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  • 15. November 2024

    Im Rahmen einer einwöchigen Bildungsreise, organisiert und initiiert von Borussia Dortmund für interessierte Fans und Mitglieder, stellten die Teilnehmer*innen bei einem Besuch der Gedenkstätte Sobibor zwei Steine im Gedenkweg auf. Die Veranstaltung Ein Gedenkstein erinnert an Paula Bloch und ihre Tochter Helene sowie an Bertha Kan-Wiltzig und ihren Ehemann Benjamin Kan. Die im April 1883 geborene Paula Bloch lebte seit 1907 in Dortmund. Seit 1933 führte sie dort einen Feinkosthandel. Bei der Reichspogromnacht wird ihr Geschäft zerstört und im Juli 1939 floh sie zu ihrer Tochter Helene in die Niederlande. Im Mai 1943 wurden beide in Leiden inhaftiert und nach Sobibor verschleppt. Nach ihrer Ankunft am 21. Mai 1943 wurden sie unmittelbar ermordet. Bertha Kan-Wilzig und Benjamin Kan hatten im März 1922 in Witten geheiratet. In den Niederlanden wurden sie inhaftiert und im Mai 1943 nach Sobibor verschleppt. Direkt nach ihrer Ankunft wurden sie getötet. Auf den Gedenkstein haben die Angehörigen geschrieben, das die in Sobibor Ermordeten survive in the memories of Ruth Bloch, her daughter Simone, her children Hannah, Lucy, and Ben Bloch-Wehba and their children...“. Paula und Helene Bloch Ein Gedenkstein wurde für Toba und Brancha Bialowitz aufgestellt. Die Schwestern lebten in dem kleinen ostpolnischen Ort Izbica. Der Vater betrieb eine kleine Gerberei in der Leder für Schuhe hergestellt wurde. Ihr Bruder Philip hatte in Erinnerung, dass die 1921 geborene Brancha eine hervorragende Künstlerin war, die es geliebt hatte, ihn im Malen zu unterrichten. Über die vier Jahre ältere Schwester Toba sagte der Bruder, „mit ihrer freundlichen und mitfühlenden Art träumt sie davon, eines Tages Lehrerin zu werden .“ Am 28. April 1943 wurde Toba mit ihrer Schwester Brancha sowie den Brüdern Symcha und Philip, in ihrem Versteck von den Deutschen entdeckt. Auf Lastwagen wurden sie nach Sobibor gefahren. Während Symcha und Philip zur Zwangsarbeit in dem Mordlager bestimmt wurden, mussten Toba und Brancha sofort den Weg zur Gaskammer gehen. Philip und Symcha Bialowitz konnten am 14. Oktober 1943 beim Aufstand der jüdischen Gefangenen aus Sobibor entkommen. Toba Bialowitz

  • Sobibor 17. Juli 2025

    Im Gedenkweg wird ein Gedenkstein für Bertha Davidson-Salomon gelegt. Bei einer Fortbildung haben Lehrerinnen und Lehrer aus Nordrhein-Westfalen haben am 17. Juli das Museum Sobibór besichtigt. Bei dem Besuch wurde im Gedenkweg ein Gedenkstein für Bertha Davidson-Salomon aufgestellt.   Die Veranstaltung Bei der Gedenksteinlegung wurde ein Brief von Hans Davidson, Enkel von Bertha Davidson-Salomon, vorgelesen: „Ich habe meine Großmutter, Bertha Davidson-Salomon, nie kennengelernt. In meiner Kindheit hingen in unserem Haus Fotos von vielen Familienmitgliedern, die ich nie getroffen, nie berührt und deren Stimmen ich nie gehört habe. Man sagte mir, sie seien gestorben – ohne weitere Erklärung. Ich fragte nicht, meine Eltern erzählten nichts. Ihre Vergangenheit war unaussprechlich. Erst viel später erfuhr ich mehr über sie – jedoch nur über die Ereignisse, in die sie verwickelt waren. Persönliche Geschichten gab es kaum. Sie blieben zweidimensional, wie die Fotos. Ich denke nicht einmal an meine Großmutter als „meine Oma“. Ich