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< zurück vorherige Rosi Hanna Ochs geboren am 26. Juni 1929 in Herleshausen, Hessen, Deutschland ermordet am 7. Mai 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Mutter: Recha Ochs, geborene Hirnheimer geboren am 1. August 1900 in Bamberg, Bayern, Deutschland ermordet am 1. Oktober 1944 im deutschen Konzentrationslager Stutthof Vater: Karl Kallmann Ochs geboren am 7. Mai 1896 in Herleshausen, Hessen, Deutschland ermordet 1942 im Ghetto von Riga Großmutter: Gitta (Gitla) Hirnheimer geboren am 14. Dezember 1862 in Greussenheim, Bayern, Deutschland ermordet am 2. Juli 1943 im Mordlager Sobibor Großvater:Max Hirnheimer geboren am 6. August 1861 in Reichmannsdorf, Bayern, Deutschland gestorben am 31. Mai 1938 in Oss, Niederlande Tante: Mathilde Kahn-Hirnheimer geboren am 24. Oktober 1893 in Bamberg, Bayern, Deutschland ermordet am 6. Oktober 1944 im deutschen Konzentrations- und Mordlager Auschwitz-Birkenau Onkel: Josef Hirnheimer geboren am: 3. Mai 1904 in Bamberg, Bayern, Deutschland ermordet am 7. Mai 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Tante: Estera Hirnheimer geboren am 18. März 1897 in Bamberg, Bayern, Deutschland ermordet am 14. Oktober 1944 im deutschen Konzentrations- und Mordlager Auschwitz-Birkenau Tante: Selma Hirnheimer, verheiratete Neumark geboren am: 26. Februar 1899 geboren in: Bamberg, Bayern, Deutschland ermordet: 13. Mai 1942 im deutschen Mordlager Chelmno Lebensdaten 1929 Geburt in Herleshausen 1933 Besuch des Kindergartens in Herleshausen 1935 Besuch der Volksschule Herleshausen 1937 Auswanderung der Großeltern und der Tante Estera in die Niederlande 1938 Großvater Max Hirnheimer verstirbt in den Niederlanden 1938 Ausschluss vom Schulbesuch in Herleshausen 1938 Vater Karl Ochs wird im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert 1938 Verschickung in die Niederlande zur Großmutter 1939 Umzug der Eltern nach Berlin 1940 Rückkehr der Eltern nach Herleshausen 1941 Verschleppung der Eltern ins Ghetto Riga 1941 Schulbesuch in Herzogenbusch 1942 Einweisung in ein jüdisches Waisenhaus in Amsterdam 1942 Tod der Tante Selma Hirnheimer im Mordlager Chelmno 1942 Tod des Vaters im Ghetto Riga 1943 Verschleppung nach Sobibor und Ermordung 1943 Verschleppung und Ermordung des Onkels Josef Hirnheimer in Sobibor 1943 Verschleppung und Ermordung der Großmutter in Sobibor 1944 Tod der Mutter im Konzentrationslager Stutthof 1944 Tod der Tante Mathilde Kahn-Hirnheimer in Auschwitz-Birkenau 1944 Tod der Tante Estera Hirnheimer in Auschwitz-Birkenau nächste Gedenktafel Rosi Ochs Herleshausen Kindergartenfoto von Rosi Recha Ochs, Rosis Mutter Biografie Seit dem 17. Jahrhundert lebten Jüdinnen und Juden in Herleshausen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eine Synagoge, die 1938 in der Reichspogromnacht zerstört wurde, es gab eine jüdische Schule, eine Mikwe und einen jüdischen Friedhof. 1933 lebten 60 jüdische Gemeindeglieder in Herleshausen, viele von ihnen zogen in der Folgezeit wegen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weg oder wanderten aus. Im Herbst 1938 lebten noch 34 jüdische Personen im Ort, von denen niemand den Holocaust überlebte. Rosi Ochs wurde am 26. Juni 1929 in Herleshausen geboren. Ihre Eltern waren Recha und Karl (auch Kallmann genannt) Ochs, die seit 1928 verheiratet waren. Rosi besuchte den evangelischen Kindergarten in Herleshausen, auf einem erhaltenen Gruppenfoto ist sie 1933 zu sehen. Rosis Vater Karl Ochs