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- Höflich | Gedenkweg in Sobibor
< zurück vorherige Gerda Höflich geboren am 7. Juni 1932 in Melsungen, Hessen, Deutschland ermordet am 3. Juni 1942 im deutschen Mordlager Sobibor Familie Vater: Nathan Höflich geboren am 7. Juni 1894 in Rengshausen, Hessen, Deutschland ermordet am 3. Juli 1942 im deutschen Konzentrationslager Lublin/Majdanek Mutter: Hilde Höflich, geborene Rothschild geboren am 25. Februar 1896 in Abterode, Hessen, Deutschland ermordet am 3. Juni 1942 im deutschen Mordlager Sobibor Lebensdaten 1932 Geburt in Melsungen 1938 Einschulung 1938 Inhaftierung des Vaters in Buchenwald für einige Wochen 1938 Aufenthalt im Versteck mit der Mutter 1938 Plünderung und Verlust des Geschäfts und des Hauses 1938 Inhaftierung des Vaters im Konzentrationslager Buchenwald für einen Monat 1939 Zwangsweiser Umzug der Familie nach Kassel 1939 Unterbringung im jüdischen Waisenhaus 1939 Besuch der jüdischen Schule in Kassel 1940 Zwangsarbeit des Vaters u.a. bei der Straßenreinigung 1942 Verschleppung der Familie nach Lublin 1942 Selektion des Vaters in Lublin zur Arbeit in Majdanek 1942 Weiterfahrt von Gerda, ihrer Schwester und ihrer Mutter nach Sobibor, wo sie ermordet werden 1942 Tod des Vaters in Majdanek 1942 Konfiszierung des gesamten Vermögens der Familie nächste Biografie Gerda Höflich wurde 1932 in Melsungen geboren. Ihr Vater Nathan Höflich war in dem kleinen Dorf Rengshausen in der Nähe von Kassel aufgewachsen. Sein Vater, Gerdas Großvater, war früh verstorben. Die Großmutter führte den Familienbetrieb, einen Gemischtwarenladen, den sie später an ihren Sohn übergab. 1930 heiratete er in Abterode Hilde Höflich. Die Familie waren die einzigen jüdischen Bewohner im Dorf. Sie wohnten im Haus Nr. 7. Der Ort war sehr klein, eine Synagoge und einen jüdischen Friedhof gab es im benachbarten Beiseförth. Der Ehe von Nathan und Hilde Höflich entstammte die Tochter Gerda, sie wurde 1932 im Krankenhaus in Melsungen geboren. Ausgrenzung und Verfolgung Gerda besuchte die öffentliche Schule im Ort, wo sie von ihren Mitschülern wegen ihres jüdischen Glaubens oft gehänselt wurde. In der der Dorfschule gab es nur zwei Schulklassen, Gerda musste von Beginn an die höhere Klasse besuchen, denn der Lehrer der anderen Klasse weigerte sich, ein jüdisches Mädchen zu unterrichten. Der Boykott der jüdischen Geschäfte nach 1933 wirkte sich schnell auf das Geschäft der Familie Höflich aus. Immer weniger Kunden kamen in den Laden. In der Reichspogromnacht im November 1938 wurde das Geschäft der Höflichs überfallen und geplündert, die Familie war zu diesem Zeitpunkt nicht zuhause. Nachbarn hatten sie gewarnt und in der Papiermühle im Dorf versteckt. Ihr Vater Nathan Höflich entging allerdings nicht der Verhaftung. Er wurde im Konzentrationslager Buchenwald bis zum 10. Dezember 1938 interniert. Die Mutter Hilde Höflich blieb mit ihrer Tochter Gerda einige Wochen in einer kleinen Wohnung in ihrem Versteck in der Papiermühle. Ohne ihr Geschäft war es der Mutter nicht möglich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Also verkaufte sie nach und nach ihr Hab und Gut. Die Familie konnte nun nicht mehr zurück in ihr Haus und zog gezwungenermaßen nach Kassel. Auch hier waren sie in verschiedenen Wohnungen gemeldet. Dies ist ein Hinweis darauf, dass sie immer wieder zwangsweise die Wohnung wechseln mussten. Gerda war eine Zeit lang im israelitischen Waisenhaus in Kassel gemeldet. Wahrscheinlich besuchte sie von hier aus die jüdische Schule in Kassel, die sich im benachbarten Gebäude befand. Ihr Vater Nathan Höflich musste Zwangsarbeit leisten. Eine ehemalige Nachbarin aus Rengshausen sah ihn mit einer jüdischen Arbeitskolonne in Kassel beim Straßenkehren. Raub, Deportation Im Frühjahr 1942 erhielt die Familie Höflich die Nachricht über ihre bevorstehende „Umsiedlung in den Osten“. Zum 31. Mai 1942 wurden sie in die ‚Sammelstelle‘ in der Turnhalle der Wörth-Schule in der Kasseler