kann sie mir nur als Person vorstellen, indem ich in den Dokumenten über sie lese. Bertha Salomon wurde in der kleinen Stadt Dülmen in Deutschland geboren. Ihre Familie betrieb eine Metzgerei und lebte dort seit Generationen. Sie war eine kleine Frau und lebte im Familienhaus bis 1905, als sie im Alter von 30 Jahren Isidor Davidson heiratete, der 1901 als Lehrling aus Zwolle, Niederlande, zu ihnen gekommen war. Sie hatten vier Kinder: Hermann, Walter, Johanna und Adolf (Dolf), meinen Vater, den Berta im Alter von 43 Jahren bekam. Gemeinsam eröffneten sie ihre eigene Metzgerei in Dülmen. Sie besaßen ein großes Gebäude mit Wohnräumen, einem Verkaufsraum, Schlachträumen, Kühl- und Räucherbereichen, Zimmern für das Personal sowie einem Stall. Bertha war aktiv im Geschäft tätig und kümmerte sich gleichzeitig um alle Belange ihrer großen Familie. Anfangs waren sie erfolgreich. Sie verkauften wöchentlich große Mengen Fleisch, waren in der Region bekannt für ihre geräucherten Produkte und Würste und boten auch Catering bis ins Ruhrgebiet an. Sowohl Hermann als auch Walter arbeiteten im Betrieb. Während der Hyperinflation in Deutschland Anfang der 1920er Jahre verloren sie ihr gesamtes Erspartes, konnten sich jedoch wieder gut erholen. Kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Einführung der antisemitischen Maßnahmen wurde das Leben der Familie Davidson zerstört. 1933 griffen lokale Nazis das Geschäft an, schlugen die Fenster ein und verletzten Walter schwer. Danach postierten sie sich vor dem Laden, um die Kunden einzuschüchtern. Noch im selben Jahr verließen Johanna und Hermann Deutschland und gingen in die Niederlande. Johanna ließ sich zur Krankenschwester und Hebamme ausbilden und arbeitete in einem jüdischen Krankenhaus in Amsterdam. Hermann verkaufte Stoffe auf einem Markt in Rotterdam. 1942 wurde er verhaftet, kam ins Gefängnis und später in ein Konzentrationslager in den Niederlanden. Von dort wurde er nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich zusehends, da Juden vom Markt ausgeschlossen wurden und ihnen schließlich der Kauf von Vieh untersagt wurde. Isidors Proteste blieben erfolglos – sie mussten die Metzgerei schließen. Aufgrund ihrer niederländischen Staatsangehörigkeit konnten sie 1937 in die Niederlande zurückkehren, obwohl das Land zu diesem Zeitpunkt für ausländische Flüchtlinge geschlossen war. Sie durften nur Haushaltsgegenstände und 5000 Reichsmark mitnehmen (heute ca. 30.000 US-Dollar). Ihr Haus samt Einrichtung wurde an einen Metzger aus dem Raum Dülmen vermietet – Einnahmen erhielten sie nie, nur Anwaltskosten. Bertha versuchte bis zu ihrer Deportation verzweifelt, ihr Geld zurückzubekommen. Dolf, der wegen seiner jüdischen Herkunft vom Gymnasium in Münster verwiesen worden war, und Walter verließen Dülmen ebenfalls 1937 und arbeiteten in Metzgereien in den Niederlanden. In Zwolle mieteten Bertha und Isidor eine Wohnung und gründeten eine kleine Hausmetzgerei und einen Viehhandel. 