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Hans-Lion Frankenberg

geboren am 8. Januar 1904 in Alkmaar, Niederlande
ermordet am 23. Juli 1943 im deutschen Mordlager Sobibor

Familie

Mutter Cäcillie Frankenberg geboren am 9. Oktober 1875 in Wuppertal, Nordrhein-Westfalen, Deutschland ermordet am 23. Juli 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Vater Louis Frankenberg geboren am 1. Januar 1876 in Höxter, Nordrhein-Westfalen, Deutschland gestorben am 24. Januar 1936 in Alkmaar, Niederlande Ehefrau Gertrude Klara Frankenberg, geb. Goldschmidt geboren am 2. Januar 1907 in Frankfurt/M, Hessen, Deutschland ermordet am 23. Juli 1943 in Sobibor Tochter Eva Cilliy Frankenberg geboren am 1. März 1933 in Alkmaar, Niederlande Sohn Louis Frankenberg geboren am 8. Oktober 1936 in Alkmaar, Niederlande Schwester Else Ada Frankenberg geboren am 9. August 1909 in Alkmaar, Niederlande ermordet am 8. Februar 1944 im deutschen Mord- und Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

Lebensdaten

1904 Geburt in Alkmaar 1931 Heirat mit Gertrude Klara Goldschmidt 1933 Geburt der Tochter Eva Cilliy 1936 Geburt des Sohnes Leon 1936 Übernahme der Buchhandlung seines Vaters 1940 Arisierung der Buchhandlung 1941 Zwangsumsiedlung in das Jüdische Viertel in Amsterdam 1942 Versteck der beiden Kinder in Hilversum 1943 Deportation und Ermordung in Sobibor
Porträtfoto
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Hans-Lion und Ehefrau Gertrude Klara


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Familienfotos der Familie Frankenberg, Hans-Lion mit Gertrude Klara und den beiden Kindern Eva und Loius


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Tochter Eva und Sohn Hans


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Biografie

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Hans-Lion Frankenberg wurde 1904 in Alkmaar geboren. Dort heiratete er 1931 Gertrude Klara Goldschmidt, die aus Frankfurt/Main stammte. Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Eva, die 1933 zur Welt kam, und Louis, der 1936 geboren wurde. Die Familie wohnte in einem Haus in der Juliana van Stolberglaan 12.
Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1936 übernahm Hans-Lion die Buchhandlung seines Vaters, die zu den größten in Nordholland gehörte.




Antisemitische Übergriffe

Als 1940 die Deutsche Wehrmacht die Niederlande besetzte, wurde sehr bald die Buchhandlung arisiert. Ein   Jahr später mussten sie ihre Wohnung zwangsweise räumen, die nunmehr ein deutscher Arzt bezog.


Im März 1941 erhielt die Familie, wie alle anderen jüdischen Haushalte in Alkmaar, eine Aufforderung des Jüdischen Rates in Amsterdam, binnen zweier Tage ihre Wohnungen zu verlassen, um nach Amsterdam umgesiedelt zu werden. Dort wurden sie, gemeinsam mit Hans-Lions Mutter Cäcillie Frankenberg und deren Eltern, im Jüdischen Viertel untergebracht, in dem die Lebensbedingungen immer schwieriger wurden. Immerhin gelang es ihnen 1942, ihre beiden Kinder, Eva und Louis über Kontakte beim niederländischen Kinderschutzbund, in einem Kinderheim in Hilversum unterzubringen, wo sie mit einer nichtjüdischen Identität untertauchen konnten. Mit gefälschten Papieren war beiden ein Schulbesuch möglich.




Verschleppung und Deportation

Die Familie Frankenberg lebte im Jüdischen Viertel in einem Versteck, das allerdings am 14. Juli 1943 verraten wurde. Sie wurden verhaftet und kurzfristig in ein Amsterdamer Gefängnis verbracht. Wenige Tage später wurden sie nach Westerbork verschleppt.


Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. jüdischer Flüchtlinge und niederländischen Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt – 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor.


Am 20. Juli 1943 wurden sie nach Sobibor deportiert, wo sie drei Tage später ankamen und ermordet wurden.



Die Rettung der Kinder

Im Februar 1944 wurde Louis aufgrund eines anonymen Verrats im Kinderheim festgenommen und nach Westerbork verschleppt. Eva war zu diesem Zeitpunkt in der Schule, wodurch sie einer Verhaftung entging. Für sie wurde auf einem Bauernhof ein Versteck gefunden, in dem sie die Zeit der Verfolgung überleben konnte. 


Der damals erst siebenjährige Louis fand in Westerbork Unterstützung von seinem Cousin, der Mitglied im Jüdischen Rat Amsterdam war. Seine unmittelbare Deportation konnte allerdings nur verzögert werden. Im September 1944 wurde Louis in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Dort gelangte er in die Obhut eines Ehepaares, dem es gelang, Teil eines Transportes von 1.200 Jüdinnen und Juden zu werden, den das Internationale Rote Kreuz nach langen Verhandlungen durchsetzte, und die Bedrohten in die Schweiz brachte. Louis lebte dort ein Jahr lang in einem Kinderheim in Caux, bevor er im April 1946 wieder in die Niederlande zurückkehrte.


Dort traf er seine Schwester wieder. Beide emigrierten 1947 nach Brasilien, wo Verwandte lebten. Eva lebte zuletzt in der Schweiz, Hans blieb in Brasilien, lebte in Sao Paulo.



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Verwendete Dokumente und Literatur

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