Schillerstraße bestellt. Hier wurden sie registriert und ihr Gepäck durchsucht. Für die „Aussiedlung in den Osten“ waren fünfzig Kilogramm Gepäck und fünfzig Reichsmark pro Person erlaubt. Das gesamte vorhandene Hab und Gut wurde – soweit nicht schon geschehen – staatlich konfisziert Vater Nathan Höflich verfügte im Oktober 1939 über 15.015 Reichsmark. Vermutlich bestritt die Familie damit ihren Unterhalt. Im Juni 1942 verfügte Nathan Höflich noch über 1.115,41 Reichsmark. Mutter Hilde Höflich hatte bei der Sparkasse Homberg ein Guthaben von 2354,37 Reichsmark. Das Vermögen fiel mit der Deportation an das Reich. Das bewegliche Inventar und Grundeigentum wurde 1942 ebenfalls konfisziert und in der Folgezeit vermietet bzw. verpachtet. 1958 wurden die Immobilien der Familie Höflich an einen privaten Besitzer verkauft. Die zweite von den drei großen zentral organisierten Deportationen aus dem Regierungsbezirk Kassel fand am 1. Juni 1942 statt. Am Morgen des 1. Juni 1942 wurden 508 jüdische Kinder, Frauen und Männern aus dem-Bezirk Kassel von der Geheimen Staatspolizei von der „Sammelstelle“ in der Schillerstraße zum nahen Hauptbahnhof geführt, wo der Sonderzug „Da 57“ bereitstand. Die Streckenführung von „Da 57“ verlief von Hanau u.a. über Kassel und Halle nach Sobibor. Mit diesem Deportationszug wurden etwa 1.000 Juden und Jüdinnen aus über siebzig verschiedenen Orten v.a. aus Hessen und Sachsen-Anhalt in den Osten verschleppt. Sobibor, Auschwitz, Treblinka Vom „Alten Flughafen“ fuhr der Zug mit Gerda und ihrer Mutter Hilde direkt nach Sobibor weiter, wo er am 3. Juni 1942 ankam. Gerda wurde kurz vor ihrem 10. Geburtstag zusammen mit ihrer Mutter Hilde unmittelbar nach ihrer Ankunft in Sobibor ermordet. In dem Zug befanden sich auch Gerdas Cousin Fritz und ihre Cousine und Margarethe Falkenstein. Fritz starb in Majdanek, Margarethe in Sobibor. Ihre Mutter Hanna, Nathans Schwester, und ihr Ehemann Victor wurden über Theresienstadt nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet. Hildes Eltern wurden in Treblinka ermordet. Ihre Schwester Flora Oppenheimer, ihr Ehemann Isidor und 2 Söhne wurden ebenfalls in demselben Zug aus Kassel verschleppt. Die Söhne starben in Majdanek, Flora und ihr Ehemann in Sobibor. 3 weitere Kindern gelang rechtzeitig die Emigration in die USA. Hildes Schwester Rachel wurde im Frühjahr 1943 ebenso in Sobibor ermordet, ihre Schwester Grete 1942 in Treblinka. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website zu Deportationen aus dem Deutschen Reich Website Hassia Judaica - Jüdisches Kleinstadt- und Landleben in Hessen Gottwald, Alfred/ Schulle, Diane, Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, 2005 Kingreen, Monika u.a., Hanauer Juden 1933-1945, Entrechtung, Verfolgung, Deportation, 1998 Hänschen, Steffen, Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust, 2018
- Gogh van-Konijn | Gedenkweg in Sobibor
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- Asch | Gedenkweg in Sobibor
< zurück vorherige Ruth Eva Asch geboren am 1. Oktober 1923 in Hoechst, Hessen, Deutschland ermordet am 23. Juli 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Familie Verlobter: Philipp Jacobs geboren am 8. Dezember 1922 in Amsterdam, Niederlande gestorben am 31. Juli 2013 in den Niederlanden Vater: Bruno Asch geboren am 23. Juli 1890 in Wollstein (heute Wolsztyn), Kreis Posen (heute Poznań), heute Polen begeht Selbstmord am 16. Mai 1940 in Amsterdam Mutter: Margarete Asch, geborene Hauschner geboren am 16. Juni 1886 in Potsdam, Brandenburg, Deutschland ermordet am 13. März 1943 in der Mordstätte Sobibor Schwester: Mirjam Asch geboren am 11. März 1920 in Berlin, Deutschland ausgewandert 1939 von Amsterdam nach Palästina gestorben im Jahr 2020 in Rechovot, Israel Schwester: Renate Charlotte Asch geboren am 24. April 1928 in Frankfurt am Main, Deutschland ermordet am 13. März 1943 in der Mordstätte Sobibor Lebensdaten 1923 Geburt in Hoechst, ihrer ältere Schwester Mirjam