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  • Koster | Gedenkweg in Sobibor

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  • Speijer-Roos | Gedenkweg in Sobibor

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  • Ochs | Gedenkweg in Sobibor

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  • Dichne-Manasse | Gedenkweg in Sobibor

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  • Jastrow | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Gertrude Emilie Jastrow geboren am 25. Dezember 1895 in Döbeln, Sachsen, Deutschland ermordet am 4. Juni 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Ehemann: Joseph Jastrow geboren am 12. Januar 1881 in Hamburg, Deutschland ermordet am 4. Juni 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Mutter: Selma Ikenberg, geborenen Auerbach geboren am 23. Mai 1865 in Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen, Deutschland gestorben am 28 Dezember 1939 in Berlin-Schöneberg, Deutschland Vater: Adolf Ikenberg geboren am 5. November 1862 in Vlotho, Nordrhein-Westfalen, Deutschland gestorben am 14. September 1942 im Ghetto Theresienstadt Lebensdaten 1895 Geburt in Döbeln ca. 1897 Umzug der Familie nach Leipzig ca. 1913 Umzug der Familie nach Berlin 1923 Ehemann gründet Verlagsbuchhandlung 1924 Heirat mit Joseph Jastrow in Berlin 1939 Enteignung bzw. Liquidierung der Buchhandlung 1939 Tod der Mutter Selma Ikenberg in Berlin 1942 Verschleppung des Vaters Adolf Ikenberg ins Ghetto Theresienstadt, 1942 Tod des Vaters im Ghetto Theresienstadt 1943 Deportation und Ermordung von Gertrud Emilie und ihrem Ehemann Joseph in Sobibor nächste Biografie Leben in Sachsen Gertrud Emilie Ikenberg wurde 1895 in der sächsischen Kleinstadt Döbeln als Tochter von Adolf und Selma Anna Ikenberg geboren. Ihr Vater war Kaufmann und die Familie wohnte in der Königstraße 14, der heutigen Straße des Friedens. Gertrud war noch ein Kleinkind , als die Familie nach Leipzig zog, eine Zeitungsanzeige aus dem Jahr 1897 bewarb das Kaufhaus Ikenberg, ein Geschäft für Putz- und Weißwaren am Lindenauer Markt in Leipzig, das der Vater betrieb. Anfang der 1910er Jahre zog die Familie dann nach Berlin. Leben in Berlin In Berlin lernte Gertrud ihren späteren Ehemann Joseph Jastrow kennen, den sie 1924 heiratete. In der Heiratsurkunde war für sie „ohne Beruf“ angegeben. Gertrud lebte mit ihrem Ehemann in Berlin-Schöneberg, ihr letzter Wohnsitz war die Kaiserallee 21. Die Ehe blieb kinderlos. Ihr Ehemann Joseph war in Hamburg als ältestes Kind von Jenny und Joseph Jastrow geboren. Sein Vater verstarb bereits ein halbes Jahr vor seiner Geburt. Seine Mutter musste Joseph und die älteren Schwestern Rebekka und Amelie allein großziehen. Mit 42 Jahren zog Joseph Jastrow nach Berlin und gründete 1923 eine Verlagsbuchhandlung in Kreuzberg in der Ritterstraße 36. Unter den Nationalsozialisten wurde es Joseph Jastrow immer schwerer gemacht seinen Verlagsbuchhandel erfolgreich zu führen. 1939 wurde seine Buchhandlung schließlich enteignet oder liquidiert. Ende des Jahres 1939 starb Gertrudes Mutter Selma in Berlin. Am 19. August 1942 wurde Gertrudes Vater Adolf im Alter von 79 Jahren von Berlin, zuletzt wohnhaft in der Barbarossasstrasse 40, ins Ghetto Theresienstadt verschleppt, wo er einen Monat später verstarb. Deportation und Ermordung Ende Mai 1943 erhielten Gertrud Jastrow und ihr Ehemann die Aufforderung, sich für einen „Umsiedlungstransport“ in den Osten bereitzuhalten. Anfang Juni mussten sie sich in der „Sammelstelle“ in der Synagoge Levetzowstraße melden. Hier wurden sie registriert, sie mussten ihre Wohnungsschlüssel und Wertgegenstände abgeben. In einem Verzeichnis der Staatspolizei-Leitstelle in Berlin ist das Vermögen von Joseph Jastow als „eingezogen“ deklariert. Am 2. Juni wurden sie zum Bahnhof Berlin-Grunewald gebracht. Mit etwa 1.000 weiteren Jüdinnen und Juden wurden sie von hier aus in Personenwagen dritter Klasse in das deutsche Mordlager Sobibor im heutigen Ostpolen verschleppt. Nach einer zweitägigen Fahrt erreichte der Zug zuerst Lublin, wo etwa 40 arbeitsfähige Männer zwischen 15 und 50 Jahren zur Arbeit ausgesucht wurden. Anschließend fuhr der Zug weiter in das