihm im Geschäft. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande Beim Überfall der Deutschen auf die Niederlande wurde am 14. Mai 1940 Rotterdam bombardiert. Sohn Erwin wurde, wie viele Deutsche Emigranten, von den Niederländern verhaftet und in einem Untergrund-Theater in Rotterdam festgehalten, das Gebäude wurde von Bomben getroffen. Sohn Erwin starb bei diesem Angriff. Mit der Besetzung der Niederlande im Mai 1940 verschärfte sich sowohl die Situation der niederländischen Jüdinnen und Juden als auch der aus Deutschland Geflüchteten dramatisch. Die jüdische Bevölkerung musste Rotterdam verlassen, die Familie zog nach Gorinchem in die Zuisterhuis 9. Als man immer mehr junge Frauen und Männer zur Zwangsarbeit abholte, entschieden sich ihre beiden Kinder Beate und Julius unterzutauchen. Julius fand Unterschlupf bei einer Familie auf einem Dorf in der Nähe von Osterhaut. Die Familie hatte fünf eigene kleine Kinder und versteckte Julius über zwei Jahre auf dem Dachboden des Hauses. Mit ihrer Hilfe gelang es ihm zu überleben. 1947 wanderte er in die USA aus. Er verstarb im Alter von 102 Jahren 2015 in San Francisco. Auch Tochter Beate tauchte in Hardinxveld-Giessendam unter, vermutlich zusammen mit ihrem Freund Louis Leviticus. Louis hatte in der Nähe der Mansbachs gewohnt und dort mit seiner Schwester ein Optikergeschäft betrieben. Die beiden Untergetauchten wurden verraten. Am 10. März 1943 wurden Beate und Louis in ihrem Versteck von der Sicherheitspolizei verhaftet. Beide kamen in Arrest in Rotterdam und wurden am 14. April 1943 in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ gebracht. Deportation von Westerbork nach Sobibor Von Westerbork wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Menschen in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen das Lager mit dem Ziel Mordstätte Sobibor. In Westerbork heirateten die beiden noch, bevor sie am 27. April 1943 den Deportationszug nach Sobibor besteigen mussten. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. Beate Hildegard und ihr Mann Louis Leviticus wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft am 30. April 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor ermordet. In diesem Transport befanden sich weitere 1202 Menschen, niemand von ihnen überlebte. Rosa und Leopold wurden ebenfalls im April verhaftet und in das deutsche Konzentrationslager Herzogenbosch (Camp Vught) eingewiesen. Nach zwei Wochen wurden sie in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ gebracht. Rosa und ihr Ehemann wurden am 18. Mai 1943 mit dem 12. Transport aus dem Lager Westerbork nach Sobibor deportiert. In diesem Transport befanden sich weitere 2509 Menschen, keiner dieser Menschen überlebte. Rosa und Leopold Mansbach wurden direkt nach ihrer Ankunft am 21. Mai 1943 in Sobibor ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Website Alemannia-Judaica zu Gudensberg Website Stolpersteine Dordrecht Interview: Julius Mansbach - United States Holocaust Memorial Museum Collection, 2.12.1986 in San Francisco

  • Mansbach | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Leopold Louis Mansbach geboren am 18. Juli 1918 in Dordrecht, Niederlande ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Familie Ehefrau: Rosa Rosalie Mansbach, geborene Eichengrün geboren am 18. Februar 1885 in Beringhausen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland ermordet am 21. Mai 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Sohn: Erwin Mansbach geboren am 21. August 1909 in Gudensberg, Hessen, Deutschland umgekommen am 14. Mai 1940 bei einem Bombenangriff in Rotterdam Sohn: Julius Mansbach geboren am 13. September 1913 in Gudensberg, Hessen, Deutschland verstorben am 27. Dezember 2015 in San Francisco, Carlifornien, USA Tochter: Beate Hildegard Leviticus-Mansbach geboren am 4. Februar 1916 in Gudensberg, Hessen, Deutschland ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Schwiegersohn: Louis Leviticus geboren am 18. Juli 1918 in Dordrecht, Niederlande ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Lebensdaten 1877 Geburt in Gudensberg 1908 Heirat mit Rosa Eichengrün 1909 Geburt von Sohn Erwin 1913 Geburt von Sohn Julius 1914 Weltkriegsteilnahme 1916 Geburt von Tochter Beate Hildegard 1933 Emigration der Kinder in die Niederlande 1934 Emigration in die Niederlande mit seiner Frau 1940 Tod des Sohnes Erwin beim Bombenangriff auf Rotterdam 1942 Untertauchen der Kinder Julius und Hildegard 1943 Verhaftung der Tochter Hildegard 1943 Deportation und Ermordung der Tochter Hildegard in Sobibor 1943 Verhaftung zusammen mit seiner Frau Rosalie 1943 Deportation und Ermordung in Sobibor nächste Rosa, Leopolds Ehefrau Beate, Leopolds Tochter Gedenkstein für die Familie Mansbach-Leviticus Biografie Leben in Gudensberg Leopold Louis Mansbach wurde als zweitjüngstes Kind von Betti, auch Beilchen genannt, und Kaufmann Mansbach im hessischen Dorf Gudensberg geboren. Er hatte vier Schwestern und drei Brüder. Zwei seiner Geschwister verstarben bereits im Kindesalter. Erstmals wurden jüdische Bewohner in der Gemeinde Gudensberg 1621 erwähnt. Vom aktiven Gemeindeleben der jüdischen Familien In Gudensberg zeugen zahlreiche Einrichtungen. Es gab neben der Synagoge eine jüdische Schule, eine Mikwe, einen jüdischen Friedhof und verschiedene jüdische Vereine. 