ist drei Jahre alt 1924? Umzug nach Frankfurt 1928 Geburt ihrer Schwester Renate Charlotte 1931 Vater wird Stadtkämmerer in Berlin, 1933 Flucht der Familie von Berlin in die Niederlande 1939 Flucht ihrer Schwester Mirjam nach Palästina 1940 Selbstmord des Vaters in den Niederlanden 1941 Flucht ihres Verlobten Philipp Jacobs 1942 Inhaftierung in Herzogenbusch und Westerbork 1943 Verschleppung und Ermordung ihrer Mutter und Schwester in der Mordstätte Sobibor 1943 Verschleppung und Ermordung ihres Großvaters und zweier Tanten in Auschwitz 1943 Verschleppung und Ermordung in der Mordstätte Sobibor, gemeinsam mit den Eltern ihres Verlobten nächste Bruno Asch, Ruth Evas Vater Renate Asch, Ruths Schwester Biografie Ruth Eva Asch wurde als mittleres Kind ihrer Familie in Hoechst bei Frankfurt am Main geboren. Ruth Asch hatte noch eine ältere Schwester, die bereits 1920 geboren wurde, ihre jüngere Schwester Renate-Charlotte kam 1928 zur Welt. Die vielen Umzüge der Familie hingen eng mit der politischen Orientierung und Verfolgung ihres Vaters zusammen. Ihr Vater Bruno Asch war SPD-Mitglied und seit 1920 hauptamtlicher Wirtschaftsdezernent der Stadt Höchst; er wurde 1923 zum Bürgermeister der Stadt gewählt und im selben Jahr entlassen. Danach war er Stadtrat in Frankfurt am Main und die Familie siedelte dorthin um. Ab 1931 war der Vater Stadtkämmerer in Berlin. Wiederum folgte ihm die Familie nach Berlin. Nach 1933 Als 1933 die Nationalsozialisten die Macht übernahmen, wurde der Vater aufgrund seines Glaubens und der Zugehörigkeit zur SPD aus seinem Amt entlassen. Die Familie emigrierte mit ihren drei Kindern im Herbst 1933 nach Amsterdam in die Niederlande. Mit ihnen flohen auch der Großvater und zwei Tanten mütterlicherseits nach Amsterdam und bezogen dort eine gemeinsame Wohnung. In Amsterdam konnte Ruth Eva Asch die jüdische Schule für angewandte Kunst besuchen. Die Situation der jüdischen Flüchtlinge verschlechterte sich in den Niederlanden. In der zweiten Hälfte der 30er Jahren wurden zunehmend Arbeitsverboteverbote eingeführt, dies führte zunehmend zur Abhängigkeit von Hilfsorganisationen Die Schwester Mirjam Asch emigrierte 1939 aus den Niederlanden nach Palästina. Sie hielt über den Postweg Kontakt zur Familie. Auf den Karteikarten des Judenrats in Amsterdam sind ihre Anfragen zum Verbleib der Familie verzeichnet. Sie heiratete später in Israel und verstarb 2020. Wenige Tage nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen, am 16. Mai 1940, beging der Vater von Eva Asch Selbstmord. Mehr als 300 weitere Amsterdamer Jüdinnen und Juden nahmen sich an diesem Tag das Leben. Über zionistische Kreise lernte Ruth Philip Jacobs kennen, sie verlobten sich. Im Sommer 1941 nahmen die Verhaftungen von jungen jüdischen Männern zu, die in Arbeits- oder Konzentrationslager verschleppt wurden. Unter diesem Eindruck verließ Philip Jacobs auf Drängen von Eltern und Freunden die Niederlande. Nach einem langen Fluchtweg traf er letztlich in Großbritannien ein und schloss sich dort der britischen Armee an und diente bei der Royal Air Force. Seine Verlobte sah er niemals wieder. Den Verlust seiner Familie und seiner Verlobten schildert er schluchzend im Jahr 2020 beim Prozess gegen den Sobibor-Täter Demjanuk: „Die Ereignisse von damals prägen alle Tage meines Lebens.“ Verhaftung und Deportation Die verhafteten und verschleppten Jüdinnen und Juden in den Niederlanden wurden v.a. in Westerbork inhaftiert. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Kamp Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Jüdinnen und Juden in die nationalsozialistischen Mordstätten. Von Westerbork wurden zwischen 1942 und 1944 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt – 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel der Mordstätte Sobibor. Ruth Eva Asch, ihre 13-jährige Schwester Renate Charlotte und ihre Mutter Margarete wurden am 10. Februar 1942 erst in das Konzentrationslager s´Herzogenbusch und zehn Tage später in das Lager Westerbork verschleppt. Ruths 87-jähriger Großvater, Jacob Hauschner, wurde zusammen mit seinen beiden Töchtern, Nanny-Else und Gertrud am 23. Februar 1943 von Westerbork in das deutsche Vernichtungslager Auschwitz in Polen deportiert. Sie wurden direkt nach ihrer Ankunft am 26.2.1943 ermordet. Die Mutter Margarete wurde drei Wochen später, am 10. März 1943, zusammen mit Ruths Schwester Renate Charlotte von Westerbork nach Sobibor deportiert. Dies war der 2. Transport, der Westerbork in Richtung Sobibor mit insgesamt 1105 Menschen verließ. Am 13. März 1943 erreichten sie das deutsche Vernichtungslager Sobibor, wo sie unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet wurden. Ruth Eva Asch wurde zusammen mit den Eltern ihres Verlobten Philip Jacobs, Samuel und Duifje Jacobs, am 20. Juli 1943 von Westerbork nach Sobibor deportiert. Dies war der letzte von 19 Transporten, der Westerbork in Richtung Sobibor verließ. In diesem Zug befanden sich weitere 2206 Menschen. Ruth und ihre Schwiegereltern in spe wurden direkt nach ihrer Ankunft im Mordlager Sobibor ermordet. Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website Joods Monument Jüdisches Museum Berlin; Buchvorstellung Helga Krohn Website Gedenkseite zu Bruno Asch Interviews: Interview mit Philip Jacobs: getuigenverhalen.nl
- Goudeket-Vega | Gedenkweg in Sobibor
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- Karlsberg, geborene Simon | Gedenkweg in Sobibor
< zurück vorherige Bertha Emilie Karlsberg, geborene Simon geboren am 12. November 1872 in Mainz, Rheinland Pfalz, Deutschland ermordet am 23. Juli 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Familie Ehemann:Moses, Rufname Moritz, Karlsberg geboren am 26. April 1865 in Fränkisch Crumbach, Hessen, Deutschland ermordet am 23. Juli 1943 in der deutschen Mordstätte Sobibor Tochter: Ilse Karlsberg, verh. Unna geboren am 16. Dezember 1893 in Hamburg, Deutschland verstorben am 21. Juni 1984 in Givat Haim, Israel Sohn: Ernst Karlsberg geboren am 29. März 1895 in Hamburg, Stadt Hamburg, Deutschland verstorben am 8. Oktober 1935 in Hamburg, Deutschland Sohn: Bernhard Karlsberg geboren am 11. Oktober 1899 in Hamburg, Deutschland verstorben am 18. Januar 1985 in Hoofddorp, Provinz Nordholland, Niederlande Lebensdaten 1872 Geburt in Mainz 1893 Heirat mit Moses Moritz Karlsberg 1893 Geburt der Tochter Ilse 1895 Geburt des Sohnes Ernst Karlsberg 1897 Ehemannes übernimmt Postens seines Vaters 1897 Kauf eines Hauses als Familienwohnsitz 1899 Geburt des Sohnes Bernhard 1913 Heirat der Tochter Ilse, verheiratete Unna 1917 Notabitur des Sohnes Bernhard 1917 Teilnahme des Sohnes Bernhard am Ersten Weltkrieg 1921 Sohn Bernhard promoviert in Jura 1922 Eintritt von Sohn Bernhard in den väterlichen Betrieb 1922 Heirat des Sohnes Ernst mit Nanette Lanzkorn 1922 Heirat des Sohnes Bernhard mit Ilse Heilbronn 1922 Geburt der Enkelin Luise 1923 Geburt der Enkelin Rachel 1925 Geburt der Enkelin Ruth 1926 Geburt des Enkels Walter 1933 Unterbringung der Kinder von Sohn Bernhard in der Schweiz >1933 Sohn Bernhard verteidigt als Jurist KPD-Mitglieder bei Gericht 1935 Haftbefehl gegen Sohn Bernhard wegen Hochverrats 1935 Flucht von Sohn Bernhard und Ehefrau Ilse in die Schweiz 1935 Tod des Sohnes Ernst Karlsberg 1936 Haftbefehl gegen Schwiegertochter Ilse wegen KPD-Mitgliedschaft 1936 Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft von Sohn Bernhard und Ehefrau Ilse 1936 Auswanderung von Schwiegertochter Nanette Karlsberg mit den beiden Kindern nach Palästina 1937 Flucht des Sohnes Bernhard in die Niederlande 1937 Nachzug der Schwiegertochter Ilse und der drei Enkelkinder in die NL 1938 Ehemann kündigt seine Posten als Mitinhaber und Direktor seiner Firma 1938 Verteilung des Vermögens an die Kinder und Geschwister 1938 Nichtinanspruchnahme des englischen Dauervisums 1938 Auswanderung in die Niederlande, zusammen mit Ehemann Moses 1938 Emigration der Tochter Ilse mit ihrem Ehemann nach