Mordlager. Josef und Gertrud Emilie Jastrow wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft in Sobibor ermordet.Ende Mai 1943 erhielten Gertrud Jastrow und ihr Ehemann die Aufforderung, sich für einen „Umsiedlungstransport“ in den Osten bereitzuhalten. Anfang Juni mussten sie sich in der „Sammelstelle“ in der Synagoge Levetzowstraße melden. Hier wurden sie registriert, sie mussten ihre Wohnungsschlüssel und Wertgegenstände abgeben. In einem Verzeichnis der Staatspolizei-Leitstelle in Berlin ist das Vermögen von Joseph Jastow als „eingezogen“ deklariert. Am 2. Juni wurden sie zum Bahnhof Berlin-Grunewald gebracht. Mit etwa 1.000 weiteren Jüdinnen und Juden wurden sie von hier aus in Personenwagen dritter Klasse in das deutsche Mordlager Sobibor im heutigen Ostpolen verschleppt. Nach einer zweitägigen Fahrt erreichte der Zug zuerst Lublin, wo etwa 40 arbeitsfähige Männer zwischen 15 und 50 Jahren zur Arbeit ausgesucht wurden. Anschließend fuhr der Zug weiter in das Mordlager. Josef und Gertrud Emilie Jastrow wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft in Sobibor ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website zu Deportationen aus dem Deutschen Reich Website zu Stolpersteinen aus Hamburg Treibhaus Döbeln, Niemand kam zurück - Jüdisches Leben im Altkreis Döbeln bis 1945; 2017

  • Leeuw de | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück Leeuw de Gerrit vorherige nächste

  • Baruch | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück Baruch Bertha vorherige nächste

  • Vries de-Prins | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück Vries de-Prins Jeannette vorherige nächste

  • Vleeschhouwer-Hamburg | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück Vleeschhouwer-Hamburg Rachel vorherige nächste

  • Lichtenstein, geborene Frankenthal | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Käthe Lichtenstein geboren am 18. März 1892 in Altenlotheim, Hessen, Deutschland ermordet am 03. Juni 1942 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Ehemann: Meinhard Lichtenstein geboren am 05. Juni 1886 in Volkmarsen, Hessen, Deutschland ermordet am 3. Juni 1942 in der Mordstätte Sobibor Sohn: Arthur Lichtenstein geboren am 7. Februar 1920 in Volkmarsen, Hessen, Deutschland ausgewandert 1938 in die USA gestorben am 8. September 1971 in den USA Tochter: Ilse Lichtenstein geboren am 24. Februar 1923 in Volkmarsen, Hessen, Deutschland ausgewandert im Frühjahr 1940 in die USA gestorben am 26. April 2006 in den USA Tochter: Inge Lichtenstein geboren am 4. Februar 1930 in Volkmarsen, Hessen, Deutschland ermordet am 3. Juni 1942 in der Mordstätte Sobibor Lebensdaten 1892 Geburt in Altenlotheim 1916 Kriegstod ihres Bruders Siegfried 1919 Heirat mit Meinhard Lichtenstein aus Kassel 1920 Tod ihres Bruders Levy als Kriegsfolge 1920 Geburt ihres Sohnes Arthur 1923 Geburt ihrer Tochter Ilse 1930 Geburt ihrer Tochter Inge 1936 Flucht ihres Bruders Adolf in die USA 1937 Flucht ihrer Eltern in die USA 1938 Flucht ihres Bruders Julius in die USA 1938 Flucht des Sohnes Arthur in die USA 1938 Inhaftierung in Volkmarsen zusammen mit der Tochter Ilse 1938 Zerstörung ihrer Schneiderwerkstatt und Berufsverbot 1938 Inhaftierung ihres Ehemannes im Konzentrationslager Buchenwald 1939 Beschlagnahme ihres Hauses und Zwangseinquartierung in die Volksschule 1939 Verschickung ihrer Töchter mit einem Kindertransport in die Niederlande 1940 Flucht ihrer Tochter Ilse in die USA 1941 Rückkehr der jüngeren Tochter Inge nach Volkmarsen zurück 1942 Verschleppung und Ermordung in Sobibor nächste Familienfoto mit den Töchter und ihren Eltern Foto zur Bar Mitzwah von Sohn Arthur Telegram von Meinhard an die Kinder in den USA vom 3. Juni 1942 -dem Tag ihrer Deportation von Kassel Ilse, Inge und Arthur Lichtenstein, ca 1936 Biografie Käthe Lichtenstein, geborene Frankenthal, wuchs im hessischen Altenlotheim bei Frankenau auf. Die Familie Lichtenstein lebte seit Anfang des 19. Jahrhunderts in der kleinen Gemeinde. Käthe Lichtensteins Eltern waren Selig und Rosa Frankenthal, sie hatten neben der Tochter Käthe noch vier Söhne: Levy, Siegried, Adolf und Julius. Käthe Lichtenstein und ihre Familie hatten schwere Schläge zu verkraften. Siegfried fiel 1916, da war sie 24 Jahre alt. Ihr Bruder Levy kam krank aus dem 1. Weltkrieg zurück und verstarb in den 20er Jahren in einer psychiatrischen Klinik. Adolf wanderte 1936 mit seiner Familie in die USA aus. Julius floh 1938 über England ebenfalls in die USA. Sogar ihre alten Eltern flohen mit über 70 Jahren 1937 in die USA. Nach ihrer Heirat verzog Käthe Lichtenstein nach Volkmarsen. 