1932 lebten noch 103 Jüdinnen und Juden im Ort, das waren annähernd fünf Prozent der 2.422 Einwohner. Am 12. Oktober 1908 heirateten Leopold Louis und Rosa Eichengrün in Niedermarsberg. Das Paar bekam drei Kinder: Erwin, Julius und Beate Hildegard. Im Ersten Weltkrieg diente Leopold als Soldat und erhielt 1917 das Eiserne Kreuz verliehen. Leopold Mansbach führte zusammen mit seinem Bruder einen Viehhandel in der Bahnhofstraße im Ort, er war im Aufsichtsrat der Gewerbebank des Ortes. Sohn Julius Mansbach berichtete in späteren Jahren von seiner schönen Kindheit in Gudensberg. Noch vor 1933 begann er eine Lehre in einem Kaufhaus im Rheinland. Nach 1933 Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten änderte sich das Alltagsleben für die jüdische Bevölkerung schnell. Das vorher scheinbar friedliche Zusammenleben der zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Einwohnern der Gemeinde endete bereits 1933, als jüdische Geschäfte und Häuser geplündert und jüdische Bürger misshandelt und verprügelt wurden. Unter dem Eindruck dieser Übergriffe entschied sich die Familie in die Niederlande auszuwandern, zwei seiner Schwestern wohnten bereits in den Niederlanden. Nach dem Boykott der jüdischen Geschäfte im Frühjahr 1933, wanderte Sohn Julius bereits nach Rotterdam in den Niederlanden aus. Auch seine Schwester Beate und sein Bruder Erwin flüchteten in die Niederlande. Wenige Monate später verließen auch Leopold und seine Frau Gudensberg und flohen nach Rotterdam. Leopold verdiente dort sein Geld als Metzger, sein Sohn Erwin arbeitete bei ihm im Geschäft. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande Beim Überfall auf die Niederlande wurde am 14. Mai 1940 Rotterdam bombardiert. Sohn Erwin wurde, wie viele Deutsche Emigranten, von den Niederländern verhaftet und in einem Untergrund-Theater in Rotterdam festgehalten, das Gebäude wurde getroffen. Sohn Erwin starb bei diesem Angriff. Mit der Besetzung der Niederlande im Mai 1940 durch die Deutschen verschärfte sich sowohl die Situation der niederländischen Jüdinnen und Juden als auch der aus Deutschland Geflüchteten dramatisch. Die jüdische Bevölkerung musste Rotterdam verlassen, die Familie zog nach Gorinchem in die Zuisterhuis 9. Als man immer mehr junge Frauen und Männer zur Zwangsarbeit abholte, entschieden sich Leopolds, Kinder Beate und Julius, unterzutauchen. Julius fand Unterschlupf bei einer Familie auf einem Dorf in der Nähe von Osterhaut. Die Familie hatte fünf eigene kleine Kinder und versteckte Julius über zwei Jahre auf dem Dachboden des Hauses. Mit ihrer Hilfe gelang es ihm zu überleben. 1947 wanderte er in die USA aus. Er verstarb im Alter von 102 Jahren 2015 in San Francisco. Auch Tochter Beate tauchte in Hardinxveld-Giessendam unter, vermutlich zusammen mit ihrem Freund Louis Leviticus. Louis hatte in der Nähe der Mansbachs gewohnt und dort mit seiner Schwester ein Optikergeschäft betrieben. Die beiden Untergetauchten wurden verraten. Am 10. März 1943 wurden Beate und Louis in ihrem Versteck von der Sicherheitspolizei verhaftet. Beide kamen in Arrest in Rotterdam und wurden am 14. April 1943 in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ gebracht. Deportation von Westerbork nach Sobibor Von Westerbork wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Menschen in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen das Lager mit dem Ziel Sobibor. In Westerbork heirateten die beiden noch, bevor sie am 27. April.1943 den Deportationszug zum Mordlager Sobibor besteigen mussten. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. Beate Hildegard und ihr Mann Louis Leviticus wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft am 30. April 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet. In diesem Transport befanden sich weitere 1202 Menschen, niemand von ihnen überlebte. Louis und und seine Frau Rosalie wurden ebenfalls im April verhaftet und in das deutsche Konzentrationslager Herzogenbusch (Camp Vught) eingewiesen. Nach zwei Wochen wurden sie in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ gebracht. Leopold Louis und seine Frau Rosalie wurden am 18. Mai 1943 mit dem 12. Transport aus dem Lager Westerbork nach Sobibor deportiert. In diesem Transport befanden sich weitere 2509 Menschen, keiner dieser Menschen überlebte. Rosalie und Leopold Mansbach wurden direkt nach ihrer Ankunft am 21. Mai 1943 im Mordlager Sobibor ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Website Alemannia-Judaica zu Gudensberg Website Stolpersteine Dordrecht Interview: Julius Mansbach - United States Holocaust Memorial Museum Collection, 2.12.1986 in San Francisco