war Viehhändler und betrieb mit seiner Frau ein Geschäft in Herleshausen. Nach dem Sabbat Gottesdienst trafen sich die jüdischen Männer oft im Hause Ochs. Das Geschäft blieb nicht von den antijüdischen Übergriffen verschont. Unter anderem 1935 wurde ihnen eine Fensterscheibe eingeschlagen. Rosis Mutter Recha Ochs stammte aus einer großen Familie, sie hatte noch weitere elf Geschwister. Drei Geschwister starben bereits im Kindesalter, zwei Geschwister konnten rechtzeitig emigrieren, Schwester Ida überlebte in den Niederlanden. Vier Geschwister kamen in Konzentrationslagern ums Leben. Nach 1938 Karl Ochs wurde nach der Reichspogromnacht im November 1938 verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt, aus dem er am 23.11.1938 entlassen wurde. Rosi besuchte zu dieser Zeit die örtliche Schule im Ort. Nach der Pogromnacht wurde ein Gesetz erlassen, das jüdischen Mädchen und Jungen den Besuch von öffentlichen Schulen untersagte. Im Herbst 1938 kamen Männer in Rosis Schule. Die Klassenlehrer der Schule wurden aufgefordert, die Namen der jüdischen Schülerinnen und Schüler anzugeben. Diese wurden daraufhin aus dem Schulbesuch ausgeschlossen und aufgefordert, die Schule sofort zu verlassen. Eine ehemalige christliche Schulkollegin beschrieb die damals neunjährige Rosi Ochs als intelligente Schülerin mit einer auffallend schönen Handschrift. Ihre Eltern beschlossen noch im Dezember 1928, Rosi zur Großmutter in die Niederlande in Sicherheit zu bringen. Ihre Großeltern, Gitta Hirnheimer und deren Ehemann Max, waren schon 1937 in die Niederlande ausgewandert. Auch weitere Geschwister von Rosis Mutter lebten bereits in den Niederlanden. Rosis Großeltern wohnten in Oss in der Ridderstraat 38, ihr Großvater Max verstarb im Mai 1938. Nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht im Mai 1940 waren Rosi und ihre Großmutter erneut den Schikanen der Nationalsozialisten ausgesetzt. Nach und nach wurden in den Niederlanden antijüdische Gesetze eingeführt. Rosi Ochs besuchte zuerst die öffentliche Grundschule in Eikenboomgaard,wurde erneut der Schule verwiesen und musste ab Oktober 1941 das jüdische Gymnasium im zwanzig Kilometer entfernten Den Bosch besuchen. Am 6. Dezember 1942 wurde sie in das Niederländisch-israelische Mädchenwaisenhaus in Amsterdam aufgenommen, die Gründe hierfür sind nicht bekannt. Verschleppung nach Westerbork Im Februar 1943 wurden die Kinder des Waisenhauses `evakuiert´, die meisten der Mädchen, so auch Rosi Ochs, kamen in das Polizeiliche Durchgangslager Westerbork. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Kamp Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt – 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. Deportation nach Sobibor Am 4. Mai 1943 musste Rosi Ochs mit weiteren 1187 Menschen einen Deportationszug besteigen. Dies war der 10. Transport, der Westerbork in Richtung des deutschen Vernichtungslagers Sobibor in Polen verließ. Rosi Ochs wurde am 7. Mai 1943 unmittelbar nach ihrer Ankunft im Mordlager Sobibor ermordet. Sowohl in Herleshausen, Am Anger 2, als auch in Oss in der Ridderstraat 38 erinnern Stolpersteine an Rosi Ochs. Ihr Onkel Josef Hirnheimer, geboren am 3. Mai.1904 in Bamberg, war in den Niederlanden im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv und wurde verraten. Er war von Beruf Hopfenhändler und hatte in Vlijmen in der Wolput 12 gelebt. Er wurde im selben Transport wie Rosi Ochs ebenfalls von Westerbork aus nach Sobibor deportiert, wo er am 7.Mai 1943 ermordet