1933 hatte Volkmarsen insgesamt 2650 Einwohner, davon 34 jüdischen Glaubens. Sie trieben Handel oder waren Handwerker. Beide Ehepartner waren in die dortige jüdische Gemeinde eingebunden. Es gab zwei Wohltätigkeitsvereine. Käthe Lichtenstein war aktiv in der Gemeindearbeit tätig. Ihr Ehemann war 2. Vorsitzender der Gemeinde und Thora-Vorleser in der Synagoge, bis 1936 die Synagoge verkauft werden musste. Meinhard und Käthe Lichtenstein wohnten mit ihren drei Kindern Arthur, Ilse und der jüngsten Tochter Inge in Volkmarsen in ihrem eigenen Haus an der Oberen Stadtmauer 33.Die zwei älteren Kinder von Meinhard und Käthe Lichtenstein besuchten die Volksschule in Volkmarsen Am Mönchepfuhl, vermutlich wurde auch die Jüngste noch in Volkmarsen eingeschult. Meinhard Lichtenstein erteilte seinen Kindern an Schabbat Religionsunterricht. Er war ein angesehener Schneidermeister und betrieb zusammen mit seiner Frau eine eigene Werkstatt mit Laden in ihrem Wohnhaus. Käthe Lichtenstein gab Klavierunterricht. Die Eheleute Lichtenstein besuchten hin und wieder Aufführungen im Opernhaus Kassel. Nach 1933 Ab 1933 nahm die Hetze, Ausgrenzung, Verfolgung und der Raubzug gegen die jüdische Bevölkerung ständig zu. Der Laden der Familie Lichtenstein wurde bereits 1933 im Zuge der Aktion „Kauft nicht bei Juden“ angegriffen. Im Mai 1938 floh der älteste Sohn Arthur, in die USA, 1941 ging er zur US-Armee und baute sich später eine Schneiderwerkstatt auf. Die zurückgebliebene Familie in Volkmarsen sah für sich keine Zukunft mehr in Deutschland und bemühte sich ebenfalls um Ausreisepapiere. In der Reichspogromnacht waren der Vater und die ältere Tochter nicht in Volkmarsen. Käthe Lichtenstein und ihre achtjährige Tochter wurden in Schutzhaft genommen. Die Wohnung und die Schneiderwerkstatt der Familie Lichtenstein wurden völlig ausgeraubt und demoliert. Auch Stammkunden beteiligten sich daran. Am nächsten Tag erlitt die Mutter, Käthe Lichtenstein, eine Herzattacke, Tochter Ilse kümmerte sich in der Folgezeit um die Mutter und die jüngere Schwester. Meinhard Lichtenstein kam nach seiner Rückkehr in Schutzhaft und wurde im örtlichen Gefängnis im Kellergewölbe des Rathauses eingesperrt, vollzogen von einem Polizisten, der sein bester Freund und Nachbar – selbst kein Freund der Nationalsozialisten und heimlicher Helfer der Familie - war. Zwei Tage später wurde Meinhard Lichtenstein ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt, von wo er sechs Wochen später von Misshandlungen gezeichnet, abgemagert und erschöpft zurückkehrte. Das Geschäft durfte nicht wiedereröffnet werden, zusätzlich mussten sie eine „Judenvermögensabgabe“ an den Fiskus entrichten. Die Familie lebte vorerst vom Ersparten und den Erträgen ihres Gartens. Neben dem Wohnhaus, das 1942 beschlagnahmt wurde, besaß die Familie ein Gartengrundstück, das sie bereits Anfang 1939 verkauften, allerdings gestattete ihnen der Käufer – eben jener wohlgesonnene erwähnte Nachbar - das halbe Nutzungsrecht. Die Familie Lichtenstein verarmte weitestgehend. Nach der Reichspogromnacht mussten die jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner Volkmarsens und mit ihnen die Familie Lichtenstein im jüdischen Schulhaus wohnen - diese Maßnahme zielte schon auf die späteren Deportationen. Es wurden ihnen knappe Lebensmittelmarken zugeteilt, für sie gab es weder Milch, noch Fleisch, noch Eier. Einige wenige christliche Volkmarser Bürgerinnen und Bürger unterstützten sie heimlich. Verschickung der Kinder in die Niederlande Am 3. Januar 1939 verschickten die Eltern schweren Herzens ihre beiden Töchter zu ihrer Sicherheit in ein Kinderheim ins niederländische Bergen aan Zee. Ein Jahr später, am 4. April 1940 verließ die 17-jährige Tochter Ilse die Niederlande ebenfalls in Richtung