  • Leviticus-Mansbach | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Beate Hildegard Leviticus-Mansbach geboren am 4. Februar 1916 in Gudensberg, Hessen, Deutschland ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Familie Ehemann: Louis Leviticus geboren am 18. Juli 1918 in Dordrecht, Niederlande ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Mutter: Rosa Rosalie Mansbach, geborene Eichengrün geboren am 18. Februar 1885 in Beringhausen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland ermordet am 21. Mai 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Vater: Louis Mansbach geboren am 7. Januar 1877 in Gudensberg, Hessen, Deutschland ermordet am 21. Mai 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Bruder: Erwin Mansbach geboren am 21. August 1909 in Gudensberg, Hessen, Deutschland umgekommen am 14. Mai 1940 bei einem Bombenangriff in Rotterdam Bruder: Julius Mansbach geboren am 13. September 1913 in Gudensberg, Hessen, Deutschland verstorben am 27. Dezember 2015 in San Francisco, Carlifornien, USA Lebensdaten 1916 Geburt in Gudensberg 1933 Emigration zusammen mit den Geschwistern in die Niederlande 1934 Emigration der Eltern in die Niederlande 1940 Tod des Bruders Erwin beim Bombenangriff auf Rotterdam 1942 Geht mit Bruder Julius in den Untergrund 1942 Bruder überlebt bei einer niederländischen Familie in Osterhaut 1943 lebt im Untergrund mit Freund Louis Leviticus 1943 Verrat und Verhaftung in Hardinxfeld 1943 Verschleppung nach Westerbork 1943 Heirat mit Louis Leviticus in Westerbork 1943 Deportation und Ermordung zusammen mit Ehemann in Sobibor 1943 Verhaftung der Eltern und Verschleppung nach Westerbork 1943 Deportation und Ermordung in Sobibor nächste Beates Vater Leopold Mansbach Beates Mutter Rosalie Gedenkstein für die Familie Mansbach-Leviticus Biografie Leben in Gudensberg Beate Hildegard Mansbach wurde 1916 als jüngstes Kind von Louis und Rosa im hessischen Dorf Gudensberg geboren. Ihre Eltern Leopold Louis und Rosa hatten 1908 geheiratet. Sie hatte zwei Geschwister. Die beiden Brüder hießen Erwin und Julius und waren bereits 1909 und 1913 geboren worden. . Den Lebensunterhalt für die Familie verdiente der Vater als Viehhändler in der Bahnhofstraße. Sein Geschäft führte er zusammen mit seinem Bruder. Er selbst war im Aufsichtsrat der Gewerbebank des Ortes tätig. Ihr Vater diente Im Ersten Weltkrieg als Soldat und erhielt 1917 das Eiserne Kreuz verliehen. Gudensberg hatte eine Jahrhunderte alte jüdische Geschichte. Erstmals wurden jüdische Bewohner in der Gemeinde Gudensberg 1621 erwähnt. Vom aktiven Gemeindeleben der jüdischen Familien In Gudensberg zeugen zahlreiche Einrichtungen. Es gab neben der Synagoge eine jüdische Schule, eine Mikwe, einen jüdischen Friedhof und verschiedene jüdische Vereine. 1932 lebten noch 103 Jüdinnen und Juden im Ort, das waren annähernd fünf Prozent der 2.422 Einwohner. Ihr Bruder Julius Mansbach berichtete in späteren Jahren von seiner schönen Kindheit in Gudensberg. Noch vor 1933 begann er eine Lehre in einem Kaufhaus im Rheinland. Nach 1933 Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten änderte sich das Alltagsleben für die jüdische Bevölkerung schnell. Das vorher scheinbar friedliche Zusammenleben der zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Einwohnern der Gemeinde Gudensberg endete bereits 1933, als jüdische Geschäfte und Häuser geplündert und jüdische Bürger misshandelt und verprügelt wurden. Unter dem Eindruck dieser Übergriffe entschied sich ihre Familie in die Niederlande auszuwandern, zwei Tanten väterlicherseits wohnten bereits in den Niederlanden. Nach dem Boykott der jüdischen Geschäfte im Frühjahr 1933, wanderte ihr zwanzig-jähriger Bruder Julius bereits nach Rotterdam in den Niederlanden aus. Beate und ihr Bruder Erwin flüchteten ebenfalls in die Niederlande. Wenige Monate später verließen auch ihre Eltern Frau Gudensberg und flohen nach Rotterdam. Der Vater verdiente dort sein Geld als Metzger, ihr Bruder Erwin arbeitete bei ihm im Geschäft. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande Beim Überfall auf die Niederlande wurde am 14. Mai 1940 Rotterdam bombardiert. Ihr Bruder Erwin wurde, wie viele Deutsche Emigranten, von den Niederländern verhaftet und in einem Untergrund-Theater in Rotterdam festgehalten, das Gebäude wurde getroffen. Erwin starb bei diesem Angriff. Mit der Besetzung der Niederlande im Mai 1940 durch die Deutschen verschärfte sich sowohl die Situation der niederländischen Jüdinnen und Juden als auch der aus Deutschland Geflüchteten dramatisch. Die jüdische Bevölkerung musste Rotterdam verlassen, die Familie zog nach Gorinchem in die Zuisterhuis 9. Als man immer mehr junge Frauen und Männer zur Zwangsarbeit abholte, entschied sich Hildegard Beate mit ihrem Bruder Julius unterzutauchen. Ihr Bruder fand Unterschlupf bei einer Familie in einem Dorf in der Nähe von Osterhaut. Die Familie hatte fünf eigene kleine Kinder und versteckte Julius über zwei Jahre auf dem Dachboden des Hauses. Mit ihrer Hilfe gelang es ihm zu überleben. 1947 wanderte er in die USA aus. Er verstarb im Alter von 102 Jahren 2015 in San Francisco. Beate tauchte in Hardinxveld-Giessendam unter, vermutlich zusammen mit ihrem Freund Louis Leviticus. Ihr Freund hatte in der Nähe der Mansbachs gewohnt und dort mit seiner Schwester ein Optikergeschäft betrieben. Die beiden Untergetauchten wurden verraten. Am 10. März 1943 wurden Beate und Louis in ihrem Versteck von der Sicherheitspolizei verhaftet. Beide kamen in Arrest in Rotterdam und wurden am 14. April 1943 in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ gebracht. Deportation von Westerbork nach Sobibor Von Westerbork wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Menschen in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen das Lager mit dem Ziel Sobibor. In Westerbork heirateten die beiden noch, bevor sie am 27. April.1943 den Deportationszug zum Mordlager Sobibor besteigen mussten. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. Beate Hildegard und ihr Mann Louis Leviticus wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft am 30. April 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet. In diesem Transport befanden sich weitere 1202 Menschen, niemand von ihnen überlebte. Die Eltern wurden ebenfalls im April verhaftet und in das deutsche Konzentrationslager Herzogenbusch (Camp Vught) eingewiesen. Nach zwei Wochen wurden sie in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ gebracht. Sie wurden am 18. Mai 1943 mit dem 12. Transport aus dem Lager Westerbork nach Sobibor deportiert. In diesem Transport befanden sich weitere 2509 Menschen, keiner dieser Menschen überlebte. Rosalie und Leopold Mansbach wurden direkt nach ihrer Ankunft am 21. Mai 1943 im Mordlager Sobibor ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Website Alemannia-Judaica zu Gudensberg Website Stolpersteine Dordrecht Interview: Julius Mansbach - United States Holocaust Memorial Museum Collection, 2.12.1986 in San Francisco

  • Meyer | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Levi Meyer geboren am 4. Juli 1890 in Grebenau, Hessen, Deutschland ermordet am 28. Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Ehefrau Sophie Meyer, geborene Stern geboren am 28. Dezember 1892 in Allendorf, Hessen, Deutschland ermordet am 28. Mai 1943 in der Mordstätte Sobibor Tochter Berta (Bertl) Meyer geboren am 21. April 1927 in Kassel, Hessen, Deutschland ermordet am:Mai 1943 in der Mordstätte Sobibor Sohn Meinhard Meyer geboren am 16. Februar 1924 in Kassel, Hessen, Deutschland ausgewandert im Januar 1938 in die USA gestorben 1998 in Louisville, USA Lebensdaten 1890 Geburt Grebenau 1913 Umzug nach Kassel und Gründung eines Schneidergeschäfts 1921 Heirat mit Sophie Meyer aus Allendorf 1924 Geburt des Sohnes Meinhard 1927 Geburt der Tochter Berta 1937 Flucht eines Bruders in die USA 1938 Flucht des Sohnes Meinhard in die USA 1938 Inhaftierung im Konzentrationslager Buchenwald 1938 Berufsverbot und Enteignung 1939 Verschickung der Tochter Berta mit einem Kindertransport in die Niederlande 1940 Erteilung eines Visums für die USA 1940 Einstellung des transatlantischen Schiffverkehrs am Tag ihrer geplanten Abreise 1940 die Familie lässt sich in Amsterdam nieder 1943 Inhaftierung in den Konzentrationslagern Kamp Vught und Westerbork 1943 Deportation und Ermordung in der Mordstätte Sobibor nächste Ehefrau Sophie mit Levi Sohn Meinhard, Ehefrau Sophie und Levi in Kassel Levi Meyer Levis Kinder Berta und Meinhard Gedenkstein für Sophie und Levi Meyer Biografie Levi Meyer wuchs als Sohn von Moses und Dina Meyer in Grebenau auf. In Grebenau waren seit dem 18. Jahrhundert jüdische Familien wohnhaft. Den Ort prägte eine rege jüdische Gemeinde; der jüdische Bevölkerungsanteil betrug bis in die 20er Jahre 20 Prozent. Es gab eine Synagoge, es gab eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. 1899 wurden evangelische und jüdische Schule zusammengelegt, unterrichtet wurde von zwei christlichen und einem jüdischen Lehrer. In der jüdischen Gemeinde gab es zwei Wohltätigkeitsvereine und einen Frauenverein. Leben in Kassel 1913 zog Levi Meyer nach Kassel. Hier traf er auf eine der größten städtischen jüdischen Gemeinden des Reiches mit fast 3.000 Mitgliedern. Die jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner trugen zum wirtschaftlichen, geistigen und kulturellen Leben der Stadt bei. Das städtische Judentum setzte sich vor allem aus assimilierten und liberalen Jüdinnen und Juden, aber auch streng Gläubigen zusammen. In Kassel gab es seit Mitte des 19. Jahrhundert eine große Synagoge und eine kleine für orthodox orientierte Juden. Zum jüdischen Leben in Kassel zählten u.a. ein Krankenhaus, ein Altersheim, ein Waisenhaus, ein Kinderhort und eine jüdische Schule, die 1933 noch von 176 Kindern besucht wurde. Viele Gemeindemitglieder engagierten sich in zahlreichen Wohltätigkeits- und anderen Vereinen und Einrichtungen. Im Ersten Weltkrieg fielen 62 jüdische Männer aus Kassel. 