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Louis Leviticus

geboren am 18. Juli 1918 in Dordrecht, Provinz Südholland, Niederlande
ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor

Familie

Ehefrau Beate Hildegard Leviticus-Mansbach geboren am 4. Februar 1916 in Gudensberg, Hessen, Deutschland ermordet am 30. April 1943 in Sobibor Vater Felix Leviticus geboren am 8. April 1879 in Grave, Niederlande ermordet am 24. September 1942 im Konzentrations- und Mordlager Auschwitz-Birkenau Mutter Emma Leviticus, geborene Goldstein geboren am 14. Februar 1883 in Heerlen, Niederlande ermordet am 24. September 1942 im Konzentrations- und Mordlager Auschwitz-Birkenau Bruder Henri Leviticus geboren am 5. Dezember 1912 in Dordrecht, Niederlande ermordet am 31. Januar 1943 im Konzentrations- und Mordlager Auschwitz-Birkenau Schwester Sophia Rosette Cahn, geborene Leviticus geboren am 4. Dezember 1913 in Dordrecht, Niederlande ermordet 11. Dezember 1942 im Konzentrations- und Mordlager Auschwitz-Birkenau Schwester Cato de Vries, geborene Leviticus geboren am 16. März 1915 in Dordrecht, Niederlande verstorben am 29. April 2019 in Melbourne, Australien Schwester Nelly Meijer, geb. Leviticus geboren am 27. Juli 1916 in Dordrecht, Niederlande verstorben am 4. Januar 1979 in Utrecht, Niederlande Bruder Isidor Leviticus geboren am 6. Januar 1920 in Dordrecht, Niederlande verstorben am 24. November 2009 in Israel

Lebensdaten

1918 Geburt in Dordrecht, Niederlande ? Ausbildung zum Optiker 1940 Übernahme eines Optikergeschäfts mit Schwester Nelly 1942 Geht mit seiner Freundin Beate Mansbach in den Untergrund 1943 Verrat und Verhaftung 1943 Verschleppung nach Westerbork 1943 Heirat mit Beate Mansbach 1943 Deportation und Ermordung zusammen mit Ehefrau in Sobibor
Porträtfoto
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Familie Leviticus mit 4 v.r. Vater Felix, Sohn Harry, Mutter Emma, Tochter Nelly, Sohn Louis und Tochter Sophie


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Sophie Leviticus, Louis Schwester


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Beate Leviticus-Mansbach, Louis Ehefrau


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Stolpersteine in Dordrecht im Spuiboulevard 206 für die Familie Leviticus


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Gedenkstein für die Familie Mansbach-Leviticus


Biografie

Louis Leviticus wurde als fünftes von sechs Kindern von Felix und Emma Leviticus in Dordrecht geboren. Sein Vater besaß einen Altstoffhandel für Lumpen, Metall und Papier. Die Familie Leviticus verstand sich als religiös. Einige Familienmitglieder arbeiteten in jüdischen Vereinen mit. Die Söhne der Familie waren im jüdischen Fußballverein Hakadoer aktiv. Louis erlernte den Beruf des Optikers. Seine zwei Jahre ältere Schwester Nelly Leviticus arbeitete in Gorichem im Optikergeschäft North. Dort kümmerte sie sich auch um die drei Kinder der Familie des Optikers.




Nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen

Nach der Besetzung der Niederlande beging der Besitzer des Optikgeschäfts Selbstmord. Davor hatte er bereits seine ganze Familie getötet. Nelly beschloss, zusammen mit ihrem Bruder Louis das Optikergeschäft in Gorichem zu übernehmen. Wahrscheinlich lernte Louis hier seine spätere Frau Beate Hildegard kennen. Sie war 1933 aus Deutschland emigriert und wohnte unweit des Optikergeschäfts. Im Sommer 1942 begannen die deutschen Besatzer junge Männer und Frauen zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich zu verschleppen. Louis und seine Freundin Beate Hildegard Mansbach beschlossen unterzutauchen. Sie versteckten sich in Hardinxveld-Giessendam. Die beiden wurden verraten und am 10. März 1943 in ihrem Versteck von der Sicherheitspolizei verhaftet. Sie kamen vorübergehend in Arrest in Rotterdam und wurden am 14. April 1943 in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ verbracht. Dort heirateten beide noch am 24. April 1943. Die beiden waren eines von 261 Paaren, die im Lager Westerbork den Bund der Ehe schlossen.

Von hier aus wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Menschen in den „Osten“ verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel der deutschen Mordstätte Sobibor. Am 27.April 1943 mussten sie den Deportationszug nach Sobibor besteigen. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. In diesem Transport befanden sich weitere 1202 Menschen, keiner dieser Menschen überlebte. Auch Beate Hildegard und ihr Mann Louis Leviticus wurden vermutlich direkt nach ihrer Ankunft am 30. April 1943 im Mordlager Sobibor ermordet.




Seine Familie

Drei Geschwister von Louis, Nelly, Cato und Isidor konnten untertauchen und mit Hilfe von Mitbürgern das Kriegende erleben. Seine Eltern und seine Geschwister Henri und Sophia waren bereits 1942 über Westerbork in das deutsche Konzentrations- und Mordlager Auschwitz verschleppt und dort ermordet.




Verwendete Dokumente und Literatur

Interview:

Julius Mansbach - United States Holocaust Memorial Museum Collection, 2.12.1986 in San Francisco

Cato de Vries – USC Shoa Foundation, 10.7.1996 in Cheltenham, Australia


Website des Archivs ITS Arolsen

Website Gedenkbuch des Bundesarchivs

Website Joods Monument 

Website Alemannia-Judaica zu Gudensberg

Website Stolpersteine Dordrecht





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