USA, ihr Bruder hatte das Visum besorgt. Die jüngste Tochter Inge fand Unterschlupf bei einer jüdischen Familie in Rotterdam, sie wurde Ende Juni 1941 nach Volkmarsen zurückgebracht. Der Familie Lichtenstein gelang es nicht, rechtzeitig Ausreisepapiere für die USA zu bekommen. Die Deportation von Kassel nach Sobibor Für die zweite von den drei großen zentral organisierten Deportationen aus dem Regierungsbezirk Kassel standen sechs Personen aus Volkmarsen auf der Deportationsliste. Zum 31.5.1942 wurde die Familie Lichtenstein in die `Sammelstelle´ in der Turnhalle der Wörth-Schule in der Kasseler Schillerstraße bestellt. Hier wurden sie registriert und ihr Gepäck durchsucht. Für die „Aussiedlung in den Osten“ waren 50 Kilogramm Gepäck und fünfzig Reichsmark pro Person erlaubt. Das gesamte noch vorhandene Hab und Gut wurde – soweit nicht schon geschehen – staatlich konfisziert. Einige für die Lichtensteins wichtige Dinge – Stoffe, Bücher, Nähmaschine und Porzellan – verwahrten Nachbarn vierzig Jahre lang, bis sie diese der überlebenden Tochter Ilse Meyer übergeben konnten. Die Lichtensteins wurden am Morgen des 1. Juni 1942 mit insgesamt 508 jüdischen Kindern, Frauen und Männern aus dem Geheimen Staatspolizei-Bezirk Kassel von der „Sammelstelle“ in der Schillerstraße zum nahen Hauptbahnhof geführt, wo der Sonderzug „Da 57“ bereitstand. Die Streckenführung von „Da 57“ verlief von Hanau u.a. über Kassel und Halle nach Sobibor. Mit diesem Deportationszug wurden etwa 1.000 Juden und Jüdinnen aus über siebzig verschiedenen Orten v.a. aus Hessen und Sachsen-Anhalt in den Osten verschleppt. Der Zielbahnhof des Transportes war Izbica. Izbica war ein jüdisches Sztetl im „Distrikt Lublin“, mit etwa 7.000 Einwohnern, davon 80 Prozent jüdischen Glaubens. Izbica war für insgesamt 27.000 Jüdinnen und Juden eines von über zwanzig „Durchgangsghettos“ im „Distrikt Lublin“ im Generalgouvernement. Hier wurden die verschleppten Menschen für die geplante Ermordung konzentriert und in neue Transporte zusammengefasst, damit einhergehend wurden hier die Todgeweihten ihrer letzten kläglichen Habe beraubt. In Izbica kamen etwa 7.500 Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich an, etwa 20.000 kamen aus Österreich, Tschechien, der Slowakei und Luxemburg. Allerdings war das erste Ziel des Sonderzugs „Da 57“ nicht wie angegeben Izbica, sondern das Anschlussgleis zum Zwangsarbeitslager „Alter Flughafen“ in Lublin. Dort wurden aus dem Transport etwa 115 junge, starke Männer zur Zwangsarbeit für das Todes- und Konzentrationslager Majdanek ausgewählt und hier wurden die Gepäckwagen mit dem schweren Gepäck abgekoppelt. Dieser Zug fuhr anschließend direkt nach Sobibor weiter, wo er am 3. Juni 1942 ankam; ab Juni 1942 fuhr kein Deportationszug mehr zu einem Transitghetto. Die Familie Lichtenstein wurde unmittelbar nach ihrer Ankunft im deutschen Mordlager Sobibor ermordet. In Volkmarsen erinnert seit 1999 ein Straßenname an die mit 12 Jahren in Sobibor ermordete Inge Lichtenstein. Brief von Ilse Lichtenstein an ihren Bruder Arthur Ilse Lichtenstein hielt sich zu der Zeit auf Initiative eines jüdischen Wohltätigkeitsvereins in einem Kinderheim in den Niederlanden auf, ihr Bruder Arthur war bereits in die USA ausgewandert: Bergen, den 10.1.1939 Meine Lieben! Heute will ich euch ein paar Zeilen senden. Wir sind hier in Bergen in einem Kinderheim. Am Mittwoch, dem 4. sind wir hierhergekommen. Es gefällt uns sehr gut. 91 Kinder sind wir hier. Jungens und Mädels. Wir haben es gut hier. Stehen morgens um 7 Uhr auf und gehen abends um 8 Uhr zu Bett. Jeden Morgen und auch oft nachmittags gehen wir spazieren. Jetzt haben wir Wolle bekommen für Pullover zu stricken. Jeden Abend werden wir gebadet. Jetzt will ich euch in bisschen von Deutschland erzählen. Aber nicht viel. Wie ihr ja wisst, sind alle Männer im KZ gewesen. Der liebe Papa und Friedel* waren auch da. Papa war 4 Wochen und Friedel 5 Wochen dort. Natürlich kamen sie mit kahlgeschorenen Köpfen zurück. Auch dort haben sie es nicht besonders gehabt. 