1921 heiratete Levi Meyer seine Frau Sophie aus Stadtallendorf. Den Unterhalt für die Familie verdiente er als Schneider, seine Frau Sophie arbeitete im gemeinsamen Geschäft mit. Ihre beiden Kinder Berta und Meinhard wurden 1924 und 1927 geboren. Ab 1933 nahm die Hetze, Ausgrenzung, Verfolgung, Berufs- und Handelsverbote und der Raubzug gegen die jüdische Bevölkerung ständig zu. Bis 1937 wanderten etwa 400 Kasseler Jüdinnen und Juden aus. Die Folgen der antijüdischen Politik wirkten sich auf das Geschäft der Familie Meyer aus und ihre finanzielle Situation verschlechterte sich; sie verloren ihre Kunden. Auch Levi und Sophie Meyer dachten über Auswanderung nach. Ihre Kinder Meinhard und Berta besuchten ab 1930 bzw. 1933 die jüdische Volksschule in Kassel. Oft waren sie auf dem Schulweg den Beleidigungen der Hitlerjugend-Jungen ausgesetzt. Sie erhielten 1937 für den 13 Jahre alten Meinhard ein Visum für die USA, ein Onkel war bereits ein Jahr vorher in die USA geflohen. Ende 1937 brachte der Vater Meinhard zum Hamburger Hafen, dieser erreichte am 12.Januar 1938 New York. Die Familie bewarb sich nun ebenfalls um ein Visum für die USA. Reichspogromnacht 1938 In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Große Synagoge in Kassel demoliert und später abgerissen. Es wurden jüdische Geschäfte und Einrichtungen verwüstet und geplündert, initiiert von SS und der Geheimen Staatspolizei, begleitet von einem Publikum aus Hunderten von nichtjüdischen Bürgerinnen und Bürgern. 250 jüdische Männer wurden ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt und wochenlang festgehalten. Levi Meyer war einer von ihnen. Nach den bedrohlichen Ereignissen der Reichspogromnacht in Kassel, entschieden sich Levi und Sophie, sicherlich schweren Herzens, ihre erst 11 Jahre alte Tochter Berta mit einem Kindertransport in die Niederlande zu schicken. Am 3. Januar 1939 verließ sie Kassel in Richtung Amsterdam. Berta lebte in den folgenden Monaten in verschiedenen Kinderheimen in den Niederlanden. ersehntes Visum und gescheiterte Flucht in die USA Schließlich bekam die Familie die begehrten Einreisebewilligung für die USA. Im April 1940 reisten sie, mit ihren Schiffspassagen im Gepäck, nach Rotterdam in den Niederlanden. Der Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 10. Mai 1940 in die Niederlande am Tag vor ihrer Abreise vereitelte tragischerweise ihre Flucht. Der transatlantische Schiffsverkehr wurde eingestellt. Ihre Tickets für die Überfahrt verfielen. Die Familie kehrte nicht nach Kassel zurück. Sie lebten über zwei Jahre in Amsterdam, ihre Tochter Berta wohnte nun wieder bei ihnen. Ab 1941 waren sie in Amsterdam in der Plantage Badlaan 19 ansässig, ihre letzte Meldeadresse war in der Plantage Kerklaan 3. Mit ihnen lebten bis zu 50.000 deutsche Jüdinnen und Juden in den Niederlanden, die seit 1933 legal oder illegal eingewandert waren. Die Integration der Flüchtlinge wurde in den Niederlanden schon ab Ende der 30er Jahre erschwert. Emigranten erhielten zu dieser Zeit keine Arbeitserlaubnis und viele waren von Hilfsorganisationen abhängig. Mit der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht im Mai 1940 verschärfte sich die Situation zusehends. Die Ausgrenzung, Entrechtung, Beraubung und Verfolgung, die die deutschen Juden und Jüdinnen bereits im Deutschen Reich mitgemacht hatten, mussten sie nun ein zweites Mal in den Niederlanden erleben. Verschleppung nach Sobibor Im Februar 1943 erhielt die Familie Meyer den Aufruf sich in der Hollandsche Schouwburg zu melden. Dieses ehemalige Theater diente den deutschen Besatzern seit Sommer 1942 als Sammelstelle für die Jüdinnen und Juden aus Amsterdam, bevor man sie zum angeblichen Arbeitseinsatz in den Osten „aussiedelte“. Wenn sich die Jüdinnen und Juden nicht freiwillig in der Schouwburg meldeten, wurden sie bei Razzien in ihren Wohnungen, an ihren Arbeitsplätzen und auf der Straße von deutschen und niederländischen Polizisten aufgegriffen und zur Sammelstelle gebracht. Die Familie musste sich per Bahn von Amsterdam nach Vught begeben und wurde dort am 24. Februar 1943 ins Konzentrationslager Kamp Vught, von den Deutschen s’Hertogenbusch genannt, eingewiesen. Drei Monate später, 23. Mai 1943 wurden sie von Vught in das Lager Westerbork verschleppt. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Kamp Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt – 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. Am 25. Mai 1943 mussten Levi, Sophie und die nun sechzehnjährige Tochter Berta mit dem 13. Transport zusammen mit insgesamt 2859 Jüdinnen und Juden die Fahrt nach Sobibor antreten. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. Levi und Sophie Meyer und ihre Tochter Berta wurden direkt nach ihrer Ankunft, am 28. Mai 1943, in der Mordstätte Sobibor ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Interview: Interview mit Meinhardt Meyer; USC Shoah Foundation, 29.4.1996 in Louisville, Kentucky, USA Website zu Kindertransporten in die Niederlande Website Joodsmonument Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Statistik des Holocaust Website Geschichte jüdischer Gemeinden - Kassel Gottwald, Alfred/ Schulle, Diane, Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, 2005 Hänschen, Steffen, Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust, 2018 Kammler, Jörg, u.a., Hg., Volksgemeinschaft und Volksfeinde, Kassel 1933 – 1945, Bd. I und II, 1984 und 1987 Kingreen, Monika u.a., Hanauer Juden 1933-1945, Entrechtung, Verfolgung, Deportation, 1998 Kleinert, Beate und Prinz, Wolfgang ,Namen und Schicksale der Juden Kassels. Ein Gedenkbuch, Magistrat der Stadt Kassel – Stadtarchiv, Hg.,1986 Thiele, Helmut, Die jüdischen Einwohner zu Kassel, 2006