1939 starb Isidor bei einem Motorradunfall. Danach zogen Walter und Dolf zu ihrer Mutter. Dolf arbeitete weiter, selbst als Juden während der Besatzung jede Geschäftstätigkeit untersagt wurde. Walter arbeitete in einer Zwoller Metzgerei, bis auch diese geschlossen wurde. Am 1. Oktober 1942 wurden Walter und 80 andere Juden aus Zwolle in einer Schule zusammengetrieben und später nach Auschwitz deportiert, wo er starb. Er konnte seiner Mutter noch einen Abschiedsbrief vom Zug aus zuwerfen. Johanna sowie Dolf und seine Frau Saartje überlebten den Holocaust. Johanna arbeitete versteckt als Krankenschwester in verschiedenen Krankenhäusern, Dolf und Saartje lebten über zwei Jahre lang im Versteck – direkt neben dem Hauptquartier der örtlichen NSDAP-Gruppe. Meine Großmutter Berta blieb allein in ihrer Wohnung zurück, trauernd über ihre Verluste und wartend auf das Unvermeidliche. Im April 1943 gehörte sie zu den letzten hauptsächlich älteren Juden der Stadt, die mit dem Bus ins Durchgangslager Westerbork gebracht wurden. Am 16. April 1943 kam sie mit vielen anderen am Bahnhof des Vernichtungslagers Sobibór in Polen an. Die Reise war lang, aber nicht unangenehm – es gab Essen, Trinken, einen Arzt und Krankenschwestern. Man sagte ihnen, sie sollten aussteigen, ihr Gepäck mitnehmen und es auf der Rampe abstellen. Das Lager wirkte gepflegt mit ordentlichen Häusern und hübschen Gärten. Sie wurden auf einen Platz geführt, wo ein Mann im weißen Kittel sie begrüßte und erklärte, dass sie vor der Weiterleitung in Arbeitslager entlaust und geduscht werden müssten. Sie mussten sich ausziehen und ihre Haare wurden abrasiert. Dann trieb man sie durch einen schmalen Gang mit Zäunen und Kiefernflechtwerk zu einem großen Gebäude. Die Stahltüren schlossen sich. Aus den Duschköpfen kam kein Wasser – stattdessen wurde ein Dieselmotor gestartet und Abgase füllten den Raum. Alle Anwesenden wurden erstickt. Nach dem Aufstand im Lager und der Flucht einiger Gefangener wurde Sobibór fast vollständig zerstört, um die Verbrechen zu vertuschen. Heute ist Sobibór ein friedlicher Ort. Die Schreie der Täter und der gequälten Opfer sind abgelöst vom Vogelgesang und dem Rauschen der Bäume. Frisch und süß riecht die Luft – der Gestank der verbrannten Leichen ist verschwunden. Doch die Reihen von Gedenksteinen mit Namen erinnern alle Besucher an das Verbrechen, das hier geschah. Ich bin sehr dankbar und bewegt, dass heute am 17. Juli 2025 ein Stein für meine Oma von Ihnen/von euch verlegt wird. Möge Bertha Davidson in dem Frieden ruhen, der ihr auf Erden verweigert wurde, und möge ihr Andenken dazu beitragen, zukünftige Gräueltaten wie die in Sobibór zu verhindern.“ Für die Dülmer Jüdin Bertha Davidson-Salomon wurde ein Gedenkstein aufgestellt.

  • Sobibór, 20. August 2025

    Ein von Angehörigen gestifteter Gedenkstein für Michel und Sura Itic wurde im Gedenkweg aufgestellt. Michel und Sura Itic wurden am 17. Februar 1905 bzw. 3. Januar 1907 in Iasi (Rumänien) geboren. Mitte der 1920er Jahre kamen sie nach Paris und bekamen zwei Söhne: Léon, geboren am 2. Mai 1927, und André, geboren am 9. Juni 1929. Michel war Schuhmacher. Die Familie lebte in einer Zweizimmerwohnung am Boulevard Diderot 76. Michel und Sura Itic Michel und Sarah wurden in der Nacht des 18. März 1943 von einem deutschen und einem französischen Polizisten verhaftet, wobei letzterer Sura kannte, da sie Kunden auf demselben Markt waren. Von ihrer Verhaftung bis zu ihrer Verschleppung nach Sobibor verging nur eine Woche. Am 25. März 1943 wurden sie unmittelbar nach ihrer Ankunft in Sobibor ermordet. Die beiden Söhne überlebten den Holocaust. Léon, Sura, Michel, Eti (Schwester von Sura), André (v.l.n.r.).

