
Louis Leviticus
geboren am 18. Juli 1918 in Dordrecht, Provinz Südholland, Niederlande
ermordet am 30. April 1943 im deutschen Mordlager Sobibor
Familie
Lebensdaten


Familie Leviticus mit 4 v.r. Vater Felix, Sohn Harry, Mutter Emma, Tochter Nelly, Sohn Louis und Tochter Sophie

Sophie Leviticus, Louis Schwester

Beate Leviticus-Mansbach, Louis Ehefrau

Stolpersteine in Dordrecht im Spuiboulevard 206 für die Familie Leviticus

Gedenkstein für die Familie Mansbach-Leviticus
Biografie
Louis Leviticus wurde als fünftes von sechs Kindern von Felix und Emma Leviticus in Dordrecht geboren. Sein Vater besaß einen Altstoffhandel für Lumpen, Metall und Papier. Die Familie Leviticus verstand sich als religiös. Einige Familienmitglieder arbeiteten in jüdischen Vereinen mit. Die Söhne der Familie waren im jüdischen Fußballverein Hakadoer aktiv. Louis erlernte den Beruf des Optikers. Seine zwei Jahre ältere Schwester Nelly Leviticus arbeitete in Gorichem im Optikergeschäft North. Dort kümmerte sie sich auch um die drei Kinder der Familie des Optikers.
Nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen
Nach der Besetzung der Niederlande beging der Besitzer des Optikgeschäfts Selbstmord. Davor hatte er bereits seine ganze Familie getötet. Nelly beschloss, zusammen mit ihrem Bruder Louis das Optikergeschäft in Gorichem zu übernehmen. Wahrscheinlich lernte Louis hier seine spätere Frau Beate Hildegard kennen. Sie war 1933 aus Deutschland emigriert und wohnte unweit des Optikergeschäfts. Im Sommer 1942 begannen die deutschen Besatzer junge Männer und Frauen zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich zu verschleppen. Louis und seine Freundin Beate Hildegard Mansbach beschlossen unterzutauchen. Sie versteckten sich in Hardinxveld-Giessendam. Die beiden wurden verraten und am 10. März 1943 in ihrem Versteck von der Sicherheitspolizei verhaftet. Sie kamen vorübergehend in Arrest in Rotterdam und wurden am 14. April 1943 in das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“ verbracht. Dort heirateten beide noch am 24. April 1943. Die beiden waren eines von 261 Paaren, die im Lager Westerbork den Bund der Ehe schlossen.
Von hier aus wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Menschen in den „Osten“ verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel der deutschen Mordstätte Sobibor. Am 27.April 1943 mussten sie den Deportationszug nach Sobibor besteigen. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. In diesem Transport befanden sich weitere 1202 Menschen, keiner dieser Menschen überlebte. Auch Beate Hildegard und ihr Mann Louis Leviticus wurden vermutlich direkt nach ihrer Ankunft am 30. April 1943 im Mordlager Sobibor ermordet.
Seine Familie
Drei Geschwister von Louis, Nelly, Cato und Isidor konnten untertauchen und mit Hilfe von Mitbürgern das Kriegende erleben. Seine Eltern und seine Geschwister Henri und Sophia waren bereits 1942 über Westerbork in das deutsche Konzentrations- und Mordlager Auschwitz verschleppt und dort ermordet.
Verwendete Dokumente und Literatur
Interview:
Julius Mansbach - United States Holocaust Memorial Museum Collection, 2.12.1986 in San Francisco
Cato de Vries – USC Shoa Foundation, 10.7.1996 in Cheltenham, Australia
Website des Archivs ITS Arolsen
Website Gedenkbuch des Bundesarchivs
Website Alemannia-Judaica zu Gudensberg
Website Stolpersteine Dordrecht