  • Meyer, geborene Stern | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Sophie Meyer geboren am 28. Dezember 1892 in Allendorf, Hessen, Deutschland ermordet am 28. Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Ehemann Levi Leo Meyer geboren am 4. Juli 1890 in Grebenau, Hessen, Deutschland ermordet am 28. Mai 1943 in der Mordstätte Sobibor Tochter Berta Meyer geboren am 21. April 1927 in Kassel, Hessen, Deutschland ermordet am Mai 1943 in der Mordstätte Sobibor Sohn Meinhard Meyer geboren am 16. Februar 1924 in Kassel, Hessen, Deutschland ausgewandert im Januar 1938 in die USA gestorben 1998 in Louisville, USA Lebensdaten 1892 Geburt in Allendorf 1921 Heirat mit Levi Leo Meyer aus Grebenau 1924 Geburt des Sohnes Meinhard 1927 Geburt der Tochter Berta 1937 Flucht eines Schwagers in die USA 1938 Flucht des Sohnes Meinhard in die USA 1938 Inhaftierung des Ehemannes im Konzentrationslager Buchenwald 1938 Berufsverbot und Enteignung 1939 Verschickung der Tochter Berta mit einem Kindertransport in die Niederlande 1940 Erteilung eines Visums für die USA 1940 Einstellung des transatlantischen Schiffverkehrs am Tag ihrer geplanten Abreise 1940 die Familie lässt sich in Amsterdam nieder 1943 Inhaftierung in den Konzentrationslagern Kamp Vught und Westerbork 1943 Deportation und Ermordung in der Mordstätte Sobibor nächste Sophie und ihr Ehemann Levi Sohn Meinhard, Sophie und Ehemann Levi Sophie mit ihrem Sohn Meinhard auf dem Arm Sophies Kinder Berta und Meinhard Gedenkstein für Sophie und Levi Meyer Biografie Sophie Stern wuchs als Tochter von Meier Stern und Berta Kugelmann im hessischen Stadtallendorf auf. In Stadtallendorf waren seit dem 18. Jahrhundert einige wenige jüdische Familien wohnhaft. Dennoch gab es einen Betraum, eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof . Im Ersten Weltkrieg verloren drei jüdische Männer aus Stadtallendorf ihr Leben. Die Familie von Sophie Stern betrieb Viehhandel und eine Metzgerei. Sophie Stern hatte weitere sechs Geschwister. Drei von ihnen wanderten mit unbekanntem Datum in die USA bzw. nach Australien aus. Ihre ältere Schwester Katinka Michel geb. Stern (geb. 1884) kam im Ghetto Litzmannstadt ums Leben. Das Schicksal der übrigen Geschwister ist nicht bekannt. 1921 heiratete Sophie und wohnte mit ihrem Ehemann Levi Meyer in Kassel. Den Unterhalt für die Familie verdiente ihr Ehemann als Schneider, Sophie Meyer arbeitete im gemeinsamen Geschäft. Ihre beiden Kinder Berta und Meinhard wurden 1924 und 1927 geboren. Leben in Kassel 1921 heiratete Sophie und wohnte mit ihrem Ehemann Levi Meyer in Kassel. Den Unterhalt für die Familie verdiente ihr Ehemann als Schneider, Sophie Meyer arbeitete im gemeinsamen Geschäft. Ihre beiden Kinder Berta und Meinhard wurden 1924 und 1927 geboren. In Kassel traf sie auf eine große städtische jüdische Gemeinde mit fast 3.000 Mitgliedern. Die jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner trugen zum wirtschaftlichen, geistigen und kulturellen Leben der Stadt bei. Das städtische Judentum setzte sich vor allem aus assimilierten und liberalen Jüdinnen und Juden aber auch strenggläubigen zusammen. In Kassel gab es seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine große Synagoge für die Mehrheit der Gemeinde und eine kleine für orthodox orientierte Juden. Zum jüdischen Leben in Kassel zählten u.a. ein Krankenhaus, ein Altersheim, ein Waisenhaus, ein Kinderhort und eine jüdische Schule, die 1933 noch von 176 Kindern besucht wurde. Viele Gemeindemitglieder engagierten sich in Wohltätigkeits- und anderen Vereinen und Einrichtungen. Im Ersten Weltkrieg fielen 62 jüdische Männer aus Kassel. Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten im Jahr 1933 nahmen Hetze, Ausgrenzung, Verfolgung, Berufs- und Handelsverbote und der Raubzug gegen die jüdische Bevölkerung ständig zu. Bis 1937 wanderten etwa 400 Kasseler Jüdinnen und Juden aus. Die Folgen der antijüdischen Politik wirkten sich auf das Geschäft der Familie Meyer spürbar aus und ihre finanzielle Situation verschlechterte sich; sie verloren ihre Kunden. Auch Levi und Sophie Meyer dachten über Auswanderung nach. Die Kinder von Sophie Meyer, Meinhard und Berta, besuchten ab 1930 bzw. 1933 die jüdische Volksschule in Kassel. Oft waren sie auf dem Schulweg den Beleidigungen der Hitlerjugend-Jungen ausgesetzt. Im Jahr 1937 erhielt der 13 Jahre alte Meinhard ein Visum für die USA, geholfen hatte ein Onkel, der ein Jahr vorher in die USA geflohen war. Ende 1937 brachte der Vater Meinhard zum Hamburger Hafen. Meinhard erreichte am 12. Januar 1938 New York. Die restliche Familie bewarb sich ebenfalls um ein Visum für die USA. Reichspogromnacht November 1938 In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Große Synagoge in Kassel demoliert und später abgerissen. Es wurden jüdische Geschäfte und Einrichtungen verwüstet und geplündert, initiiert von SS und der Geheimen Staatspolizei, begleitet von einem Publikum aus Hunderten von nichtjüdischen Bürgerinnen und Bürgern. In den folgenden Tagen wurden 250 jüdische Männer ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt und dort wochenlang festgehalten. Sophie Meyers Ehemann Levi war einer von ihnen. Nach den bedrohlichen Ereignissen der Reichspogromnacht in Kassel, entschieden sich Levi und Sophie sicherlich schweren Herzens, ihre erst elf Jahre alte Tochter Berta mit einem Kindertransport