3 Tage nichts zu essen und überhaupt kein Wasser. Viele Leute sind meschugge geworden. Auch Lehrer Stern aus Frankenberg. Er ist in die Latrine gesprungen. Onkel Isaak ist einen Tag zurückgekommen und dann gleich irr gewesen. Er hatte Eiter in Mund und Nase und konnte gar nicht sprechen. Hugo Wertheim hatte Blutvergiftung und ist verbrannt worden. Die Urne ist zurückgekommen. Auch der Vater von Walter Steinmann ist 3 Tage zu Hause gewesen, hat Lungenentzündung bekommen und ist gestorben. Ach, so manches könnte ich Euch schreiben. Jeden Tag hat man nur andere Todesanzeigen gelesen. Ihr könnt euch ja gar nicht denken, was wir alles mitgemacht haben. An die Demolierung zu Hause darf ich gar nicht denken. Du. Lieber Arthur, würdest die Zimmer kaum wiedererkennen. In Friedels Zimmer ist nichts mehr ganz. Schränke, Betten, Kommode, Stühle und alles was im Zimmer war, sind kaputt. Die langen Matratzen haben auf der Straße gelegen. Auch die Federbetten und Friedels ganze Wäsche. Die Schränke haben auch umgelegen. Keine Tasse und kein Teller waren ganz. Gelee und Eier sind zusammengelaufen. 3 große Fässer Scherben haben wir gehabt. Nur in meinem Zimmer ist der Spiegel noch ganz. Die Wäsche aus den Schränken musste alle gewaschen werden, denn sie war schmutzig und nass. Acht Tage vorher, Ihr werdet es noch wissen, hatten wir Würste gemacht. Von 30 Stück sind noch 5 übriggeblieben. Im Wohnzimmer hat es bunt ausgesehen. Kein Bild, kein Teller und keine Tasse waren mehr ganz. Die Schabbeslampe ist auch kaputt. Der Teppich war mit Mehl, Himbeersaft und Erdbeeren verziert. Daß keine Scheibe im Haus mehr heil war, könnt ihr euch ja denken. Dieses war der Donnerstagabend und des Morgens ist der liebe Papa geholt worden. In der Nacht waren die Lieben noch alle zusammen und am anderen Morgen ist Papa nach Buchenwald gekommen. Was alles gestohlen ist kann ich gar nicht sagen. Friedels 2 Anzüge und Mantel, Papas schwarzer Anzug, meine ganze Wäsche und Kleider. Vom Lager sind 18 Anzüge, 6 gestreifte Hosen, Winterulster und viele Futtersachen. Und dann noch das schönste, 1600 Reichsmark Vermögensabgabe als Buße. Ist das nicht allerhand? Wenn der liebe Papa jetzt arbeiten dürfte, könnte er sich 5 Gesellen halten. Wenn nur das Konsulat schneller arbeiten würde, daß wir fort könnten, denn die ganze Ungewissheit ist entsetzlich. Seht bitte mal zu, ob Ihr nicht etwas machen könnt, denn die lieben Eltern können unmöglich länger in Deutschland bleiben. Denn käme noch einmal eine Trennung, so wäre es sehr schlimm. Auch sorgt bitte dafür, dass wir bald weiter können, denn wir wollen den Leuten hier nicht zur Last fallen. Schreibt bitte mal an das Hilfskomitee in Amsterdam oder in New York, ob nichts zu machen ist. … Ich glaube Euch nun genug geschrieben zu haben, antwortet bald und seid herzlich gegrüßt von Eurer Ilse. *Friedel ist Siegfried Meyer, Schneidergeselle; er lebte und arbeitete im Haus der Lichtensteins Quelle: Ernst Klein, Verschwundene Nachbarn – verdrängte Geschichte, 2012, S. 109f Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Website Statistik des Holocaust Website Alemannia Judaica Hänschen, Steffen, Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust, 2018 Gottwald, Alfred/ Schulle, Diane, Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, 2005 Kingreen, Monika u.a., Hanauer Juden 1933-1945, Entrechtung, Verfolgung, Deportation, 1998 Klein, Ernst, Verschwundene Nachbarn – verdrängte Geschichte, 2012 Lilienthal, Marion u.a. (Hg.), Auf Omas Geburtstag fahren wir nach P., Die gewaltsame Verschleppung von Juden aus Waldeck-Frankenberg 1941/1942, Riga, Sobibor/Majdanek, Theresienstadt, 2013 Magistrat der Stadt Kassel – Stadtarchiv, Hg., Namen und Schicksale der Juden Kassels 1933 – 1945,ein Gedenkbuch, 1986 Ernst Klein in: Waldecksche Landeszeitung vom 16.8.2012 (Verhaftung durch Nachbarn) Interviews: Interview mit Ilse Meyer, geb. Lichtenstein; USC Shoah Foundation, 29.4.1996 in Louisville, Kentucky, USA Interview mit Meinhardt Meyer; USC Shoah Foundation, 29.4.1996 in Louisville, Kentucky, USA

  • Isaac-Gerritse | Gedenkweg in Sobibor

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  • Kratzenstein, geborene Strauß | Gedenkweg in Sobibor