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  • Biografien-o-z (List) | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück Biografien o - z o p q r s t u v w Next Next Next Next Rosi Hanna Ochs Next 26. Juni 1929 Herleshausen - D 7. Mai 1943 Sobibor Albert Pappenheim Next 21. Juni 1870 Eschwege - D 23. Juli 1943 Sobibor Selma Pardis Next 24. April 1880 Hannover - D 17. Juni 1942 Sobibor Walter Poppert Next 26. März 1914 Dortmund - D nach dem 13. Oktober 1943 Sobibor Gertrud `Trude´ Poppert, geborene Schönborn Next 29. Juni 1914 Dortmund - D nach dem 13. Oktober 1943 Sobibor Rosa Rosenstock Next 1. April 1882 Volkmarsen - D 3. Juni 1942 Sobibor Alma Rosenthal Next 15. März 1895 Lage - D 11. Juni 1943 Sobibor Rosalie Rosa Rosenthal Next 15. November 1886 Lage - D 14. Mai 1943 Sobibor Hermine Rothschild, geborene Katz Next 4. August 1877 Korbach - D 3. Juni 1942 Sobibor Paula Schwarzenberger, geborene Weisner Next 27. Mai 1879 Kassel - D 3. Juni 1942 Sobibor Yvonne Seelenfreund Next 22. November 1936 Leipzig - D 23. Juli 1943 Sobibor Heinrich Peter Selowsky Next 8. Oktober 1925 Dresden - D 13. März 1943 Sobibor Karin Friedel Selowsky Next 1. August 1931 Delft - NL 13. März 1943 Sobibor Oskar Selowsky Next 19. Dezember 1891 Dresden - D 13. März 1943 Sobibor Eleonora Selowsky, geborene Eichenberg Next 1. April 1902 Düsseldorf - D 13. März 1943 Sobibor Werner Simon Next 7. Februar 1920 Bodenfelde - D 7. Mai 1943 Sobibor Anna Spanjer, geborene Cossmann Next 9. Mai 1904 Bielefeld - D 30. April 1943 Sobibor Flora Speier, geborene Abt Next 23. Oktober 1873 Melsungen - D 21. Mai 1943 Sobibor 'Leni' Magdalena Valk Next 28. September 1933 Goch - D 21. Mai 1943 Sobibor Erna Verständig Next 16. August 1924 Kassel - D 16. Juli 1943 Sobibor Samuel Weksler Next 6. Oktober 1940 Stary Święciany - LT September 1943 Sobibor Batia Wekslera, geborene Wojkunska Next 10. April 1908 Stary Święciany - LT September 1943 Sobibor o p q r s t u v w

  • Pappenheim | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Albert Pappenheim geboren am 21. Juni 1870 in Eschwege, Hessen, Deutschland ermordet am 23. Juli 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Familie Ehefrau Dorothea Pappenheim, geborene Klein geboren am 22. Oktober 1875 in Sobernheim, Rheinland-Pfalz, Deutschland ermordet am 23. Juli 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Sohn Helmuth-Louis Pappenheim geboren am 5. März 1901 in Trier, Rheinland-Pfalz, Deutschland verstorben am‎3. April 1983 in Amstelveen, Niederlande Schwiegertochter Else Pappenheim, geb. Joachimstal geboren am 5. Oktober 1901 in Amsterdam, Niederlande verstorben am28. Mai 1984 in Amstelveen, Niederlande Sohn Carl-Heinz Pappenheim geboren am 1. Mai 1913 in Trier, Rheinland-Pfalz, Deutschland verstorben 2003 in Haarlem, Niederlande Bruder Leopold Pappenheim geboren am 12. Juni 1864 in Eschwege, Hessen, Deutschland verstorben 1933 in Davos, Schweiz Lebensdaten 1870 Geburt 1871 Tod der Mutter 1973 erneute Heirat des Vaters 1889 Tod des Vaters in Frankfurt am Main 1892 Umzug nach Paris und später nach Trier 1896 Gründung eines Bankhauses 1900 Heirat mit Dorothea Klein in Neustadt 1901 Geburt des Sohnes Helmuth-Louis 1913 Geburt des Sohnes Carl-Heinz 1925 Auswanderung des Sohnes Helmut-Louis in die Niederlande 1930 Hochzeit des Sohnes Helmuth-Louis in Amsterdam 1933 Flucht des Sohnes Carl-Heinz in die Niederlande 1933 Tod seines Bruders Leopold in der Schweiz 1934 Tod der Stiefmutter Emma Pappenheim 1939 Emigration nach Amsterdam 1940 Sohn Carl-Heinz taucht in den Niederlanden unter 1943 Verhaftung und Internierung