Palästina 1940 Sohn Bernhard geht in den niederländischen Untergrund 1940 Verhaftung der Schwiegertochter Ilse Karlsberg 1941 Die Kinder von Bernhard und Ilse Karlsberg gehen in den Untergrund 1941 Ihre Schwester Alice wird mit ihrem Ehemann nach Litzmannstadt verschleppt, das weitere Schicksal ist unbekannt 1942 Verschleppung der Schwiegertochter Ilse nach Theresienstadt 1943 Verhaftung und Verschleppung nach Westerbork 1943 Verschleppung und Tod der Schwiegermutter von Sohn Bernhard in Sobibor 1943 Deportation und Tod in der Mordstätte Sobibor 1944 Verschleppung und Tod der Schwiegertochter Ilse in der Mordstätte Auschwitz - Birkenau nächste Moses Karlsberg, Berthas Ehemann Schwiegertochter Ilse Mathilde Karlsberg Biografie Bertha Emilie Simon wurde 1872 in Mainz geboren. Sie war die älteste Tochter des Weingroßhändlers Heinrich Simon und dessen Ehefrau Antonie geborene Strauss. An ihrem 18. Geburtstag lernte Emilie bei einer Reise nach Hamburg ihren späteren Mann Moses Karlsberg kennen. Die beiden hielten Briefkontakt und verlobten sich 1892. In Hamburg grassierte zu dieser Zeit Cholera, die Familie Karlsberg verbrachte deshalb einige Zeit in Frankfurt am Main. Am 19. März 1893 heiratete das Paar dort. Sie kehrten nach Hamburg zurück und wohnten drei Jahre am Hansaplatz gegenüber den Eltern Karlsberg. Danach wohnten sie fünf Jahre in der Grindelallee. 1893 wurde ihre Tochter Ilse geboren, 1895 Sohn Ernst, 1899 Sohn Bernhard. Ihr Ehemann Moses hatte Jura studiert. Er arbeitete im väterlichen Betrieb, der deutschen Vertretung der Cunard Stream Ship Company, die seit 1849 in den Händen der Familie Karlsberg lag. Nach dem Tod des Schwiegervaters übernahm ihr Ehemann dessen Position. Nach dem Tod ihres Schwiegervaters, kauften sie ein Haus für die Familie in der Klosterallee 8, wo sie mit ihrer Familie 28 Jahre lang lebten. Dort wuchsen die drei Kinder der Familie auf. Moritz und Emilie engagierten sich unter anderem in der Henry-Jones-Loge, dem Humanitären Frauenverein und in der jüdischen Gemeinde. Soziales Engagement war schon in der Familie ihres Ehemannes wichtig und man setzte dies fort. Ihr Ehemann Moritz Karlsberg baute eine der größten Passagier-Agenturen auf dem europäischen Kontinent für die britische Cunard-Linie aus. Ihr Sohn Bernhard arbeitete ab 1922 ebenfalls in der Firma. Flucht in die Niederlande Ehemann Moritz leitete die Agentur bis ins Frühjahr 1938. Nach der Anfrage der Nationalsozialisten bei der Cunard-Line Gesellschaft ob die Leitung des Betriebes in arischen Händen sei, kündigte Moritz seine Stellung als Mitinhaber und Direktor. Von seinem Dezernenten aus Liverpool erhielt er Unterstützung. Man plante gemeinsam seine Auswanderung nach England. Ihr Vermögen verteilten sie unter ihren Kindern und Geschwistern auf. Emilie und ihr Ehemann hatten ein Dauer-Visum für England. Im August 1938 verließen sie Hamburg. Moritz und Emilie gingen aber nicht in das letztlich sichere England, sondern zogen zu ihrem Sohn Bernhard in die Niederlande. Bertha und Moses Karlsberg wurden am 1. Juni 1943 in das Polizeiliche Durchgangslager Westerbork gebracht. Sie wurden am 20. Juli 1943 mit dem 19. Transport, der das Lager Westerbork in Richtung der deutschen Mordstätte Sobibor im heutigen Polen verließ, deportiert. Sie waren zu diesem Zeitpunkt 71 und 78 Jahre alt. In diesem Transport befanden sich weitere 2007 Menschen, keiner dieser Menschen überlebte. Moses und Bertha Karlsberg wurden in Sobibor am 23. Juli 1943 unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet. Tochter Ilse Karlsberg heiratete 1913 den 1888 in Altona geborenen Zahnarzt Alfred Unna. Dem Paar gelang es, im September 1938 nach Palästina auszuwandern. Ilse Unna verstarb 1984 in Israel. Sohn Ernst Karlsberg heiratete vermutlich 1922 Nanette Lanzkorn aus Hamburg. Sie bekamen zwei Kinder, Luise und Lina. Ernst Karlsberg starb am 8. Oktober 1935 eines natürlichen Todes. Seine Witwe und die beiden Kinder emigrierten 1936 nach Palästina. Sie