    < zurück vorherige Dina Kratzenstein, geborene Strauß geboren am 14. April 1867 in Eimelrod, Hessen, Deutschland ermordet am 30. April 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Ehemann Selig Felix Kratzenstein, Rufname Felix geboren am 25. Januar 1864 in Marienhagen, Hessen, Deutschland verstorben am 10. Juli 1919 in Marienhagen, Hessen, Deutschland Sohn Hermann Kratzenstein geboren am 5. Februar 1891 in Marienhagen, Hessen, Deutschland umgekommen am 27. Januar 1945 im Konzentrationslager Leitmeritz Tochter Hedwig Kratzenstein, verheiratete Winter geboren am 28. Februar 1895 in Marienhagen, Hessen, Deutschland ermordet am 19. Oktober 1942 in der deutschen Mordstätte Auschwitz-Birkenau Tochter Herda Kratzenstein geboren am 07. April 1900 in Marienhagen, Hessen, Deutschland verstorben am 24. März 1983 in Zell am Harmersbach Sohn Julius Joseph Kratzenstein geboren am 2. April 1904 in Marienhagen, Hessen, Deutschland verstorben 1990 in den USA Schwiegertochter:Emilie Wertheim, verheiratete Kratzenstein geboren am 30. März 1894 in Schüttdorf, Niedersachsen, Deutschland ermordet am 6. Oktober 1944 in der Mordstätte Ausschwitz-Birkenau Enkelin Hilde Kratzenstein, verwitwete Meijer, verheiratete Cohen geboren am 5. Februar 1919 in Schüttdorf, Niedersachsen, Deutschland verstorben am 10. März 2006 in Benidorm, Spanien Enkelin Ilse Kratzenstein geboren am 17. Dezember 1921 in Niedermarsberg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland ermordet am 6. Oktober 1944 in der Mordstätte Auschwitz-Birkenau Enkel Erich Kratzenstein geboren am 21. März 1927 in Niedermarsberg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland umgekommen am:24. März 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg Schwiegersohn Max Winter geboren am 23. September 1895 geboren in Jastrow, Polen (damals Deutsch Krone, Schlesien) ermordet am 31. März 1944 in der Mordstätte Auschwitz-Birkenau Enkelin Berni Winter, später verheiratete van Gelder geboren am 16. Oktober 1920 in Marienhagen, Hessen, Deutschland ermordet am 19. Oktober 1942 in der Mordstätte Auschwitz-Birkenau Enkelin Gertrud Winter geboren am 9. Juni 1924 in Marienhagen, Hessen, Deutschland ermordet am 19. Oktober 1942 in der Mordstätte Auschwitz-Birkenau Schwiegerenkel Karel van Gelder, verheiratet mit Enkelin Berni Winter geboren am 9. Juni 1922 in Borne, Niederlande ermordet am 31. März 1944 in der Mordstätte Auschwitz-Birkenau Schwiegerenkel Otto Meijer, verh. mit Enkelin Hilde Kratzenstein geboren am 26. Juni 1917 in Groningen, Niederlande ermordet am 6. Januar 1944 im Konzentrationslager Auschwitz-Monowitz Lebensdaten 1867 Geburt in Eimelrod 1890 Heirat mit Selig Felix Kratzenstein 1891 Geburt des Sohnes Hermann 1895 Geburt der Tochter Hedwig 1900 Geburt der Tochter Herda 1904 Geburt des Sohnes Julius Joseph 1918 Heirat des Sohnes Hermann 1919 Tod des Ehemannes Felix Kratzenstein 1919? Heirat der Tochter Hedwig mit Max Winter 1919 Übernahme des Geschäfts durch Schwiegersohn Max Winter 1920 Heirat von Tochter Herda 1927 Studium des Sohnes Julius 1930? Heirat des Sohnes Julius 1933 Emigration des Sohnes Hermann in die Niederlande 1934 Abschluss des Rabbinerstudiums des Sohnes Julius Joseph 1936 Tausch ihres Hauses in Marienhagen gegen zwei Häuser in Enschede, Niederlande 1936 Flucht in die Niederlande mit der Familie ihrer Tochter Hedwig 1942 Verhaftung und Verschleppung der Familie ihres Sohnes Hermann nach Westerbork 1943 Verschleppung von Sohn Hermann und Ehefrau Emilie nach Theresienstadt 1943 Verhaftung, Verschleppung nach Westerbork 1943 Ermordung in Sobibor 1944 Verschleppung von Sohn Hermann und Enkel Erich über Dachau nach Flossenbürg 1944 Verschleppung und Tod der Familie ihrer Tochter Hedwig in Auschwitz 1945 Ermordung ihres Sohnes Hermann in Leitmeritz nächste Tochter Hedwig mit ihrem Ehemann Max Winter Felix und Dina Kratzenstein Dina mit ihren Enkelinnen Gertrud und Berni Dinas Enkel Erich und Enkelin Ilse Gedenkstein für Dina Kratzenstein in Sobibór Biografie Dina Katzenstein wuchs in Eimelrod, einem kleinen Ort bei Willingen im Sauerland auf. Sie heiratete 1890 Selig Felix Kratzenstein aus Marienhagen. Dort bewirtschaftete Selig Felix Kratzenstein das Gasthaus „Zum grünen Kranze“ mit einer dazugehörenden kleinen Landwirtschaft. Außerdem betrieben sie einen Gemischtwarenladen. Das Paar bekam vier Kinder. Ihr Sohn Hermann kam 1891 zur Welt, Tochter Hedwig 1895, Tochter Herda 1900 und das jüngste Kind Julius Joseph 1904. 