wurde. Ihre Großmutter Gitta wurde wenige Wochen später, am 29. Juni von Westerbork nach Sobibor gebracht und am 2. Juli 1943 dort ermordet. Rosis Eltern Die Eltern von Rosi Ochs zogen Ende 1939 nach Berlin, kamen aber schon im Februar 1940 zurück nach Herleshausen. Ihre Bemühungen um eine Emigration ins rettende Ausland blieben vergebens. Am 8. Dezember 1941 mussten sich die Eltern von Rosi Ochs in Kassel in die Turnhalle am Schulkomplex Schillerstrasse melden. Sie wurden durchsucht und ihre Wertsachen konfisziert. Am nächsten Tag, am 9. Dezember 1941, wurden sie zusammen mit 1032 weiteren Menschen in das Ghetto in Riga im heutigen Lettland deportiert. Ihr Vater Karl Ochs starb vermutlich im Ghetto Riga, sein Todesdatum ist mit dem 1. Januar 1942 angegeben. 1942 erwarb die Gemeinde das „Judenhaus“ Karl Ochs, Herleshausen, Am Anger 2, noch bevor seine rechtmäßige Erbin ausfindig gemacht werden konnte. Ihre Mutter Recha Ochs wurde von Riga aus weiter in das Konzentrationslager Stutthof gebracht, sie starb dort am 1. Oktober 1944. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Webssite Statistik des Holocaust Website Alemannia Judaica - Herleshausen Gedenkbuch der jüdischen Bürgern Bambergs Pdf zur Stolpersteinverlegung des Werratalvereins
- Mansbach | Gedenkweg in Sobibor
< zurück vorherige Leopold Louis Mansbach geboren am 18. Juli 1918 in Dordrecht, Niederlande ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Familie Ehefrau: Rosa Rosalie Mansbach, geborene Eichengrün geboren am 18. Februar 1885 in Beringhausen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland ermordet am 21. Mai 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Sohn: Erwin Mansbach geboren am 21. August 1909 in Gudensberg, Hessen, Deutschland umgekommen am 14. Mai 1940 bei einem Bombenangriff in Rotterdam Sohn: Julius Mansbach geboren am 13. September 1913 in Gudensberg, Hessen, Deutschland verstorben am 27. Dezember 2015 in San Francisco, Carlifornien, USA Tochter: Beate Hildegard Leviticus-Mansbach geboren am 4. Februar 1916 in Gudensberg, Hessen, Deutschland ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Schwiegersohn: Louis Leviticus geboren am 18. Juli 1918 in Dordrecht, Niederlande ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Lebensdaten 1877 Geburt in Gudensberg 1908 Heirat mit Rosa Eichengrün 1909 Geburt von Sohn Erwin 1913 Geburt von Sohn Julius 1914 Weltkriegsteilnahme 1916 Geburt von Tochter Beate Hildegard 1933 Emigration der Kinder in die Niederlande 1934 Emigration in die Niederlande mit seiner Frau 1940 Tod des Sohnes Erwin beim Bombenangriff auf Rotterdam 1942 Untertauchen der Kinder Julius und Hildegard 1943 Verhaftung der Tochter Hildegard 1943 Deportation und Ermordung der Tochter Hildegard in Sobibor 1943 Verhaftung zusammen mit seiner Frau Rosalie 1943 Deportation und Ermordung in Sobibor nächste Rosa, Leopolds Ehefrau Beate, Leopolds Tochter Biografie Leben in Gudensberg Leopold Louis Mansbach wurde als zweitjüngstes Kind von Betti, auch Beilchen genannt, und Kaufmann Mansbach im hessischen Dorf Gudensberg geboren. Er hatte vier Schwestern und drei Brüder. Zwei seiner Geschwister verstarben bereits im Kindesalter. Erstmals wurden jüdische Bewohner in der Gemeinde Gudensberg 1621 erwähnt. Vom aktiven Gemeindeleben der jüdischen Familien In Gudensberg zeugen zahlreiche Einrichtungen. Es gab neben der Synagoge eine jüdische Schule, eine Mikwe, einen jüdischen Friedhof und verschiedene jüdische Vereine. 