in die Niederlande zu schicken. Am 3. Januar 1939 verließ die Tochter Kassel in Richtung Amsterdam. Die kleine Berta lebte in den folgenden Monaten in verschiedenen Kinderheimen in den Niederlanden. ersehntes Visum und gescheiterte Flucht in die USA Schließlich bekam die Familie die begehrten Einreisebewilligung für die USA. Im April 1940 reisten sie, mit ihren Schiffspassagen im Gepäck, nach Rotterdam in den Niederlanden. Der Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 10. Mai 1940 in die Niederlande am Tag vor ihrer Abreise vereitelte jedoch tragischerweise ihre Abfahrt. Der transatlantische Schiffsverkehr wurde eingestellt. Ihre Tickets für die Überfahrt verfielen. Die Familie kehrte nicht nach Kassel zurück und lebte in den nächsten zweieinhalb Jahren in Amsterdam. Die Tochter Berta zog nun wieder zu ihnen. Ab 1941 waren sie in Amsterdam in der Plantage Badlaan 19 ansässig, ihre letzte Meldeadresse war in der Plantage Kerklaan 3. Mit ihnen lebten zu diesem Zeitpunkt bis zu 50.000 deutsche Jüdinnen und Juden in den Niederlanden, sie waren seit 1933 legal oder illegal eingewandert. Die Integration der Flüchtlinge wurde in den Niederlanden schon ab Ende der 30er Jahre erschwert. Emigranten erhielten zu dieser Zeit keine Arbeitserlaubnis und waren oftmals von Hilfsorganisationen abhängig. Mit der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht im Mai 1940 verschärfte sich die Situation zusehends. Die Ausgrenzung, Entrechtung, Beraubung und Verfolgung, die die deutschen Juden und Jüdinnen bereits im Deutschen Reich mitgemacht hatten, mussten sie nun ein zweites Mal in den Niederlanden erleben. Verschleppung nach Sobibor Im Februar 1943 erhielten Sophie, Berta und Levi Meyer aus Kassel den Aufruf, sich in der Hollandsche Schouwburg zu melden. Dieses ehemalige Theater diente den deutschen Besatzern ab Sommer 1942 als Sammelstelle für Jüdinnen und Juden aus Amsterdam. Wenn sie sich nicht freiwillig meldeten, wurden sie bei Razzien in ihren Wohnungen, an ihren Arbeitsplätzen und auf der Straße von deutschen und niederländischen Polizisten aufgegriffen und zur Sammelstelle gebracht. Die Familie Meyer musste sich per Bahn von Amsterdam nach Vught begeben und wurde dort am 24. Februar 1943 ins Konzentrationslager Kamp Vught, von den Deutschen s’Hertogenbusch genannt, eingewiesen. Drei Monate später, am 23. Mai 1943 wurden sie von Vught aus in das Lager Westerbork verschleppt. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Menschen in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. Am 25. Mai 1943 mussten Sophie und Levi und die nun sechzehnjährige Tochter Berta im 13. Transport zusammen mit 2859 weiteren Jüdinnen und Juden die Fahrt nach Sobibor antreten. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. Berta Meyer und ihre Eltern wurden nach ihrer Ankunft, am 28. Mai 1943, im Todeslager Sobibor ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Interview: Interview mit Meinhardt Meyer; USC Shoah Foundation, 29.4.1996 in Louisville, Kentucky, USA Website zu Kindertransporten in die Niederlande Website Joodsmonument Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Statistik des Holocaust Website Geschichte jüdischer Gemeinden - Kassel Gottwald, Alfred/ Schulle, Diane, Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, 2005 Hänschen, Steffen, Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust, 2018 Kammler, Jörg, u.a., Hg., Volksgemeinschaft und Volksfeinde, Kassel 1933 – 1945, Bd. I und II, 1984 und 1987 Kingreen, Monika u.a., Hanauer Juden 1933-1945, Entrechtung, Verfolgung, Deportation, 1998 Kleinert, Beate und Prinz, Wolfgang ,Namen und Schicksale der Juden Kassels. Ein Gedenkbuch, Magistrat der Stadt Kassel – Stadtarchiv, Hg.,1986 Thiele, Helmut, Die jüdischen Einwohner zu Kassel, 2006

  • Meyer | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Berta Meyer geboren am 21. April 1927 in Kassel, Hessen, Deutschland ermordet am 28. Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Vater Levi Meyer geboren am 4. Juli 1890 in Grebenau, Hessen, Deutschland ermordet am 28. Mai 1943 in der Mordstätte Sobibor Mutter Sophie Meyer, geborene Stern geboren am 28. Dezember 1892 in Allendorf, Hessen, Deutschland ermordet am 28. Mai 1943 in der Mordstätte Sobibor Bruder Meinhard Meyer geboren am 16. Februar 1924 in Kassel, Hessen, Deutschland ausgewandert im Januar 1938 in die USA gestorben 1998 in Louisville, USA Lebensdaten 1927 Geburt in Kassel 1938 Flucht ihres Bruders Meinhard in die USA 1939 Verschickung mit einem Kindertransport in die Niederlande 1940 missglückte Flucht in die USA 1940 die Familie lässt sich in Amsterdam nieder 1943 Deportation und Ermordung in der Mordstätte Sobibor nächste Berta und ihr Bruder Meinhard Bertas Bruder Meinhard mit den Eltern in Kassel Berta, 1938 Sophie und Levi Meyer, Bertas Eltern Gedenkstein Berta Meyer Biografie Berta Meyer lebte zusammen mit ihren Eltern und ihrem drei Jahre älteren Bruder Meinhard in Kassel, ab 1934 wohnten sie in der Schillerstraße 12, in einem Wohnviertel mit vielen jüdischen Nachbarn. Kassel war eine der größten städtischen jüdischen Gemeinden des Reiches mit fast 3.000 Mitgliedern. Die jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner trugen erheblich zum wirtschaftlichen, geistigen und kulturellen Leben der Stadt bei. Das städtische Judentum setzte sich aus v.a. assimilierten und liberalen Juden, aber auch streng Gläubigen zusammen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eine große Synagoge und eine für orthodox orientierte Juden.Zum jüdischen Leben in Kassel gehörten u.a. ein Krankenhaus, ein Altersheim, ein Waisenhaus, ein Kinderhort und eine jüdische Schule, die 1933 noch von 176 Kindern besucht wurde. Viele Gemeindemitglieder engagierten sich in zahlreichen Wohltätigkeits- und anderen Vereinen und Einrichtungen. Im Ersten Weltkrieg waren in Kassel 62 jüdische Männer gefallen. Ihr Bruder Meinhard 1938 gelang es ihrem Bruder Meinhard in die USA zu fliehen, ein bereits in den USA lebender Onkel hatte bei der Beschaffung eines Visums geholfen. Meinhard Meyer nahm in der US Army als Marinesoldat im Pazifik am Zweiten Weltkrieg teil. (Nach dem Krieg traf er in den USA Ilse Lichtenstein wieder. Sie kannten sich aus Kindertagen aus Kassel, ihre Eltern waren befreundet und hatten – beide Schneider – geschäftlich miteinander zu tun. Ilse und Meinhard heirateten 1955, sie bekamen einen Sohn. Meinhard Meyer arbeitete nach dem Krieg als Handelsvertreter und seine Frau Ilse war in einem Friseursalon tätig. Meinhard Meyer verstarb 1998 und seine Frau Ilse 2008 in Louisville, Kentucky, USA. Kindertransport Einige wenige europäische Länder und u.a. die USA nahmen nach der Pogromnacht 1938 schnell und unbürokratisch jüdische Kinder und Jugendliche bei sich auf. Die Eltern von Berta Meyer entschlossen sich sicherlich schweren Herzens, sich für einen solchen Platz für ihre Tochter zu bewerben. Berta fuhr am 3. Januar 1939 mit dem Kindertransport von Kassel in die Niederlande. Dort lebte sie einige Zeit in einem Kinderheim in Bergen aan Zee, im September kam sie nach Laren. Wie auch die anderen in den Niederlanden aufgenommenen Kinder besuchte sie eine Schule, und sie lernte Niederländisch und Englisch. ersehntes Visum und gescheiterte Flucht in die USA Die Eltern von Berta erhielten ein Einreisevisum für die USA. Ende April 1940 verließen sie Kassel in Richtung Rotterdam. Dort sollte es für die gesamte Familie zusammen mit der Tochter Berta am 11. Mai 1940 mit dem Passagierschiff „Volendam“ nach New York gehen. Dazu kam es nicht mehr. Wegen des Überfalls der Deutschen Wehrmacht auf die Niederlande am Tag zuvor, wurde die Transatlantikroute eingestellt. Die Familie kehrte nicht nach Deutschland zurück, sondern ließ sich in Amsterdam nieder, auch Berta wohnte nun wieder bei ihnen. Ab 1941 waren sie in Amsterdam in der Plantage Badlaan 19 ansässig, ihre letzte Meldeadresse war in der Plantage Kerklaan 3. Verschleppung nach Sobibor Sie konnten den Nationalsozialisten letztlich nicht entkommen. Im Februar 1943 erhielt die Familie Meyer den Aufruf, sich in der Hollandsche Schouwburg in Amsterdam zu melden. Dieses ehemalige Theater diente den deutschen Besatzern seit Sommer 1942 als Sammelstelle für die Jüdinnen und Juden aus Amsterdam, bevor man sie zum angeblichen Arbeitseinsatz in den Osten „aussiedelte“. Wenn sich die Jüdinnen und Juden nicht freiwillig in der Schouwburg meldeten, wurden sie bei Razzien in ihren Wohnungen, an ihren Arbeitsplätzen und auf der Straße von deutschen und niederländischen Polizisten aufgegriffen und zur Sammelstelle gebracht. Die Familie musste sich per Bahn von Amsterdam nach Vught begeben und wurde dort am 24. Februar 1943 ins Konzentrationslager Kamp Vught eingewiesen. Am 23. Mai wurden sie von Vught aus in das „Polizeiliche Judendurchgangslager Kamp Westerbork“ verschleppt. Dieses Lager diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen vor allem der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt. 34.000 von Ihnen wurden nach Sobibor deportiert. Am 25. Mai 1943 musste die sechzehnjährige Tochter Berta und ihre Eltern mit dem 13. Transport zusammen mit insgesamt 2859 Jüdinnen und Juden die Fahrt nach Sobibor antreten. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. Berta Meyer und ihre Eltern wurden direkt nach ihrer Ankunft, am 28. Mai 1943, in der Mordstätte Sobibor ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Interview: Interview mit Meinhardt Meyer; USC Shoah Foundation, 29.4.1996 in Louisville, Kentucky, USA Website zu Kindertransporten in die Niederlande Website Joodsmonument Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Statistik des Holocaust Website Geschichte jüdischer Gemeinden - Kassel Gottwald, Alfred/ Schulle, Diane, Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, 2005 Hänschen, Steffen, Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust, 2018 Kammler, Jörg, u.a., Hg., Volksgemeinschaft und Volksfeinde, Kassel 1933 – 1945, Bd. I und II, 1984 und 1987 Kingreen, Monika u.a., Hanauer Juden 1933-1945, Entrechtung, Verfolgung, Deportation, 1998 Kleinert, Beate und Prinz, Wolfgang ,Namen und Schicksale der Juden Kassels. Ein Gedenkbuch, Magistrat der Stadt Kassel – Stadtarchiv, Hg.,1986 Thiele, Helmut, Die jüdischen Einwohner zu Kassel, 2006

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