1919 verstarb ihr Ehemann Felix Kratzenstein. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof in Vöhl beerdigt. 1919 heiratete ihre Tochter Hedwig Max Winter aus Schlesien. Schwiegersohn Max Winter übernahm den Gasthof und den Gemischtwarenladen von Dina Kratzenstein. Das Paar bekam zwei Töchter, 1920 wurde Berni geboren, 1924 Gertrud. Dina blieb im Haus der Familie ihrer Tochter wohnen. Die Mädchen besuchten die Volksschule Marienhagen. Flucht in die Niederlande Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 flüchteten bis zu 50.000 deutsche Jüdinnen und Juden legal oder auch illegal in die Niederlande. 1938 wurde die zunächst liberale Aufnahmepolitik verschärft. Nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen im Mai 1940 wurden sukzessive die niederländischen Juden und die jüdischen Flüchtlinge erfasst, ausgegrenzt und verfolgt. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch etwa 15.000 deutsche Jüdinnen und Juden in den Niederlanden. 1933 war bereits ihr Sohn Hermann mit Familie in die Niederlande geflohen. 1936 flüchtete auch Dina Kratzenstein zusammen mit der Familie ihrer Tochter Hedwig nach Enschede in die Niederlande. Sie tauschten ihr großes Haus in Marienhagen mit zwei Häusern der Familie Stevens in Enschede, die nebeneinander im Bruggersteeg 277 lagen. Dort lebten in der Folgezeit die geflüchteten Familienmitglieder Kratzenstein. Die Familie Stevens zog nach Marienhagen und bewohnte und bewirtschaftete die dort erworbene Gaststätte. Dina Kratzenstein selbst blieb, nachdem ihre Familienmitglieder im Oktober 1942 inhaftiert wurden, allein in Enschede zurück. Die Versuche des Sohnes in der Schweiz für sie Ausreisepapiere zu bekommen, blieben erfolglos. Die Personenkarte des Konzentrationslagers s´Herzogenbusch belegt, dass sie am 8. April 1943 dort eingeliefert wurde. Zwei Wochen später wurde sie in das Polizeiliche Durchgangslager Westerbork verschleppt. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Juden und Jüdinnen in die Mordlager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. 65 Deportationszüge fuhren zwischen 1942 und 1944 in die Mordstätte Auschwitz – Birkenau. In Westerbork traf sie vermutlich noch einmal auf ihre Enkel Hilde, Erich und Ilse. Nach nur fünf Tagen musste Dina Kratzenstein kurz vor ihrem 76. Geburtstag in Westerbork einen Deportationszug besteigen, der sie und 1203 weitere Jüdinnen und Juden in das Mordlager Sobibor brachte. Nach einer beschwerlichen dreitägigen Fahrt erreichte der Zug am 30. April 1943 Sobibor. Dina Kratzenstein wurde direkt nach ihrer Ankunft in Sobibor ermordet. Die Ermordung ihrer Familienmitglieder ging nach ihrem Tod weiter. Insgesamt fielen neun ihrer allernächsten Familienangehörigen der Shoa zum Opfer. Die Familie der Tochter Hedwig Im Oktober 1942 wurden ihre Tochter Hedwig, verheiratete Winter, Ehemann Max und die beiden Töchter Berni und Gertrud in Enschede verhaftet und ins Polizeiliche Durchgangslager Westerbork verschleppt. Enkelin Berni heiratete noch in Westerbork Karel van Gelder. Trauzeugen waren ihr Vater Max und ihr Onkel Hermann Kratzenstein. Am 16. Oktober 1942, nur wenige Tage nach der Hochzeit, wurden Berni van Gelder, ihre Schwester Gertrud Winter und die Eltern Hedwig und Max Winter nach Auschwitz deportiert. Am 18. Oktober übernahm die SS-Bereitschaft im Konzentrationslager Auschwitz um 8.45 Uhr einen Transport des Reichssicherheitshauptamtes mit 1710 Jüdinnen und Juden aus Holland. 