in Westerbork 1943 Verschleppung und Ermordung in Sobibor zusammen mit der Ehefrau nächste Dorothea und Albert Pappenheim Dorothea Pappenheim Gedenkstein für Albert und Dorothea Pappenheim Biografie Albert Pappenheim wurde1870 als Sohn von Lazarus und Betty Pappenheim in Eschwege geboren. Ein halbes Jahr nach Alberts Geburt starb seine Mutter. Er hatte vier ältere Geschwister, drei von ihnen verstarben bereits im Kleinkindalter. Sein älterer Bruder Leopold wanderte in die Schweiz aus, wo er 1933 verstarb. Sein Vater heiratete zwei Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau, Emma Pappenheim. Aus dieser Ehe stammten Alberts vier Halbgeschwister. Der Vater Lazarus Pappenheim war Tabakhändler in Eschwege und verdiente damit den Lebensunterhalt für die Familie. Eschwege gehörte zu den ältesten jüdischen Ansiedlungen, bereits im Mittelalter wohnten Jüdinnen und Juden in der Stadt. Zusammen mit der neuen Synagoge wurde 1839 auch das neue Schulgebäude der jüdischen Schule in der Schulstraße 3 eingerichtet. Als Albert geboren wurde, lebten in der Stadt rund 500 Jüdinnen und Juden, was etwa sechs Prozent der Bevölkerung der Stadt ausmachte. Nach dem Krieg diente das Schulgebäude als Sitz der jüdischen Displaced-Persons-Gemeinde, die sich 1952 wieder auflöste, als die meisten Jüdinnen und Juden Deutschland verlassen hatten. Nach seinem Gymnasialabschluss und seiner Ausbildung meldete sich Albert 1892 von Eschwege ab und verzog erst nach Paris und später nach Trier. 1900 heiratete Albert Pappenheim in Neustadt Dorothea Klein aus Sobernheim. Aus der Ehe gingen die Söhne Helmuth-Louis, geboren 1901, und Carl-Heinz, geboren 1913, hervor. Beide wurden in Trier geboren. Albert Pappenheim gründete 1896 zusammen mit Felix Kaufmann in Trier ein neues Bankhaus. Albert Pappenheim sorgte dafür, dass das Bankhaus von der Darmstädter Bank übernommen wurde, er blieb Geschäftsführer. Albert engagierte sich in einem jüdischen Wohltätigkeitsverein in Trier. Religiöses Leben spielte in der Familie allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Nur an wichtigen Feiertagen besuchte man die Synagoge. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, wurden Juden aus führenden Positionen verdrängt. Albert Pappenheim verlor seine Anstellung bei der Bank. Nach 1938 Nach der Reichspogromnacht im November 1938 mussten Albert und Dorothea ihr Haus verlassen. Ihre Einrichtungsgegenstände durften sie nicht mitnehmen. Albert verlor nach einer schweren Entzündung im Fuß ein Bein und trug eine Prothese. Im Januar 1939, zwei Monate nach der Pogromnacht, emigrierten Albert und Dorothea Pappenheim in die Niederlande. Sie wohnten in Amsterdam im Willemsparkweg, unweit der Wohnung ihres Sohnes Helmuth-Louis und ihrer Schwiegertochter Else. Ihr Sohn war bereits 1925 nach Amsterdam ausgewandert und arbeitete als Bankier. Auch ihr jüngster Sohn Carl-Heinz wohnte schon seit 1933 in Amsterdam. Die Sicherheit, in der sie sich in den Niederlanden wähnten, hielt nicht lange an. Im Mai 1940 überfiel die deutsche Wehrmacht die Niederlande und führte sukzessive auch dort die antijüdischen Gesetze ein. Alberts Sohn Carl-Heinz gilt in den Archiven von 1940 bis 1945 als „unbekannt verzogen“, erst im Dezember 1946 ist er wieder in Amsterdam gemeldet. Ob er während dieser Zeit mit falschen Papieren lebte oder die Niederlande verließ, ist nicht nachvollziehbar. Sohn Helmuth-Louis arbeitete 1942 für den Jüdischen Rat Amsterdam als Referent im Polizeilichen Durchgangslager Westerbork. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Juden und Jüdinnen in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. 