erhielten hebräische Namen, aus Luise wurde Lea, aus Lina Rivka. Lea heiratete Aharon Chefetz und lebte bis 1948 im Kibbuz Beit Arava und später im Kibbuz Kabri im Norden von Galiläa. Das Paar bekam drei Kinder. Zu ihrer Familie zählten letztlich ebenso mehrere Enkel und Urenkel. Lea verstarb 2001 in Israel. Zum Schicksal von Rivka ist weiter nichts bekannt. Sohn Bernhard Karlsberg Er legte 1917 seinem Notabitur ab und diente noch im 1. Weltkrieg, unter anderem als Übersetzer. Nach dem Krieg begann er sein Studium in Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten in Berlin, Kiel, München und Hamburg. 1921 promovierte er und nahm eine Anstellung in der Firma seines Vaters an. Er betätigte sich politisch in der Kommunistischen Partei Deutschlands. 1922 heiratete die ebenfalls aus Hamburg stammende Kindergärtnerin Ilse Heilbronn. Das Paar bekam in den nächsten vier Jahren drei Kinder, Rahel wurde 1923 geboren, Ruth 1925 und Walter 1926. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten verteidigte Bernhard Karlsberg politische Gefangene. 1934 wurde wegen des Verdachts des Hochverrats ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Seine 10-, 8- und 7-jährigen Kinder hatte er bereits vorsorglich in die Schweiz geschickt. Er selbst floh im Januar 1935 und seine Frau wenige Monate später ebenfalls in die Schweiz. Ehefrau und Kinder flohen weiter nach Prag. Bernhard versuchte währenddessen eine Arbeitsgenehmigung in Frankreich oder in den Niederlanden zu bekommen. In der Zwischenzeit wurde ihm und seiner Frau die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Auch gegen seine Ehefrau Ilse wurde Haftbefehl erlassen, ihr wurde die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei zur Last gelegt. 1937 gelang es Bernhard eine Arbeitserlaubnis als Rechtsanwalt in den Niederlanden zu bekommen. Er zog nach Amsterdam und wenige Monate später konnten auch seine Frau und die drei Kinder nachkommen. Seine Schwiegermutter Franziska Heilbronn zog im Februar 1939 ebenfalls nach Amsterdam. 1940, nach der Besetzung der Niederlande durch die Nationalsozialisten ging Bernhard in den Untergrund, da der Haftbefehl von 1935 noch immer galt, er engagierte sich im Widerstand. Er überlebte. Die Ehefrau Ilse Mathilde Karlsberg lebte weiter in der Legalität, sie wollte für ihre Mutter und die Schwiegereltern sorgen. Im September 1940 wurde Ilse verhaftet und 1941 ins Konzentrationslager Fuhlsbüttel gebracht. Nach einigen Wochen wurde sie unter der Auflage von Hausarrest entlassen und wohnte in Hamburg. Am 20. Juli 1942 wurde sie von dort nach Theresienstadt verschleppt und am 19. Oktober 1944 von dort nach Auschwitz deportiert, wo sie starb. Die drei Kinder wurden 1940 in ein Flüchtlingslager für deutsch-jüdische Kinder nach Wieringen gebracht. Als das Lager 1941 geschlossen wurde, lebten die Kinder im Untergrund. 1943 wurden die beiden Mädchen Ruth und Rachel an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten verhaftet und nach Westerbork verschleppt. Mit der Hilfe des Vaters und von Freunden konnten sie jedoch fliehen und lebten anschließend wieder im Untergrund, wo auch ihr Bruder Walter den Krieg überlebte. (Eine Aussage der Enkelin Rachel zeigt, wie dramatisch sich für sie die Realität tatsächlich gestaltete. Siehe unten.) Die Schwiegermutter von Ilse Karlsberg, Franziska Heilbronn, wurde über Westerbork nach Sobibor verschleppt, wo sie am 16. Juli 1943 ermordet wurde. Aussage der Enkelin Rachel zu ihrer geplanten Deportation aus Westerbork: Rachel stand für den 4. Februar 1944 auf der Transportliste von Westerbork nach Auschwitz. Sie hatte bereits den Waggon bestiegen, sprang aber wieder hinaus und landete direkt vor den Füßen des Kommandanten von Westerbork. Sie bat ihn höflich nicht mitfahren zu müssen. Der Kommandant schickte sie tatsächlich wieder zurück in ihre Baracke. Beim nächsten Transport, für den sie vorgesehen war, versteckte sie sich in einer nahegelegenen Toilette. Danach konnte sie für zwei Tage im Lager untertauchen. Mit Hilfe anderer Menschen konnte sie fliehen und in den Untergrund gehen. Aus: Interview USC Shoa Foundation mit Rachel Raven am 19. Januar 1996 in Clifton, New Jersey Verwendete Dokumente und Literatur Website des Archivs ITS Arolsen Website Gedenkbuch des Bundesarchivs Website zu Stolpersteinen aus Hamburg Website Joods Monument Interview USC Shoa Foundation mit Rachel Raven am 19. Januar 1996 in Clifton, New Jersey