1594 Deportierte wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet. 116 Frauen erhielten eine Häftlingsnummer und wurden ins Lager aufgenommen. Die oben Erwähnten waren nicht unter ihnen. Karel van Gelder wurde im selben Zug nach Auschwitz deportiert. Er wurde zum 31. März 1944 in Auschwitz als verschollen erklärt. Die Familie von Sohn Hermann Dinas Sohn Hermann Kratzenstein heiratete Emilie Wertheim aus Schüttdorf in Niedersachsen. Das Paar bekam drei Kinder. Die älteste Tochter Hilde wurde 1919 in Schüttdorf geboren. Tochter Ilse 1921 und Sohn Erich 1927 in Niedermarsberg im Sauerland, wo die Familie nun lebte. Hermann Kratzenstein war von Beruf Handelsvertreter. Im Juli 1933 emigrierte er mit seiner Familie nach Enschede in die Niederlande. Im Oktober 1942 wurden er und seine gesamte Familie verhaftet und nach Westerbork gebracht. Hermann und seine Ehefrau Emilie wurden am 21. April 1943 von Westerbork nach Theresienstadt verschleppt. Ihre beiden Kinder Ilse und Erich blieben noch bis Januar 1944 in Westerbork, um sie dann ebenfalls nach Theresienstadt zu deportierten. Sohn Hermann und Enkel Erich wurden im September 1944 über Auschwitz und Dachau nach Flossenbürg verschleppt. Sohn Hermann starb am 27. Januar 1945 in Leitmeritz, einem Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Enkel Erich kam am 24. März 1945 in Flossenbürg ums Leben. Schwiegertochter Emilie und ihre Tochter Ilse wurden am 4. Oktober 1944 von Theresienstadt nach Auschwitz verschleppt. Am 6. Oktober 1944 kam ein Transport aus dem Ghetto Theresienstadt mit 1500 jüdischen Kindern, Frauen und Männern in Auschwitz-Birkenau an. Nach Selektionen wurden mehrere hundert junge Deportierte ins Lager aufgenommen. Alle anderen wurden in den Gaskammern ermordet. Unter ihnen die Schwiegertochter Emilie und die Enkelin Ilse. Die älteste Tochter von Hermann Kratzenstein, Dinas Enkelin Hilde, hatte 1940 den Schlesier Otto Meijer geheiratet. Sie wurde ebenfalls in Westerbork inhaftiert und am 14. September 1943 zusammen mit ihrem Ehemann in das Konzentrationslager Auschwitz - Birkenau verschleppt. Am 16. September traf in Auschwitz ein RSHA-Transport aus Niederlanden ein. 578 Menschen wurden unmittelbar nach der Selektion an der Rampe in den Gaskammern ermordet. 233 Männer wurden mit den Häftlingsnummern 150605 bis 150837 ins Lager aufgenommen, 194 Frauen erhielten die Häftlingsnummern 62367 bis 62560 und wurden ebenfalls ins Lager aufgenommen. 140 dieser ins Lager aufgenommene Frauen aus diesem Transport wurden einige Tage später auf die Versuchsstation von Prof. Dr. Clauberg im Block 10 in Auschwitz I inhaftiert. Er führte in Zusammenarbeit mit der Fa. Schering Sterilisationsversuche an Frauen durch. Eine von ihnen war Hilde Meijer. Sie überlebte gesundheitlich schwer geschädigt ihre Haftzeit. Ihr Ehemann kam im Konzentrationslager Auschwitz-Monowitz am 6. Januar 1944 ums Leben. Hilde Meijer heiratete 1947 noch einmal und hieß dann Cohen. Sie verstarb 2006 in Spanien, wohin sie nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes ausgewandert war. Sie sprach Zeit ihres Lebens nicht über ihre Erlebnisse in Auschwitz. Die Tochter Herda Tochter Herda Kratzenstein heiratete 1920 Josef Maier. Er war katholischen Glaubens und stammte aus Süddeutschland. Herda zog zu ihm und wenig später wurde ihre Tochter Ilse geboren. Herda überlebte die Zeit der Verfolgung und starb 1983 in Zell am Harmersbach in Baden-Württemberg in Deutschland. Die Familie von Sohn Julius Joseph Dinas jüngster Sohn Julius Joseph Kratzenstein besuchte die Volksschule in Marienhagen und studierte anschließend im jüdischen Lehrerseminar in Münster. Für einige Zeit unterrichtete er danach in Sobernheim, wo er seine spätere Frau Rosel Müller kennenlernte. Ab 1927 studierte er in Berlin Geschichte, Philosophie und Pädagogik. 1929 war er an der Universität in Zürich eingeschrieben und hielt sich zu Studienzwecken in Israel auf. Den Abschluss des Rabbinerstudiums legte er 1934 in Berlin ab. Seine Frau blieb in Zürich und kümmerte sich um ihren dort 1932 geborenen Sohn. Wieder zurück in Zürich unterrichtete Julius Joseph Kratzenstein Hebräisch und wurde später stellvertretender Rabbiner in der Züricher jüdischen Gemeinde. Von Zürich aus versuchte er seiner Mutter Dina Ausreisepapiere zu besorgen, wie auf ihrer Karteikarte des Judenrates in Amsterdam vermerkt ist. Doch seine Bemühungen schlugen fehl. Nach dem Krieg war er für drei Jahre Großrabbiner in Luxemburg. Später wanderte er zusammen mit seiner Familie in die USA aus, wo er 1990 starb. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Website Opferdatenbank Theresienstadt Website Synagoge in Voehl Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945, 1989

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