65 Deportationszüge fuhren zwischen 1942 und 1944 in die Mordstätte Auschwitz – Birkenau. Trotz seiner Stellung im Lager gelang es ihm nicht, seine Eltern Albert und Dorothea Pappenheim vor der Deportation zu bewahren. Deportation nach Sobibor Albert und Dorothea Pappenheim wurden Anfang Juli 1943 in das Polizeiliche Durchgangslager Westerbork verschleppt. Wenige Tage später, am 20. Juli, mussten sie in Westerbork in einen der Viehwaggons steigen. Der Zug mit weiteren 2207 Jüdinnen und Juden erreichte nach drei Tagen das deutsche Mordlager Sobibor im heutigen Ostpolen. Albert Pappenheim und seine Frau Dorothea wurden direkt nach ihrer Ankunft in Sobibor ermordet. Die Söhne Sohn Helmuth-Louis und seine Ehefrau Else gelang es die Zeit der Verfolgung zu überleben. Sie blieben in den Niederlanden wohnen. Allerdings wurden Elses Eltern Louise und Abraham Emanuel Joachimsthal am 28. Mai 1943 ebenfalls in Sobibor ermordet. Carl-Heinz Pappenheim, Alberts jüngster Sohn, heiratete nach dem Krieg in Amsterdam Gabrielle van Perlstein. Carl-Heinz Pappenheim verstarb 2003 in Haarlem in den Niederlanden. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Alemannia Judaica Website Jüdisches-Kulturquartier Amsterdam Website "Judenhäuser" in Wiesbaden

  • Neu, geborene Bauer | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Therese Bauer geboren am 21. Juni 1876 in Ermreuth, Bayern, Deutschland ermordet am 28.Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Ehemann Neu, Ludwig geboren am 27. November 1865 in Fürth, Bayern, Deutschland ermordet am 28.Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Sohn Kurt Max Neu geboren am 19. Oktober 1899 in Nürnberg, Bayern, Deutschland gestorben am Juni 1882 in New York, USA Schwiegertochter Ruth Anna Warburg geboren am 22. März 1904 in Hamburg, Deutschland gestorben am 25. März 1957 in New York, USA Enkelin Rene Eva Neu geboren am 7. Februar 1932 in Berlin, Deutschland gestorben am 15. September 2025 in Californien, USA Schwager Martin Neu geboren am 10. Januar 1862 in Fürth, Bayern, Deutschland ermordet am 20. März 1943 in Sobibor Schwägerin Hermine Hechinger geboren am 11. September 1868 in Fürth, Bayern, Deutschland ermordet am 20. März 1943 in Sobibor Lebensdaten 1872 Geburt des älteren Bruders Josef 1876 Geburt in Ermreuth 1877 Umzug der elterlichen Familie nach Erlangen 1898 Heirat mit Ludwig Neu 1899 Umzug nach Nürnberg 1899 Geburt des Sohnes Kurt Max 1918 Reifeprüfung des Sohnes Kurt Max 1918 Teilnahme von Sohn Kurt Max am 1. Weltkrieg 1930 Hochzeit des Sohnes in Berlin 1932 Geburt von Enkelin Rene 1936 Flucht der Familie des Sohnes in die Niederlande 1938 Flucht in die Niederlande 1941 Flucht der Familie des Sohnes in die USA 1943 Ermordung des Schwagers Martin Neu und seiner Ehefrau Hermine in Sobibor 1943 Verhaftung, Verschleppung und Ermordung in Sobibor nächste letzte bekannte Postkarte von Therese aus Westerbork vom April 1943 letzte bekannte Postkarte von Therese aus Westerbork vom April 1943 Ludwig Neu, Thereses Ehemann Gedenkstein für Therese und Ludwig Neu Biografie Therese Neu wurde 1876 als zweites Kind des Viehhändlers Salomon Bauer (geb. 1842) und seiner Ehefrau Babette in Ermreuth in Oberfranken geboren. Die Familie zog später zusammen mit Sohn Josef (geb.1872) und Tochter Therese nach Erlangen. Dort lernte Therese ihren späteren Ehemann Ludwig Neu aus Fürth kennen. Am 10.Mai 1898 heirateten die beiden. Sie wohnten kurze Zeit in Fürth und zogen 1899 zusammen nach Nürnberg in den Spittlertorgraben 13. Hier kam ihr Sohn Kurt Max am 19. Oktober 1899 zur