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- Selowsky | Gedenkweg in Sobibor
< zurück vorherige Oskar Selowsky geboren am 19. Dezember 1891 in Dresden, Sachsen, Deutschland ermordet am 13. März 1943 im deutschen Mordlager Sobibor Familie Ehefrau: Eleonora Selowsky, geborene Eichenberg geboren am 1. April 1902 in Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen, Deutschland ermordet am 13. März 1943 im Mordlager Sobibor Sohn: Heinrich Peter Selowsky geboren am 8. Oktober 1925 in Dresden, Sachsen, Deutschland ermordet am 13. März 1943 im Mordlager Sobibor Tochter: Karin Friedel Selowsky geboren am 1. August 1931 in Delft, Niederlande ermordet am 13. März 1943 im Mordlager Sobibor Mutter: Elli Selowsky geboren am 12. Mai 1871 in Sulechów, Polen, damals Zülichau, Preußen verstorben am 23. Juni 1938 in Dresden, Deutschland Vater: Heinrich Selowsky geboren am 19. Juni 1853 in Sulęcin, Polen, damals Zielezig, Preußen verstorben am 14. Juni 1922 in Dresden, Deutschland Bruder: Ernst Richard Selowsky geboren am 29. August 1895 in Dresden, Sachsen, Deutschland flüchtet 1938 nach Südamerika verstorben 1975 in Genf, Schweiz Bruder: Selowsky, Heinz Kurt geboren am 25. Dezember 1903 in Dresden, Sachsen, Deutschland flüchtet 1938 nach Südamerika verstorben nach 1963 Lebensdaten 1891 Geburt in Dresden 1895 Geburt des Bruders Heinz Kurt 1903 Geburt des Bruders Ernst Richard 1922 Tod des Vaters Heinrich Selowsky 1922 Übernahme des väterlichen Tabakgeschäfts 1923 Heirat mit Eleonora Eichenberg aus Düsseldorf 1924 Konkurs seines Tabakgeschäfts 1925 Geburt des Sohnes Heinrich Peter 1929 Auswanderung in die Niederlande 1931 Geburt der Tochter Karin Friedel 1933 Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft 1937 Prüfung der Ehefrau zur Physiotherapeutin 1938 Flucht des Bruders Heinz Kurt Selowsky nach Chile 1938 Flucht des Bruders Ernst Richard Selowsky nach Chile 1938 Tod der Mutter Elli Selowsky in Dresden 1939 Abitur des Sohnes Heinrich Peter in Delft 1943 Einquartierung der befreundeten Nachbarfamilie van Hoorn 1943 Verhaftung der Familien Selowsky und van Hoorn 1943 Verschleppung nach Westerbork 1943 Verschleppung und Ermordung in Sobibor, zusammen mit Jenny Jeidels-Stamm 1943 Verschleppung und Ermordung der Familie van Hoorn nach Sobibor nächste Der 4. Geburtstag von Oskars Tochter Karin, das Mädchen mit dem weißen Hut vorn links, ihr Bruder Peter hinten Mitte. Emmy van Hoorn ganz rechts und daneben Reni Jeidels, die Kinder der befreundeten Familien Eleonora Selwosky, Oskars Ehefrau Stolpersteine für die Familie Selowsky in der Julianalaan in Delft Biografie Oskar Selowsky wurde 1891 in Dresden geboren. Die jüdische Geschichte Dresdens reicht zurück bis ins 12. Jahrhundert. Bereits im 13. Jahrhundert gab es eine Synagoge, im 19. Jahrhundert erbaute Gottfried Semper auf deren Fundamenten die neue Synagoge, die in der Reichspogromnacht 1938 zerstört wurde. 1933 lebten etwa 5.000 Jüdinnen und Juden in Dresden. Die erste Deportation fand im Januar 1942 statt, sie hatte das Ghetto Riga zum Ziel. Bei Ende des Krieges lebten vierzig jüdische Bürgerinnen und Bürger in Dresden. Oskar Selowsky wurde als ältestes Kind von Elli und Heinrich Selowsky geboren. Seine beiden jüngeren Brüder Ernst Richard und Heinz Kurt kamen 1895 und 1903 ebenfalls in Dresden zur Welt. Sein Vater Heinrich führte mit seinem Bruder den ‚Tabakhandel – Gebrüder Selowsky‘. Nach dem Tod des Vaters übernahmen Oskar und Richard Selowsky das Geschäft, das allerdings 1924 in Konkurs ging. Emigration in die Niederlande Oskar Selowsky ehelichte im Oktober 1923 die aus Düsseldorf stammende Eleonora Eichenberg. Bei der Geburt ihres ältesten Sohnes Peter im Jahr 1925 lebte die Familie noch in Dresden. 