1932 lebten noch 103 Jüdinnen und Juden im Ort, das waren annähernd fünf Prozent der 2.422 Einwohner. Am 12. Oktober 1908 heirateten Leopold Louis und Rosa Eichengrün in Niedermarsberg. Das Paar bekam drei Kinder: Erwin, Julius und Beate Hildegard. Im Ersten Weltkrieg diente Leopold als Soldat und erhielt 1917 das Eiserne Kreuz verliehen. Leopold Mansbach führte zusammen mit seinem Bruder einen Viehhandel in der Bahnhofstraße im Ort, er war im Aufsichtsrat der Gewerbebank des Ortes. Sohn Julius Mansbach berichtete in späteren Jahren von seiner schönen Kindheit in Gudensberg. Noch vor 1933 begann er eine Lehre in einem Kaufhaus im Rheinland. Nach 1933 Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten änderte sich das Alltagsleben für die jüdische Bevölkerung schnell. Das vorher scheinbar friedliche Zusammenleben der zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Einwohnern der Gemeinde endete bereits 1933, als jüdische Geschäfte und Häuser geplündert und jüdische Bürger misshandelt und verprügelt wurden. Unter dem Eindruck dieser Übergriffe entschied sich die Familie in die Niederlande auszuwandern, zwei seiner Schwestern wohnten bereits in den Niederlanden. Nach dem Boykott der jüdischen Geschäfte im Frühjahr 1933, wanderte Sohn Julius bereits nach Rotterdam in den Niederlanden aus. Auch seine Schwester Beate und sein Bruder Erwin flüchteten in die Niederlande. Wenige Monate später verließen auch Leopold und seine Frau Gudensberg und flohen nach Rotterdam. Leopold verdiente dort sein Geld als Metzger, sein Sohn Erwin arbeitete bei ihm im Geschäft. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande Beim Überfall auf die Niederlande wurde am 14. Mai 1940 Rotterdam bombardiert. Sohn Erwin wurde, wie viele Deutsche Emigranten, von den Niederländern verhaftet und in einem Untergrund-Theater in Rotterdam festgehalten, das Gebäude wurde getroffen. Sohn Erwin starb bei diesem Angriff. Mit der Besetzung der Niederlande im Mai 1940 durch die Deutschen verschärfte sich sowohl die Situation der niederländischen Jüdinnen und Juden als auch der aus Deutschland Geflüchteten dramatisch. Die jüdische Bevölkerung musste Rotterdam verlassen, die Familie zog nach Gorinchem in die Zuisterhuis 9. Als man immer mehr junge Frauen und Männer zur Zwangsarbeit abholte, entschieden sich Leopolds, Kinder Beate und Julius, unterzutauchen. Julius fand Unterschlupf bei einer Familie auf einem Dorf in der Nähe von Osterhaut. Die Familie hatte fünf eigene kleine Kinder und versteckte Julius über zwei Jahre auf dem Dachboden des Hauses. Mit ihrer Hilfe gelang es ihm zu überleben. 1947 wanderte er in die USA aus. Er verstarb im Alter von 102 Jahren 2015 in San Francisco. Auch Tochter Beate tauchte in Hardinxveld-Giessendam unter, vermutlich zusammen mit ihrem Freund Louis Leviticus. Louis hatte in der Nähe der Mansbachs gewohnt und dort mit seiner Schwester ein Optikergeschäft betrieben. Die beiden Untergetauchten wurden verraten. Am 10. März 1943 wurden Beate und Louis in ihrem Versteck von der Sicherheitspolizei verhaftet. Beide kamen in Arrest in Rotterdam und wurden am 14. April 1943 in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ gebracht. Deportation von Westerbork nach Sobibor Von Westerbork wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Menschen in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen das Lager mit dem Ziel Sobibor. In Westerbork heirateten die beiden noch, bevor sie am 27. April.1943 den Deportationszug zum Mordlager Sobibor besteigen mussten. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. Beate Hildegard und ihr Mann Louis Leviticus wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft am 30. April 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet. In diesem Transport befanden sich weitere 1202 Menschen, niemand von ihnen überlebte. Louis und und seine Frau Rosalie wurden ebenfalls im April verhaftet und in das deutsche Konzentrationslager Herzogenbusch (Camp Vught) eingewiesen. Nach zwei Wochen wurden sie in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ gebracht. Leopold Louis und seine Frau Rosalie wurden am 18. Mai 1943 mit dem 12. Transport aus dem Lager Westerbork nach Sobibor deportiert. In diesem Transport befanden sich weitere 2509 Menschen, keiner dieser Menschen überlebte. Rosalie und Leopold Mansbach wurden direkt nach ihrer Ankunft am 21. Mai 1943 im Mordlager Sobibor ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Website Alemannia-Judaica zu Gudensberg Website Stolpersteine Dordrecht Interview: Julius Mansbach - United States Holocaust Memorial Museum Collection, 2.12.1986 in San Francisco
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- Mansbach, geborene Eichengrün | Gedenkweg in Sobibor
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April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Lebensdaten 1885 Geburt in Beringhausen 1908 Heirat mit Leopold Louis Mansbach 1909 Geburt von Sohn Erwin 1913 Geburt von Sohn Julius 1914 Weltkriegsteilnahme des Ehemanns 1916 Geburt von Tochter Beate Hildegard 1933 Emigration der Kinder in die Niederlande 1934 Emigration in die Niederlande mit ihrem Ehemann 1940 Tod des Sohnes Erwin beim Bombenangriff auf Rotterdam 1942 Untertauchen der Kinder Julius und Hildegard 1943 Verhaftung der Tochter Hildegard 1943 Deportation und Ermordung der Tochter Hildegard in Sobibor 1943 Verhaftung zusammen mit ihrem Ehemann 1943 Deportation und Ermordung in Sobibor nächste Leopold, Rosas Ehemann Beate, Rosas Tochter Biografie Rosa Rosalie Mansbach wurde 1885 in Beringhausen bei Marsberg im Sauerland geboren. Ihre Eltern waren Simon und Wilhelmine Eichengrün. Sie hatte sechs Geschwister. Erstmals wurden jüdische Bewohner in Beringhausen im 17. Jahrhundert erwähnt. Es gab ab Mitte des 18. Jahrhunderts einen Betraum, zeitweise existierte eine jüdische Schule und es gab einen jüdischen Friedhof. Am 12. Oktober 1908 heiratete Rosa Eichengrün Leopold Louis Mansbach aus Gudensberg in Niedermarsberg. Das Paar ließ sich in Gudensberg nieder und bekam drei Kinder: Erwin, Julius und Beate Hildegard. Ihr Ehemann Leopold diente als Soldat im Ersten Weltkrieg und erhielt 1917 das Eiserne Kreuz verliehen. Leopold Mansbach führte zusammen mit seinem Bruder einen Viehhandel in der Bahnhofstraße in Gudensberg, er war im Aufsichtsrat der Gewerbebank des Ortes. Sohn Julius Mansbach berichtete in späteren Jahren von seiner schönen Kindheit in Gudensberg. Noch vor 1933 begann er eine Lehre in einem Kaufhaus im Rheinland. Nach 1933 Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten änderte sich das Alltagsleben für die jüdische Bevölkerung schnell. Das vorher scheinbar friedliche Zusammenleben zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Einwohnern der Gemeinde endete bereits 1933, als jüdische Geschäfte und Häuser geplündert und jüdische Bürger misshandelt und verprügelt wurden. Unter dem Eindruck dieser Übergriffe entschied sich die Familie in die Niederlande auszuwandern, ihre zwei Schwägerinnen wohnten bereits dort. Nach dem Aufruf zum Boykott der jüdischen Geschäfte im Frühjahr 1933, wanderte Sohn Julius nach Rotterdam aus. Auch seine Schwester Beate und sein Bruder Erwin flüchteten ebenfalls in die Niederlande. Wenige Monate später verließen auch Rosa und ihr Ehemann Leopold Gudensberg und flohen ebenfalls nach Rotterdam. Leopold verdiente dort sein Geld als Metzger, sein Sohn Erwin arbeitete bei ihm im Geschäft. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande Beim Überfall der Deutschen auf die Niederlande wurde am 14. Mai 1940 Rotterdam bombardiert. Sohn Erwin wurde, wie viele Deutsche Emigranten, von den Niederländern verhaftet und in einem Untergrund-Theater in Rotterdam festgehalten, das Gebäude wurde von Bomben getroffen. Sohn Erwin starb bei diesem Angriff. Mit der Besetzung der Niederlande im Mai 1940 verschärfte sich sowohl die Situation der niederländischen Jüdinnen und Juden als auch der aus Deutschland Geflüchteten dramatisch. Die jüdische Bevölkerung musste Rotterdam verlassen, die Familie zog nach Gorinchem in die Zuisterhuis 9. Als man immer mehr junge Frauen und Männer zur Zwangsarbeit abholte, entschieden sich ihre beiden Kinder Beate und Julius unterzutauchen. Julius fand Unterschlupf bei einer Familie auf einem Dorf in der Nähe von Osterhaut. Die Familie hatte fünf eigene kleine Kinder und versteckte Julius über zwei Jahre auf dem Dachboden des Hauses. Mit ihrer Hilfe gelang es ihm zu überleben. 1947 wanderte er in die USA aus. Er verstarb im Alter von 102 Jahren 2015 in San Francisco. Auch Tochter Beate tauchte in Hardinxveld-Giessendam unter, vermutlich zusammen mit ihrem Freund Louis Leviticus. Louis hatte in der Nähe der Mansbachs gewohnt und dort mit seiner Schwester ein Optikergeschäft betrieben. Die beiden Untergetauchten wurden verraten. Am 10. März 1943 wurden Beate und Louis in ihrem Versteck von der Sicherheitspolizei verhaftet. Beide kamen in Arrest in Rotterdam und wurden am 14. April 1943 in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ gebracht. Deportation von Westerbork nach Sobibor Von Westerbork wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Menschen in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen das Lager mit dem Ziel Mordstätte Sobibor. In Westerbork heirateten die beiden noch, bevor sie am 27. April 1943 den Deportationszug nach Sobibor besteigen mussten. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. Beate Hildegard und ihr Mann Louis Leviticus wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft am 30. April 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor ermordet. In diesem Transport befanden sich weitere 1202 Menschen, niemand von ihnen überlebte. Rosa und Leopold wurden ebenfalls im April verhaftet und in das deutsche Konzentrationslager Herzogenbosch (Camp Vught) eingewiesen. Nach zwei Wochen wurden sie in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ gebracht. Rosa und ihr Ehemann wurden am 18. Mai 1943 mit dem 12. Transport aus dem Lager Westerbork nach Sobibor deportiert. In diesem Transport befanden sich weitere 2509 Menschen, keiner dieser Menschen überlebte. Rosa und Leopold Mansbach wurden direkt nach ihrer Ankunft am 21. Mai 1943 in Sobibor ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Website Alemannia-Judaica zu Gudensberg Website Stolpersteine Dordrecht Interview: Julius Mansbach - United States Holocaust Memorial Museum Collection, 2.12.1986 in San Francisco
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