Welt. In der Nürnberger Höfnerstraße 53 betrieb Ludwig Neu eine Produktionsstätte und einen Großhandel für Buntpapier und Pappen. Sohn Kurt Der Sohn Kurt Max Neu legte 1918 seine Reifeprüfung ab. Daran anschließend nahm er noch für kurze Zeit aktiv am 1. Weltkrieg teil. Nach seinem Studium arbeitete er in gehobener Position in einer der Regierungsbanken in Berlin. Nach 1933 war er Manager eines großen Eisenerzkonzerns. Kurt Max Neu heiratete am 3. Juni 1930 Anna Ruth Warburg in Berlin. Die Tochter des Paares, Eva Renée Elly Neu, erblickte am 7. Februar 1932 in Berlin Charlottenburg das Licht der Welt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde Kurt Max aus seiner Position bei der Bank entlassen. Er floh mit seiner Familie im Sommer 1936 in die Niederlande nach Den Haag. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande im Mai 1940 versuchten sie mit ihrer Tochter ein weiteres Mal ins sichere Ausland zu entkommen. Über Lissabon konnten sie mit dem Schiff „Carvalho Araujo“ im Frühjahr 1941 in die USA entkommen. Flucht in die Niederlande Therese und Ludwig Neu blieben vorerst in Nürnberg wohnen. Kurz nach der Pogromnacht 1938 beschloss das nun schon ältere Ehepaar ebenfalls in die Niederlande zu emigrieren. Sie wohnten in Bussum, einer kleinen Stadt im Südosten von Amsterdam. Während ihrer Zeit in den Niederlanden schrieb Therese oft Briefe an ihre Enkelin Renée, die zu dieser Zeit in Den Haag wohnte. In dieser Zeit lebten bis zu 50.000 deutsche Jüdinnen und Juden in den Niederlanden, sie waren seit 1933 legal oder illegal eingewandert. Mit der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht im Mai 1940 verschärfte sich die Situation für Flüchtlinge zusehends. Die Ausgrenzung, Entrechtung, Beraubung und Verfolgung, die die deutschen Juden und Jüdinnen bereits im Deutschen Reich mitgemacht hatten, mussten sie nun ein zweites Mal in den Niederlanden erleben. Für das Jahr 1941 ist der Wohnsitz der Familie Neu mit Lepenlaan 37 in Bussum angegeben, ihre letzte Meldeadresse ist in Amsterdam die Rompotstraat 3. Vermutlich zu Beginn des Jahres 1943 wurden Therese und Ludwig Neu verhaftet und nach Westerbork gebracht. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Juden und Jüdinnen in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. Bereits am 20. März 1943 wurde ihr Schwager Martin Neu (geb. 10.1.1862) und dessen Ehefrau Hermine – beide hatten bei ihnen in der Rompotstraat in Amsterdam gewohnt – nach Sobibor deportiert und dort ermordet. Letztes Lebenszeichen aus Westerbork Thereses letztes Lebenszeichen ist eine Karte, die sie mit dem Absender „Baracke 55 Westerbork“ am 16. April 1943 an die Schwester ihrer Schwiegertochter Ruth verschickte. In dieser Karte bedankte sie sich für die Lebensmittel, die sie von ihr erhalten hatte. Am 25. Mai 1943 mussten Ludwig und Therese Neu, mit weiteren 2860 jüdischen Kindern, Frauen und Männern, den Deportationszug besteigen. Es war der 13. Transport, der Westerbork in Richtung des deutschen Vernichtungslagers Sobibor im heutigen Polen verließ. Nach einer dreitägigen Fahrt in den Viehwaggons erreichte der Zug am 28. Mai 1943 Sobibor. Die 66-jährige Therese Neu und ihr 77-jähriger Ehemann Ludwig wurden direkt nach ihrer Ankunft ermordet. Keiner der jüdischen Kinder, Frauen und Männer aus diesem Transport überlebte die Zeit des Krieges. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Alemannia Judaica Leo Baeck Institut - Archive Jules Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor – De transportlijsten, Amsterdam 2001

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