1929, also noch vor der Geburt der Tochter Karin, emigrierte die Familie in die Niederlande und ließ sich in Delft nieder. Hier wohnten sie in der heutigen Julianalaan 74. 1931 wurde dann ihre Tochter Karin geboren. In der Nachbarschaft wohnten zwei weitere deutsch-jüdische Familien, zu denen die Selowskys engen Kontakt pflegten. Das waren die Familie Van Hoorn mit ihren beiden Kindern und Familie Jeidels mit Tochter Reni und der Großmutter Jenny Jeidels-Stamm. Am 14. Juli 1933 wurde den Selowskys die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Oskar Selowsky arbeitete in der Farbenfabrik in Delft. Seine Ehefrau Eleonora war Physiotherapeutin. Sie legte 1937 die entsprechende Prüfung ab. Sie annoncierte ihre Dienste in der Zeitung und behandelte ihre Patientinnen und Patienten zuhause. 1938 starb Oskars Mutter in Dresden, seine beiden Brüder wanderten im selben Jahr noch von Dresden nach Südamerika aus. Von Sohn Heinrich Peter ist bekannt, dass er Briefmarken sammelte und sich mit seiner Bienenzucht beschäftigte. Er machte 1939 seinen Abschluss am Delfter Gymnasium. Die Tochter Karin war mit dem Nachbarskind Reni Jeidels befreundet. Später erinnerte Reni ihre Freundin Karin als ein süßes Mädchen mit großen braunen Augen. Von ihr stammt auch die Information, dass es in der Wohnung der Selowskys ein lebensgroßes Porträt der Ehefrau Elenora mit ihrem Baby Karin auf dem Schoß gab. Die Ehefrau Eleonora Selowsky setzte sich für geflüchtete jüdische Kinder ein, die nach der Pogromnacht mit den Kindertransporten aus Deutschland in die Niederlande kamen. Schon am 17.11.1938 rief sie mit einer Anzeige in der Delfter Zeitung dazu auf, deutsche Kinder bei sich aufzunehmen. Im Mai 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht die Niederlande. Das hatte für die jüdische Bevölkerung Schritt für Schritt zur Folge, dass sie ausgegrenzt, entrechtet, beraubt und verfolgt wurde. Deportation nach Sobibor Zu Beginn des Jahres 1943 musste die befreundete Familie Van Hoorn ihr Haus für die deutschen Besatzer räumen und zog mit ihren zwei Kindern zu den Selowskys. Anfang März 1943 wurden die beiden Elternpaare von der niederländischen Polizei verhaftet. Die Kinder gingen zu Fuß zur Polizeistation, um bei ihren Eltern zu sein. Beide Familien wurden zusammen mit ihren Kindern nach Westerbork verschleppt. Das „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“ diente als Konzentrationslager in Vorbereitung der Deportationen v.a. der jüdischen Flüchtlinge und niederländischen Juden und Jüdinnen in die Vernichtungslager. Von hier wurden zwischen 1942 und 1944 insgesamt 107.000 Jüdinnen und Juden in den Osten verschleppt - 19 Transporte mit über 34.000 Menschen verließen Westerbork mit dem Ziel Sobibor. Am 10. März mussten Oskar Selowsky und seine Frau Eleonore mit ihren beiden Kindern und der Großmutter der befreundeten Familie, Jenny Jeidels, im 2. Transport zusammen mit tausend weiteren Jüdinnen und Juden die Fahrt nach Sobibor antreten. Die Fahrt im Viehwaggon dauerte drei Tage. Die Familie Selowsky und Jenny Jeidels-Stamm wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft, am 13 März 1943, im Sobibor ermordet. Die Familie Van Hoorn wurde zwei Wochen später deportiert. Am 23. März verließen sie Westerbork und kamen drei Tage später in Sobibor an, wo man sie unmittelbar nach der Ankunft ermordete. Im November 2021 wurden in Delft auf der Julianalaan vier Stolpersteine zur Erinnerung an die Familie Selowsky verlegt. Die Stolpersteine für die Familie Van Hoorn wurden vor ihrem Haus verlegt, aus dem sie von den Deutschen verjagt wurden. Verwendete Dokumente und Literatur Bundesarchiv Gedenkbuch Joods Monument ITS Archiv Arlosen Niederländisches Zeitungsarchiv Delpher Stolpersteine Delft











